In meinem Blog erzählte ich Euch ja schon, wie schön Julias Konzerte sind (1, 2) und am Donnerstag (16.08.) ist es wieder soweit, Julia spielt in Hamburg. Für dieses Konzert hat sie sich einen besonders schönen Rahmen ausgedacht, spielt sie doch in der Esskultur, Trommelstraße 4, direkt an der Reeperbahn. Dort kann ab 19:00 Uhr à la carte gegessen werden und ab 20:30 Uhr wird dann Julia unsere Ohren verwöhnen. Wenn ich schon in Hamburg bin werde ich mir das nicht entgehen lassen und ich hoffe, viele von Euch dort auch zu treffen.
Autor: Markus Sorger
BallinStadt – Museum, Hamburg
Eigentlich … ja eigentlich wollte ich diese Woche weg sein und auf einem Bauernhof meine Zeit verbringen. Manchmal kommen Dinge aber anders und so bin ich nun doch in Hamburg, versuche aber trotzdem, sowas wie Urlaub zu machen. Heute war ich darum mal im neu eröffneten BallinStadt – Museum im Veddel, in dem Hamburg als Auswanderungsstadt nach Amerika und die Zeit sehr grob um die Jahrhundertwende herum beleuchtet wird. In der Zeitung hatte ich gelesen, daß man von den Landungsbrücken aus per Barkasse zum Museum schippern kann; leider fährt die aber tatsächlich nur alle zwei Stunden und war in unserem Fall gerade weg, so daß wir dann ganz klassisch per S-Bahn fuhren.
Schon beim ersten Eindruck konnte ich beruhigt sein: so ein Flop wie bei der Titanic – Ausstellung in Kiel war es ganz sicher nicht. Hier war deutlich zu merken, daß man sich viel mehr Mühe gegeben hatte, Informationen zusammenzutragen und so aufzubereiten, daß sie verständlich, informativ und interessant daherkamen.
Dabei wurden nicht nur Texte zum Lesen angeboten, sondern viele auf dem Weg durch die Ausstellung aufgestellte Puppen erzählten von ihren ganz persönlichen Hoffnungen & Erfahrungen und machten so die Zeit und die Motivation, die Heimat zu verlassen, nachvollziehbar.

Zwischendurch gab es aber auch Stationen, an denen man Ruhe hatte, die Informationen zu verarbeiten und vielleicht darüber nachzudenken, wie man wohl selbst gehandelt, ob man sich nicht vielleicht auch auf die Reise gemacht hätte.
Museen sind ja oft für Kinder langweilig. Hier durfte meine 5-jährige Begleitung nicht nur auf einem Ausstellungspferd reiten, sondern hatte mit Bildern, Filmen und gesprochenen Texten auch die Möglichkeit, sich kindgerecht dem Thema zu nähern, ohne daß es für Erwachsene je platt geworden wäre. Immerhin waren wir über zwei Stunden ohne Quengelei in der Ausstellung. Dabei kostete der Eintritt für drei Personen zusammen weniger als für eine Person in Kiel.
Auch wenn mir die Ausstellung insgesamt wirklich sehr gut gefallen hat, so würde ich mir in ein paar Punkten trotzdem noch Verbesserungen wünschen. Zum einen finde ich den Bogen zu den heutigen Auswanderern anderer Länder (die hier dann als Einwanderer ankommen) etwas zu kurz gehalten; das Thema könnte man sicher besser integrieren. Zum anderen gibt es heute nach knapp zwei Monaten Betrieb schon teilweise deutliche Abnutzungserscheinungen. Da sollte man dringend stabiler nacharbeiten, damit die Ausstellung nicht schnell verwahrlost. Das wäre nämlich schade.

Toll ist auf jeden Fall, daß man am Originalort (das Hamburger Auswanderungslager war tatsächlich exakt an der Stelle des Museums) in Originalkulisse diese Stätte geschaffen hat. Klar, daß der damalige Betreiber, die Hapag (heute Hapag-Lloyd), kräftig gesponsort hat. Mir hat der Besuch auf jeden Fall Spaß gemacht und ich kann Euch auch empfehlen, mal dort hin zu fahren.
Eine Warnung muß ich allerdings noch aussprechen: die direkt an der S-Bahn – Station in einem Container gelegene Pommesbude ist auf jeden Fall zu meiden. Das Essen beschäftigte mich noch länger……
Urlaub

Schwachmat
Seit zwei Tagen ruft mich jemand etwa 15 bis 20 Mal am Tag mit unterdrückter Nummer auf dem Handy an und wenn ich dann abnehme, ist wirklich nichts, auch keine Nebengeräusche, zu hören. Daß da aber doch irgendjemand aktiv seine Finger im Spiel haben muß, belegen zwei Dinge: wenn ich nicht drangehe gibt es keine Benachrichtigung durch die Mailbox und wenn ich drangehe, dann wird die Verbindung auch nach mehreren Minuten nie durch den Anrufer getrennt. So weit bin ich schon mit meinen Experimenten.
Grundsätzlich nervt das natürlich und ich überlege mir, ob ich die 150,00€ für eine Fangschaltung investiere. Es muß ein armer Mensch sein, der solche Spielchen treibt.
Sonntags im Park
Ihr seht es am Photo der Freilichtbühne Wattenscheid: die Wolken haben sich verzogen, der Himmel ist blau und die Sonne scheint. Und wenn der Wetterbericht auch erzählt, daß es heute Abend wieder regnen soll …… erst mal egal. Das Wetter, der umliegende Park und das hervorragende Frühstück hier müssen erst mal genossen werden.

Passend zum Wetter habe ich mein Produktionsbüro auf eine Parkbank direkt hinter der Bühne verlegt. Bei diesem Sommer muß man schließlich jeden einzelnen Sonnenstrahl in sich aufsaugen, damit es noch bis in den Winter reicht.
Ich mag amphitheaterartige Freilichtbühnen ja sehr. Dort kommt schnell eine ganz dichte Atmospäre auf, weil recht viele Leute auf engem Raum rund um die Bühne sitzen können und keiner weit weg ist.
Und so sieht das ganze von der anderen Seite aus. Toll ist einfach auch, daß es warm & sonnig ist und dadurch alle doppelt relaxt sind. Bis vielleicht auf den ein oder anderen Anwohner. Es gibt hier einen sogenannten Striktly Cerfew von 22:00 Uhr. Da müssen wir also auf jeden Fall fertig sein, weil sonst umwohnende Juristen ihr Recht einfordern. Ach ja.

Und wenn anfänglich auch das Publikum ziemlich weit weg saß, so ergab es sich während des Konzerts, daß die Abstände immer kleiner wurden…

… bis die Leute dann faktisch auf der Bühne standen und die Securities mit wachen Augen über den letzten Schritt wachten. Aber bei aller Stimmung ging alles gut, niemand wurde ausfallend und so war es ein tolles Konzert in wunderschöner Umgebung. Ein Venue, das man ruhig häufiger bespielen kann.
Der Abbau dann wieder glatt, so daß wir schnell auf den Weg nach Hause kamen; leider nutzte uns das nicht allzu viel, weil wir dann kurz vor Dortmund in eine Autobahnvollsperrung gerieten und dort eine Stunde verbrachten. Zuhause in Hamburg mußte ich dann feststellen, daß man um kurz vor sechs faktisch kein Taxi an der Nordkanalstraße bekommt. Erst die dritte Taxizentrale sah sich in der Lage, mir ein Fahrzeug vorbeizuschicken. Hm.
Regentropfen, die an mein Fenster klopfen
Das mit dem Entgegenträumen trockenerer Zeiten hat ja prima geklappt. Als ich heute morgen wach wurde, prasselte der Regen schon gegen die Fenster unseres Nightliners. Petrus: it sucks ! Ich bin mal gespannt, wie sich das unser örtlicher Veranstalter mit den recht weiten ungeschützten Wegen in der Freilichtbühne Altusried heute vorstellt. Fest steht, daß dieser Sommer absolut OpenAir – untauglich ist. Da waren die letzten Jahre deutlich besser. Nun gut, dann stürzen wir uns mal in die feuchte Luft. Soll ja gut für den Teint sein.

Örtlich wurde hier ein ganz interessantes PA – System geflogen: das magnetostatische MAD – System, das ich in der freien Wildbahn bisher noch nie gesehen hatte, sondern nur auf Messen. Wer den ganzen Krampf bei den in der HighEnd – Szene bekannten Elektrostaten kennt, den kann ich hier beruhigen: das System spielt bis 100Hz hinunter und wird dann von Subs übernommen. Ich finde den Klang soweit auch ganz gut, es gibt absolut kein Phasing, ich habe jedoch den Eindruck, daß das System vielleicht etwas komprimierter klingt, als herkömmliche gute Wandler, aber das mag ob der schlanken Bauform auch Psychologie sein.

Unser Hoffen und Bangen hat genutzt. Geht doch. Das was Ihr als hellen Schimmer auf den Gesichtern der Band seht ist … Sonne. Irgendwann Mittags hörte es auf zu regnen und gegen Abend kam dann wirklich klarer Himmel auf. Ich bin entzückt.

Ja, ich weiß, das Photo ist jetzt nicht der Bringer. Aber es zeigt eine der Altusried – Legende: Mückenschwärme. Ich glaube, die Mücken ganz Bayerns kommen aus Altusried. Und das Publikum wird’s auch merken, wenn’s zuhause ist ;-)
Es wurde dann noch ein sehr schöner Abend. Das Wetter hielt, das Publikum war partywillig und sogar der Abbau ging zügig voran. Ich bin ehrlich, damit hätte ich morgens nicht gerechnet. Ich drücke beide Daumen, daß das jetzt mal so bleibt.
Swinging in the rain
Auch heute in Coburg auf dem Schloßplatz sind wieder ideale Bedindungen im Umfeld. Bei einer Bühne, auf der in den nächsten Tagen P!nk und Seeed spielen werden, kann man das ja zum Glück auch erwarten. Und so lief der Aufbau sehr nett und geschmeidig. Pünktlich zum Soundcheck dann — natürlich — Regen.
Das Konzert fing trocken an …… aber nach dem vierten Song regnete es immer wieder mal ein bißchen. Allerdings lange nicht so viel wie gestern und ehrlicherweise frage ich mich, ob das nicht fast ein wenig schade war, denn die Stimmung im Publikum war gestern eindeutig besser. Vielleicht waren die Leute von dem bißchen Regen heute nur genervt, während sie gestern dem Sturzbach trotzten und dadurch ganz andere Emotionen entwickelten. Aber es ist ja klar, daß das Regeninferno dann doch noch kam. Genau in dem Moment, als wir nach dem Abbau mit dem Laden begannen. Suuuuuuper.
Mittlerweile sind wir geduscht, sitzen trocken im Nightliner und gehen bald schlafen. Träumen uns trockeneren Zeiten entgegen.
Schlammbaden mit Roger
Gestern führte uns unsere Tour in den Ravensberger Park nahe der Alten Hechelei in Bielefeld. Nach dem etwas experimentellen Charakter bei der Technik in Fulda war in Bielefeld alles perfekt und für uns ein superentspannter Tag. Erst mal.

Auch hatte der Veranatalter begriffen, daß wir zwar Swing bieten, aber die etwas modernere Variante davon (unser genialter Drummer Matthias Meusel baut auch schon mal Metal – Licks in sein Spiel ein) und hatte uns daher ausreichend Baßversorgung zur Verfügung gestellt. Ich mag diese alten Stacks und denke manchmal verklärt an alte W-Bin – Zeiten — auch wenn ich die Plackerei natürlich heute gerne umgehe.
Pünktlich mit Konzertbeginn fing es dann an zu regnen. Es war, als ob mit dem Fader für den Ton auch der Regen mit hochgezogen wurde. Was sich anfänglich erst wie ein leichter Regen anfühlte wuchs sich dann zu einem echten Sturzbach aus, bei dem ich mir zeitweise nicht sicher war, ob nun mehr Luft oder mehr Wasser in der Luft war. Wenn Ihr versteht was ich meine.
Zwischendurch standen wir vor der Frage, was wir denn tun, um unser Publikum zu schützen; viele hatten sich unter die umstehenden Bäume geflüchtet, die beim herannahenden Gewitter aber sicher kein optimaler Aufenthaltsort waren. Also unterbrachen wir das Konzert für eine halbe Stunde. Die nahe Hechelei nahm die 2.500 Leute so lange auf. Danke für die prompte Zusammenarbeit !
Nach der unfreiwilligen Pause ging es bei immer noch strömendem Regen weiter, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Nach kurzer Zeit ergaben sich alle ihrem Schicksal und es wurde einfach nur noch fröhlich gefeiert. Schon wirklich beeindruckend, zumal unser Publikum ja nicht hauptsächlich aus festivalerfahrenen jungen Leuten besteht.

Nachdem Roger und Band es sich nicht nehmen ließen, aus Solidarität auch bei diesem Wetter bei der Nummer „Kompromisse“ durchs Publikum zu ziehen (ich möchte gerne wissen, wie lange die Musiker heute Morgen an ihren völlig verschlammten Schuhen geputzt haben) gab es dann kein Halten mehr: bis zur allerletzten Zugabe wurde nichts ausgelassen. Und so wurde aus einem eigentlich wirklich nicht optimalen Konzert ein unvergeßliches Ereignis. Toll, daß die Bielefelder da so mitgemacht haben.
Beim Abbau fuhr sich dann noch der Stapler fest, aber mit vereinten Kräften wurde auch er aus dem Morast befreit. Unter’m Strich zwar ein anstrengender Tag, aber doch ein guter.
Lokführer……
…… war ja mal einer der Traumberufe meines Geschlechts und ist heute zu einem unterbezahlten Job verkommen, bei dem man sich regelmäßig die Suizidtären von der Scheibe kratzen muß. Im Rahmen solcher Diskussionen wie sie zur Zeit laufen lernt man ja eine Menge. Beispielsweise, daß der Lohn für die Verantwortung und den unregelmäßigen Dienst erschreckend gering ist. Oder daß es der deutschen Wirtschaft an logistischer Phantasie fehlt. Wie sonst kann ich dieses Rumgejaule verstehen. Ich frage mich, wie denn die Wirtschaft in Italien oder Frankreich überlebt; da streiken die Bahnen doch alle Nase lang, ohne daß es zum Ausrufen des Katastrophenzustands kommt. Erschreckend auch, daß sich immer irgendwelche Richter finden, die „Recht“ entgegen Standards sprechen, die es in anderen Branchen durchaus schon gibt. Das was die Bahn jetzt durchmacht, hat es doch im Luftverkehr schon vor Jahren gegeben und ist lange etabliert. Also mal locker bleiben und den Lokführern und der GDL die Daumen drücken.
Käfer

Ich hab‘ Euch ja schon erzählt, daß meiner Meinung nach eines der schönsten Stücke bei der Roger Cicero – Tour „Mein guter Stern“, ein Song über den ersten Wagen, ist. Und natürlich war das Anlaß, nach vielen Jahren mal wieder an mein erstes Auto zu denken; ein VW Käfer, der genau 14 Tage jünger war als ich. Ich hatte ihn für 500,00 DM gekauft. Leider war unsere gemeinsame Zeit nur sehr kurz, bis ein gemeiner TÜV – Prüfer beide Bodenholme durchstieß. Und das, obwohl ich mir doch so viel Mühe gemacht hatte, aus dem hellgrauen Fahrzeug ein ganz persönliches Auto zu machen.
Mein lieber und geliebter Käfer, ich denk‘ an Dich. Friede Deiner Asche.














