Rotes Gold

Bei uns in der Familie wird meine Himbeermarmelade auch als Rotes Gold bezeichnet. Da die Vorräte erschöpft waren, mußte ich also ran und weil das Obst gerade günstig zu bekommen war, habe ich heute einen Marmeladenkochtag eingelegt und insgesamt 10kg Obst verarbeitet.

Hier nun ein kleiner Ausschnitt aus dem Endprodukt. Und ja, Carina, Du wirst welche bekommen.

umgezogen

Bislang wohnte meine Blogroll direkt im unteren Teil der Sidebar rechts neben den Artikeln. Seit heute wohnt sie auf einer eigenen Seite, die man über einen Link rechts oben erreichen kann. Damit schlage ich direkt zwei Fliegen mit einer Klappe: die Sidebar wirkt aufgeräumter und außerdem kann ich jetzt viel besser ein paar werbende Worte zu meinen Links schreiben. Das haben meine Empfehlungen nämlich verdient.

Wie ich einmal versuchte, reich zu werden

Heike Faller, Zeit – Journalistin, ging es früher so wie mir: alle Themen rund um Geld und Vorsorge verursachten spontane Schnarchattacken, das Gespräch mit dem Bankberater war nur mühsam zu überstehen. Durch Zufall gerät sie an recht erfolgreiche Berater und wird so von dem Thema angefixt. Also beschließt sie, ihren Beruf für ein Jahr ruhen zu lassen, um selbst zu spekulieren. Ihr Ziel: binnen einen Jahres Ihr Vermögen zu verdoppeln. Was sie zu dem Zeitpunkt noch nicht wußte: der Wirtschaft blühte eine der stärksten Rezessionen der Geschichte.

Heike Faller gelingt es in ihrem Buch, Finanztheorie so spannend wie in einem Krimi zu verpacken. Sie trifft im Laufe des Jahres Brooker ganz unterschiedlicher Coleur und lernt, daß gerade in der Finanzwelt nichts ist, wie es scheint und daß der Markt nicht so reagiert, wie er in der Theorie reagieren müßte. Jedenfalls habe ich Dank des Buchs heute deutlich mehr Wissen über die Finanzwelt, als daß ich es je geglaubt hätte. Ob die Autorin jedoch ihr Ziel geschafft, oder alles verloren hat — das müßt Ihr schon selbst lesen.

Gleichgeschaltet

Die Metzelei im Schanzenviertel und auf St. Pauli am letzten Wochenende läßt mich noch nicht ganz los. Neben dem Vorgehen der Staatsvertreter verwundert mich auch das Verhalten der Presse. Es waren ausreichend Pressevertreter vor Ort und auch Fernsehteams haben alles festgehalten, letztlich war davon aber später kaum etwas zu sehen. Alles aufgenommene Material wurde dazu verwendet, um den Polizeibericht zu bebildern; echte Berichterstattung mit kritischen Tönen jenseits von Schubladenmeinungen fand faktisch nicht statt. Es wird ja viel erzählt von der vierten Macht im Staat, aber die scheint gerade zu schlafen, oder sich auf die Wiedergabe von Agenturmeldungen zu beschränken. Eine Diskussion über das polizeiliche Vorgehen findet nur in Internetforen, nicht aber ernsthaft in Offlinemedien statt. Wenn Presse und Fernsehen sich aber in purer Wiedergabe beschränken, dann brauche ich sie auch nicht mehr zu kaufen, dann haben sie sich selbst überflüssig gemacht. Schade.

Moonwalk

Wenn ich mir diesen Sarg so anschaue, wie er da auf dem Rettungswagenrollgestell steht — blattvergoldet und poliert — da stelle ich mir schon vor was passierte, käme das Ding ins Rollen.

Michael war ja für außergewöhnliche Bewegungen bekannt……

Moonwalk Mk. II

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ekelig

Extrem ekelig ist es, wenn schon beim Betreten des Nachtzugs einem der Geruch einer alten Turnhalle entgegenschlägt und man später feststellt, daß dieser aus den Matratzen aufsteigt, auf den man ja schlafen soll.

Sex – Luxus

So etwas gibt es auch nur auf St. Pauli: je nach Geschlecht bekommst Du in aller Ruhe einen geblasen oder geleckt, während man Dir den perfekten Haarschnitt verpaßt.

Ach nee, doch nicht.

Letztlich ist es ein ganz normaler Friseur, der sich für besonders cool hält und den Mund ein wenig voll nimmt … äh … mehr verspricht, als er zu halten gewillt ist. Also langweilig.

Schanzenfest — am Tag danach

Am Tag danach habe ich einen ausgiebigen Spaziergang durch das Schanzenviertel gemacht. Ich wollte einfach mal sehen, was denn alles zu Bruch gegangen ist. Bei drei direkt nebeneinanderliegenden Geschäften auf der Schanzenstraße wurden die Scheiben von Yuppieläden eingeschlagen. Wenn ich mir die Presseberichterstattung dazu anschaue, dann ist nicht klar, ob dies tatsächlich gestern Abend, oder aber schon am Abend zuvor geschehen ist. Im Viertel wohnende Freunde erzählen allerdings, daß der Schaden schon in der Nacht zuvor geschah. Ansonsten sieht es im Viertel so aus wie immer am Sonntag.

In den Medien ist zu lesen, daß dieses Jahr der „Mob“ besonders gewaltbereit gewesen sei. Zumindest äußerlich sieht es auf der Schanze insgesamt ziviler aus als letztes Jahr beispielsweise. Es stellt sich also für mich die Frage, ob diese Formulierung eine übliche Floskel ist (auch in den letzten Jahren gab es ja solche Äußerungen) und ich sie nicht weiter ernstnehmen kann, oder ob an anderer Stelle da tatsächlich etwas Wahres dran ist.

Grundsätzlich finde auch ich die Verschicksung des Schanzenviertels sehr bedauerlich. Allerdings halte ich Sachbeschädigung für einen ziemlich beknackten Weg, daran etwas zu ändern. Ich schaffe so nur Märtyrer und verändere nichts. Wenn ich also gegen die Entwicklung bin, dann kann ich entstehende Geschäfte mit ihren ganz eigenen Methoden bekämpfen: in dem ich einfach nicht hingehe.

Der Innensenator muß sich konstruktiv mit den Anwohnern zusammensetzen und für das nächste Jahr ein schlüssiges Konzept entwickeln. Es kann nicht sein, daß die Polizei mit ihrem „Wir haben hier den Längsten“ – Gehabe die Situation mehr formt, als ein paar verblendete Jugendliche.

Schanzenfest — abends

Ich erwähnte ja schon im Bericht über den Tag, daß viele Anwohner des Schanzenviertels heute nicht mehr ganz glücklich darüber sind, daß der Schwarze Block das Schanzenfest traditionell als Keilerei mit der Polizei nutzt. Das hat tatsächlich Tradition bis zu den Urtagen der Besetzung der Roten Flora und wenn ich mir die Polizei anschaue, dann freuen die sich da auch immer schon drauf. Jedenfalls habe ich den Eindruck, daß man sich gegenseitig schön provoziert. Schon Nachmittags, Oma und Opa sind noch zum Kaffeetrinken da, kreist der Beobachtungshubschrauber über dem Gelände. Und gegen Abend wird die Präsenz der Uniformierten dann doch recht aufdringlich.

Die beiden ersten Bilder zeigen Einheiten, an denen man vorbei muß, wenn man zum Fest will, das zu diesem Zeitpunkt tatsächlich noch absolut friedlich abläuft. In den Straßen sind auch ein paar Schwarzblockhansels, aber größtenteils ganz normale junge Leute, die einfach auf dem Fest und in den reichlich vorhandenen umliegenden Kneipen einen schönen Abend erleben wollen. Das Schanzenviertel ist nämlich auch das angesagte Kneipenviertel in Hamburg.

Auch die Patrouillengänge haben nichts mehr vom freundlichen Freund und Helfer, sondern dienen in meinen Augen nur einem Zweck: der Provokation. Irgendwann muß doch mal eine Flasche oder ein Stein fliegen, der die Schlacht eröffnet. Und bis es so weit ist, läuft man halt schön marzialisch auf und ab. Es muß sich einfach jemand finden lassen, der den Anfang macht.

Diese Herren, auch in einer der Zugangsstraßen, erinnern mich allerdings so wie sie da stehen eher an die Damen ein Stückchen weiter auf der Davidstraße. Was mich dann doch lachen läßt. Ich habe mich leider nicht getraut, mal hinzugehen und nach dem Preis zu fragen.

Derweil läuft auf der Bühne noch ein Konzert. Die Stimmung ist trotz der massiven Polizeipräsenz erstaunlich entspannt, das Wetter ist lau, man ist gewillt, einen schönen Abend zu haben.

Plötzlich ist es dann soweit. Die Uniformierten fühlen sich bedroht und in einem Affenzahn knallen die Wasserwerfer herbei. Das fand ich unglaublich: es sind große, richtig schwere Fahrzeuge und die heizen dann in einem unglaublichen Tempo an wegspringenden Passanten vorbei. Schon das ist unverantwortlich. Jedem ist doch klar, daß Abends der ein oder andere schon was getrunken hat und dann vielleicht nicht ganz so schnell von der Straße kommt. Da hätte schon mal der erste überfahren werden können. Während von den Autos also Durchsagen kommen, wird hektisch die Bühne abgebaut. Die wäre jetzt im Weg.

Zum jetzigen Zeitpunkt, Nachts um 03:00 Uhr, kann man in den Agenturmeldungen lesen, daß es vor der Flora brennende Barrikaden gegeben habe. Das ist Quatsch. Gelogen. Vielleicht ein Standardtext, den man jedes Jahr neu aus der Schublade holt. Diese Photos hier sind vor der Flora entstanden und da brennt nichts. Gar nichts. Der einzige Qualm der entsteht sind die heftigen Abgase der Wasserwerfer. Es fliegen auch keine Flaschen oder Steine. Statt dessen bedeckt die Polizei die Leute, die vor den umliegenden Kneipen an den Biertischen sitzen, mit Salven aus den Wasserwerfern. Leute, die nicht zum Schwarzen Block gehören, sondern einfach nur ihr Samstagsbier trinken wollen. Das halte ich für taktisch unklug, weil so Symphatisanten geboren werden.

In den Agenturmeldungen kann man auch lesen, die Polizei sei dieses Jahr mit relativ wenig Polizisten vor Ort. Auch das ist Quatsch. Die Uniformierten kommen aus allen Löchern angerannt und auf der Plazza sind ganz schnell mehr „Staatsdiener“ als Zivilisten.

Statt dezenter Salven wird der Wasserdruck nun deutlich erhöht und die meisten Unbeteiligten sehen zu, daß sie verschwinden. Das mache ich auch. Ich glaube, hätte ich mir noch weiter angesehen, wie die Polizei vorgeht, wäre ganz schnell auch ein Stein in meinen Händen gewesen. Für einen Einsatz in dieser Form gab es in meinen Augen noch nicht mal ansatzweise einen Grund.

Was bleibt als Fazit ?  Die Polizei spielt mit solchen Aktionen den Schwarzblöcklern in die Hände. Statt komplett wegzubleiben und einen netten Grillabend im Polizeivereinsheim zu veranstalten, müssen die Uniformierten als Terminator so lange in der Gegend herumlaufen, bis es dann tatsächlich zur Keilerei kommt. Was mich deutlich befremdete waren die Gesichter einiger Polizisten: die freuten sich richtig darauf, jetzt endlich loslegen zu dürfen. Endlich Party. Das macht sie keinen Deut besser, als irgendwelche rauflustigen Jugendliche.

Wenn unser Land, unsere Demokratie, keinen kleinen Haufen linksextremer Hansel vertragen kann, die ein paar bekloppte Parolen skandieren, dann tut mir dieses Land leid, dann hat es nichts anderes verdient, als vor die Hunde zu gehen. Der Einsatz jedenfalls hatte in meinen Augen — und ich war immerhin vor Ort — eindeutig totalitären Charakter. Und da kann ich der Polizei nur zurufen: „Ihr seid erwachsene Leute, Ihr solltet Euch was schämen !“. Letztlich habe ich den Polizeistaat gesehen, gegen den tagsüber manchmal gewettert wurde. Und ich habe erheblich Achtung verloren.