Archiv für Mai 2011




Gesellschaft der aufgescheuchten Hühner

Ein Beitrag zum Themengebiet Eindrücke, Empfindungen, Reaktionen, geschrieben am 31. Mai 2011 von Markus Sorger

Der EHEC – Virus ist los ! Große Katastrophe ! Warum tut die Kanzlerin nichts ? Warum schickt die UNO keine Truppen ? Aber der Verbraucher reagiert: täglich werden zur Zeit in Deutschland frische Lebensmittel im Wert von etwa drei Millionen Euro (3.000.000,00€) vernichtet, weil der Kunde sie nicht mehr kauft. Im Einzelhandel werden selbst Bananen (!) mit dem Hinweis auf EHEC verschmäht.

Blenden wir einmal zurück: da gab es Vogelgrippe und Schweinegrippe. Die Presse sagte den Tod der Nation voraus, passiert ist relativ wenig. Zu Hochzeiten von Fukoshima waren in Deutschland die Jodtabletten ausverkauft (deren unkontrollierte Einnahme übrigens gesundheitsschädlich sein kann). Nun warnt die Stromlobby vor großflächigen Blackouts wegen der Abschaltung von Atomkraftwerken bis 2021 (eine Situation, die bis vor einem halben Jahr noch Gesetz war). Ach so, ja, und jetzt also EHEC.

Vielleicht versucht man mal, das Ganze in Relationen zu setzen. Stand jetzt sind an dieser Krankheit in zwei Wochen 19 Menschen gestorben. Das ist ganz sicher dramatisch für alle Beteiligten, überhaupt keine Frage. Im Straßenverkehr sterben jeden einzelnen Tag elf Menschen, ohne daß wir jetzt alle auf das Auto verzichten würden (und diese Zahl ist sensationell wenig, vor einigen Jahren waren es noch viel mehr). An der Grippe sterben jedes Jahr (ja nach Stärke der Welle) zwischen 10.000 und 25.000 Menschen, also umgerechnet am Tag 27 bis 68. An Grippe. Waschen wir uns häufiger die Hände deshalb ? Nein. Etwa 150 Menschen sterben am Tag (!), weil sie rauchten. Wird deshalb weniger geraucht ? Kaum.

Aber wegen EHEC essen wir nun alle keine Gurken mehr (die man übrigens durch sorgfältiges Waschen durchaus auch vom Erreger befreien könnte). Blödsinn.

Mir ist natürlich klar, daß die Medien immer wieder neue Sensationen brauchen, um ihre eigene Existenz zu rechtfertigen und ihr Überleben zu sichern. Aber müssen wir deshalb alles unkritisch annehmen, was die Schreiberlinge uns vorsetzen und kopflos wie aufgescheuchte Hühner gackernd durch unser Leben rennen ?

Wer beispielsweise mal versucht hat, Salat mit organischem Dünger zu düngen wird festgestellt haben, daß er dann leicht verbrennt. Ist also damit zu rechnen, daß die Bauern Salat mit Tierkot düngen ? Nein. Salat wird mit mineralischem Dünger gedüngt. Wie also soll EHEC auf Salat kommen ? Maximal, indem Salat mit ungeklärtem Abwasser gewässert wurde. Allerdings wurde bisher auf Salat kein EHEC nachgewiesen. Trotzdem bekommen wir gepredigt, Salat neben Gurken und Tomaten nicht zu essen.

Von 81.000.000 Einwohnern Deutschlands sind in den letzten zwei Wochen 19 an EHEC gestorben. Wenn man es etwas krasser möchte: in Hamburg sind von 1.700.000 Einwohnern knapp 500 erkrankt, 12 gestorben (wobei das Verhältnis schon wieder nicht stimmt, weil viele davon aus dem Umland kommen, also keine Einwohner Hamburgs sind). Nochmal: das ist für jeden einzelnen von ihnen und für deren Angehörige ganz sicher sehr dramatisch. Trotzdem kann es doch wohl nicht ernsthaft Grund dafür sein, daß zur Zeit ganze Heerscharen von Menschen komplett auf frisches Obst & Gemüse verzichten.

Atmen wir also mal tief durch, erinnern wir uns an ganz grundlegende Regeln der Essenshygiene und dann nichts wie los in den Supermarkt, en gross Tomaten aus dem Sonderangebot gekauft, daraus sehr günstig köstliche Tomatensauce gekocht und eingefrostet.

Guten Appetit.

individuelle Visitenkarten

Ein Beitrag zum Themengebiet reale Welt, geschrieben am 28. Mai 2011 von Markus Sorger

Visitenkarten sind oft praktisch und gerade wenn man auf der Straße photographiert sind sie sehr nützlich, weil man dann den Leuten, die man unterwegs abgelichtet hat auch etwas in die Hand drücken kann, wenn man sie fragt, ob man das Bild verwenden darf. Lange hatte ich recht einfache private Karten, vor einiger Zeit stieß ich aber auf die Druckerei MOO. Die fertigen für überschaubares Geld Visitenkarten, bei der jede einzelne individuell bedruckbar ist. Bestellt man 100 Karten, bekommt man auf Wunsch und ohne Aufpreis 100 unterschiedliche Karten. Das ist natürlich klasse, wenn man Photos macht. Auf der einen Seite ist also ein Bild, auf der anderen Seite meine Adresse (die ist auf jeder Karte gleich). Wenn ich jemandem meine Visitenkarte geben möchte, dann hat derjenige nun die Gelegenheit, sich aus dem Stapel Karten die herauszusuchen, die ihm am besten gefällt. Und auch für mich war es bei der Herstellung viel einfacher: ich mußte mich nicht für ein Photo (oder einige wenige) entscheiden, sondern konnte einfach 100 Bilder nehmen.

Neben Photos sind natürlich auch Graphiken, Zeichnungen, Texte möglich. Laßt einfach Eure Phantasie spielen.

Herzlich Willkommen

Ein Beitrag zum Themengebiet Funk & Fernsehen, geschrieben am 27. Mai 2011 von Markus Sorger

Dieses Wochenende bin ich mal wieder für den ZDF – Fernsehgottesdienst unterwegs, der diesmal aus der Freien Evangelischen Gemeinde Nürnberg kommt. Dort wurde wir sehr herzlich begrüßt, wie ja leicht zu erkennen ist.

Diese Gemeinde ist technisch ziemlich modern ausgestattet. Man hat bis zu 20 Funkstrecken zur Verfügung, der Gottesdienst wird simultanübersetzt (Persisch, Arabisch, Türkisch und Gebärdensprache), es gib eine Induktionsschleife für Hörgeräte und wer möchte kann sich die Messe hinterher als Aufnahme auf USB – Stick, Cassette, CD oder sogar DVD mitnehmen. Das habe ich in dieser Form noch nie erlebt.

Im Laufe des Wochenendes werde ich Euch im Detail zeigen, wie es hier aussieht.

Blick an den Rand Europas

Ein Beitrag zum Themengebiet im Netz, geschrieben am 27. Mai 2011 von Markus Sorger

Copyright: Marina Jerkovic

Das Internet ist eine unglaubliche Plattform für tolle Photos, das schrieb ich ja hier schon ein paarmal. Ganz häufig zeigen mir Bilder in den Tiefen des Webs ganz deutlich meine eigenen Grenzen in der Photographie. Es ist einfach toll, daß ich über dieses Medium so viele hervorragende Photos sehen kann, die ich früher nie kennengelernt hätte, weil sie einfach untergegangen wären.

Über das Internetmagazin Kwerfeldein kam ich zu einen Bericht über ein Dorf in Bosnien – Herzegowina, über die Situation dort 15 Jahre nach Kriegsende. Die dort gezeigten Photos und die Geschichte dahinter fesselten und bewegten mich so sehr, daß ich mir unbedingt weitere Bilder der jungen, in Berlin lebenden Photographin Marina Jerkovic auf ihrer Homepage ansehen mußte. Diese Photoserie bekommt ja gerade in diesen Tagen nochmal einen ganz frischen Bezug. Neben den ganz unterschiedlichen Bildern aus dem Land ihrer Eltern gibt es dort Portraits und „Schnappschüsse“ zu sehen — und auch eine kleine Dokumentation über „Alice im Hungerland“, die ich sehr gefühlvoll umgesetzt finde.

Es ist eine schöne Homepage, deren Besuch ich Euch besonders ans Herz legen möchte. Und ich freue mich auf weitere Bilder von Marina in Zukunft.

Berufsberatung, Teil 2

Ein Beitrag zum Themengebiet Kollegen, geschrieben am 26. Mai 2011 von Markus Sorger

Nun also zu der Frage, worauf man achten sollte, wenn man sich dazu entschlossen hat, eine Ausbildung als Veranstaltungstechniker machen zu wollen. Vor ein paar Jahren habe ich dazu schon mal etwas geschrieben und im Grunde hat sich das nicht verändert.

  • Kümmert Euch um ein akzeptables Schulzeugnis. Da müssen nicht lauter Einsen drinstehen, Gott bewahre. Aber es sollte erkennbar sein, daß Ihr Euch für Technik interessiert und zuverlässig seid. Entschuldigungen wie „Der Lehrer war voll gemein“ interessieren echt keine Sau und zeigen nur, daß Ihr nicht bereit seid, selbst Verantwortung für Euer Handeln zu übernehmen.
  • Informiert Euch über den Job. Was bedeutet es wirklich, Fachkraft für Veranstaltungstechnik zu sein, also jenseits der Tatsache, daß man mit coolen Künstlern abhängen kann. Denn tatsächlich ist die Arbeit oft hart und die Künstler feiern bereits mit den süßen Veranstaltungskauffrauen, wenn Ihr noch abbaut. Seid Euch im Klaren darüber, daß Ihr viel und lange und nachts und am Wochenende arbeitet, daß Ihr manchmal wochenlang nicht zuhause seid.
  • Schaut Euch die Betriebe an, bei denen Ihr Euch bewerbt. Überlegt Euch genau, ob der Betrieb zu Euch und ob Ihr zum Betrieb paßt. Und ob der Betrieb Euch das beibringen kann, was Ihr lernen wollt. Jemand der nach der Lehre gern Punktourneen fahren möchte, sollte nicht im Stadttheater lernen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Welten, die aber im gleichen Ausbildungsberuf ausbilden.
  • Interessiert Euch schon im Vorfeld für Konzerttechnik … und für handwerkliches Arbeiten. Als Techniker müßt Ihr sowohl mit Schraubenzieher und Lötkolben, als auch mit dem Laptop sicher umgehen können.
  • Als Tontechniker schadet es nicht, Noten lesen zu können (das gibt im Zweifelsfall dann die gutbezahlten Jobs).
  • Vielleicht überlegt Ihr auch schon, in welche Richtung Ihr Euch irgendwann mal spezialisieren wollt. Tatsächlich gibt es ein paar gute Generalisten, aber das ist eher selten. In der Regel wird man sich auf Dauer hauptsächlich mit einem Feld beschäftigen und da dann auch in die Tiefe gehen. Tontechnik, Lichttechnik, Videotechnik, Rigging, Bühnentechnik, special effects, Bühnen- und Dekorationsbau wären ein paar Felder, für die man sich interessieren könnte.

Generell kann man sagen, daß Leute, die nicht wirklich engagiert bei der Sache sind, es auf Dauer echt schwer haben werden. Darum lohnt es sich, auch schon im Vorfeld zu schauen, was man eigentlich will.

 

Berufsberatung, Teil 1

Ein Beitrag zum Themengebiet Kollegen, geschrieben am 25. Mai 2011 von Markus Sorger

In den letzten Wochen erreichten mich einige Mails von Lesern, die etwas über meinen Beruf erfahren wollten, darüber, wo man sich am besten bewirbt und worauf man generell achten soll. Auch gerade liegt hier noch eine Mail zur Beantwortung (ich muß mal die abgeschickten Mails speichern, damit ich sie einfach kopieren kann und nicht jedes Mal neuschreiben muß……). Im Rahmen der Beantwortung der Mails machte ich mir auch immer so meine Gedanken über die Veranstaltungsbranche — und auch darüber, ob ich neue Kollegen eigentlich überhaupt haben möchte. Darum mal ein paar Gedanken auch hier dazu.

Als ich begann, mich für den Beruf des Tontechnikers zu interessieren gab es nur sehr eingeschränkt echte Berufsausbildungen. Man konnte Toningenieur oder Tonmeister studieren und in Nürnberg gab es die Schule der öffentlichrechtlichen Sendeanstalten. Alles andere lief per learning by doing. Man machte mal, sammelte seine Erfahrungen und im Laufe der Zeit wurde man besser. Dadurch daß es kein anerkannter Beruf war fanden das Eltern beispielsweise oft keine akzeptable Beschäftigung und so war der Kreis derer, die hauptberuflich als Techniker auf Veranstaltungen arbeiteten, überschaubar.

Dann begann der Markt sich zu professionalisieren. Plötzlich konnte man (teilweise umstrittene) Ausbildungen an privaten Schulen machen und es wurde ein richtiger, offizieller Lehrberuf eingeführt: die Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Auch die Tagessätze begannen sich in eine Richtung zu bewegen, die ein vernünftiges Leben mit akzeptablen Absicherungen möglich machten.

Mittlerweile ist der Lehrberuf anerkannt; so anerkannt, daß auch Eltern diesen Beruf plötzlich akzeptabel finden. Man bekommt ja ein Stück Papier und kann etwas vorweisen. Das ist in Deutschland wichtig. Und so gibt es immer mehr Leute, die als Techniker arbeiten wollen. In einigen Städten schon zu viel bis reichlich zu viel Leute, die als Techniker arbeiten wollen. Damit beginnt etwas sehr unschönes: die brutale Erosion der Tagessätze. Es findet sich immer jemand, der einen Job noch billiger macht. Das wissen auch viele Kunden, so daß in weiten Teilen ein breites Gemetzel um die Preise begonnen hat. Das Ganze übrigens auch ohne die Öffnung Europas zum Osten hin; diesen Preiskampf schaffen wir auch ganz allein in Deutschland.

Natürlich gibt es Berufsverbände die immer wieder predigen, daß gute Arbeit auch gut bezahlt werden soll und daß Dumping auf Dauer der Tod des professionellen Berufsstands sei. Sie haben Recht. Allerdings bleiben sie ungehört. Ganz im Gegenteil sind es unter anderem auch ein paar leitende Mitglieder dieser Berufsverbände, die in ihren Betrieben den Preiskrieg ganz offen führen. Und so kommt es, daß in manchen Bereichen die Tagesgagen für Techniker zur Zeit wieder sinken. Nicht nur inflationsbereinigt und real, sondern auch nominal.

Kommen wir zurück zur Frage, ob sich eine Ausbildung als Veranstaltungstechniker lohnt und ob ich überhaupt will, daß es viele neue Kollegen gibt. Die Antwort ist ein ehrliches nein. Sorry. Mir selbst ist aus ganz egoistischen Gründen nicht daran gelegen, daß der Markt mit Technikern überschwemmt wird. Und auch die jungen Leute, die eine Ausbildung beginnen wollen sollten sich darüber im klaren sein, daß nach der Lehre in der Regel das nicht immer sichere Leben eines Freelancers wartet; Festanstellungen sind (noch) nicht wirklich üblich. Daß man oft mehr als 40 Stunden in der Woche, gern am Wochenende und zu unchristlichen Zeiten, arbeitet, was sich nicht immer als partnerschaftsfördernd erweist. Und daß die Augenbrauen manchmal erschrocken nach oben schnellen, wenn man Tagessätze in Stundenlöhne umrechnet (und dabei berücksichtigt, daß man als Freelancer die kompletten Sozialabgaben selbst zu tragen hat).

Ich will meinen Beruf nicht miesmachen. Ganz im Gegenteil: für Leute, die Abwechslung lieben und Schreibtische hassen kann es genau das Richtige sein. Aber ich fände es auch ziemlich schade, wenn er wegen Überangebots in der Breite wieder vor die Hunde geht und nur ein paar hochspezialisierte Wenige in Würde überleben.

Telephonspaß

Ein Beitrag zum Themengebiet Technik, geschrieben am 21. Mai 2011 von Markus Sorger

Darüber, daß in Zeiten des Handys auch ein gewisser Komfort verlorengegangen ist, wurde ja schon von vielen bemerkt. Man kann nach einem ärgerlichen Telephongespräch nicht mehr den Hörer auf die Gabel knallen und auch wenn man man mitschreiben möchte ist es gar nicht so einfach, moderne Telephone zwischen Ohr und Schulter zu klemmen. DerFreD machte mich darauf aufmerksam, daß es nun Erlösung gibt: der Bluetooth – Telephonhörer ist da. Ich konnte da leider nicht widerstehen. Funktioniert hervorragend mit dem Handy, aber auch bei langen Skypophonaten. Endlich hat man wieder was Handfestes in der Hand und nicht nur ein Gerätchen, zu dessen Bedienung die Wurstfinger zu groß sind. Herrlich !

Stuttgart 1960

Ein Beitrag zum Themengebiet Eindrücke, Empfindungen, Reaktionen, unterwegs, geschrieben am 20. Mai 2011 von Markus Sorger

Heute war ich unter anderem auch in Stuttgart, bei einer Vorbesichtigung. Auf dem Rückweg nach Hause wartete ich eine halbe Stunde am Bahnhof auf meinen Zug und während ich da so saß und mich umschaute machte ich mir so meine Gedanken zum Stuttgart 21 – Projekt. Zugegeben, die Diskussion darum kann ja kaum noch jemand hören, aber nun war ich halt gerade mal da.

Wenn man ehrlich ist, dann sind weite Teile des Stuttgarter Bahnhofs pottenhäßlich. Klar, viele Bahnhöfe strahlen nicht gerade vor Schönheit, aber dieser hier ist für einen Großstadtbahnhof schon reichlich … um. Ein paar Gedanken zur Umgestaltung täten schon mal ziemlich Not. Und wenn ich mir jetzt das Umfeld des Warschauer Bahnhofs anschaue (der jetzt auch echt häßlich ist, aber seit Jahrzehnten fast komplett unter der Erde, so wie das in Stuttgart auch geschehen soll), dann finde ich die Idee des unterirdischen Bahnhofs ziemlich klasse. Man hat keine fette Gleistrasse mitten in der Stadt, sondern reichlich Platz. Ehrlicherweise fand ich die Idee des fast unsichtbaren Bahnhofs schon vor vielen Jahren toll, als ich das erste Mal in Warschau war.

In Stuttgart finde ich es schon bemerkenswert, daß sich viele, viele Jahre lang keine Sau für die Planungen des neuen Bahnhofs interessierte, aber dann das große Aufschreien kam, als die Bauarbeiten anfingen. Das ist eigentlich ja ein wenig spät und nur die Tatsache, daß Politiker rückgratschwache Menschen sind erklärt, daß da wieder herumgefeilscht wird. Eigentlich hätte man Gorbatschow zitieren müssen: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

Auf der anderen Seite kann man sich natürlich fragen, ob ein so gigantisches Projekt wie der Komplettneubau eine sinnvolle Investition ist, wenn man notorisch herumstöhnt, daß ja kein Geld da sei. Aber diese Frage hätte man vor einigen Jahren auch schon stellen können und eine große Mehrheit der Bevölkerung war aber da zu diesem Zeitpunkt Eis essen, oder beim Kegeln; jedenfalls nicht demonstrierend auf der Straße. Also scheint das so wichtig nicht gewesen zu sein.

Ich selbst glaube schon, daß ein kostenexplosiver Neubau nicht in die heutige Zeit paßt. Auf der anderen Seite vermisse ich aber ganz stark Politiker, die eine klare Linie verfolgen und die genau so klar voranschreiten. Dieses Herumgeeiere ohne Eier jedoch, das finde ich ziemlich doof. Mindestens genauso doof wie den derzeitigen Zustand des Stuttgarter Bahnhofs.

unsichere Sicherheitsausrüstung

Ein Beitrag zum Themengebiet Technik, geschrieben am 20. Mai 2011 von Markus Sorger

In den vergangenen Tagen gab es ja schon in Branchenkreisen Hinweise zu einem Kletterunfall, bei dem auch die Ausrüstung eine Rolle gespielt hatte. Petzl, der Hersteller, rief daraufhin einen bestimmten Artikel aus einem definierten Produktionszeitraum zurück. Heute gibt Petzl nun eine recht umfassende Sicherheitswarnung zu einer breiteren Produktpalette aus einem großen Produktionszeitraum heraus, die Ihr im Anschluß findet.

Natürlich ist es erstmal etwas beunruhigend, plötzlich eine recht umfassende Sicherheitswarnung zu einem Teil der Ausrüstung zu lesen, auf die man sich sonst oft blind verläßt. Auf der anderen Seite finde ich es auch recht beruhigend, daß Petzl sich nicht scheut, erst mal nur aus Verdacht eine Warnung auszusprechen, um die Zeit zu haben, in Ruhe ganz genau hinzuschauen.

„Ganz genau hinschauen“ ist ein gutes Stichwort: vielleicht ist das auch mal ein Anlaß, sich seine Ausrüstung generell mal wieder genauer anzuschauen. Ist alles noch in Ordnung, oder sollte man mal wieder etwas austauschen ?  So eine PSA kann ja nur dann schützen, wenn sie noch nicht verschlissen ist.

Verehrte Kundin, verehrter Kunde,

in Folge eines Unfalles, der sich am 5. Mai 2011 an einem Klettersteig an der Bastille (Grenoble, Frankreich) ereignet hatte, wurde von uns als Vorsichtsmaßnahme am 13.5.2011 ein erster Aufruf zur Überprüfung der Petzl SCORPIO Verbindungsmittel (L60 und L60 CK) bis zum Fertigungsmonat März 2005 veröffentlicht. Informationen und Analysen zeigten jedoch, dass der Fertigungsprozess der Aufreißfalldämpfer einen Schwachpunkt aufweist, der den Fehler (nicht vorhandene Sicherheitsnaht), der den Unfall verursacht hat, erklären könnte.

Als Konsequenz dessen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit des Auftretens dieses Fehlers sehr gering ist, hat Petzl folgende Entscheidungen getroffen:

  1. Vorübergehend die Produktion aller Verbindungsmittel mit Aufreißfalldämpfer einzustellen.
  2. Vorübergehend den Verkauf der SCORPIO und ABSORBICA Verbindungsmittel mit Falldämpfer einzustellen, um die Lagerbestände zu überprüfen.
  3. Erweiterung des Aufrufs vom 13.5.2011 auf alle SCORPIO Verbindungsmittel für Klettersteige, die bis heute verkauft wurden.
  4. Eine sofortige Sicherheitswarnung für alle Petzl ABSORBICA Falldämpfer herauszugeben, mit dem Aufruf diese Produkte nach der außerordentlichen Prüfroutine für PSA sofort zu prüfen. Siehe bitte die Sicherheitswarnung und die Ergänzung zum Vorgehen der PSA Überprüfung bei ABSORBICA Falldämpfern (deutsche Version folgt).

Weitere aktuelle Informationen erhalten Sie hier.

Bitte überprüfen sie die Petzl Website während der nächsten Tage regelmäßig, um die neuesten Informationen bezüglich dieser Sicherheitswarnung zu erhalten.

Videoeinführung

Ein Beitrag zum Themengebiet Firmengeschichten, geschrieben am 16. Mai 2011 von Markus Sorger

Copyright: Saskia Buch / Media Resource Group

Unser Unternehmen darf recht häufig für die Firma Würth arbeiten und so gibt es auch in das Umfeld recht enge Kontakte, so auch zur Reinhold Würth Hochschule in Künzelsau. Dort kann man unter anderem Eventmanagemet studierten. Damit die Studenten mal einen praktischen Einblick in die technischen Möglichkeiten bekommen, waren etwa 20 von ihnen heute bei uns in der Firma. Wir hatten im Lager Technikstationen aufgebaut, an denen wir Infos zu verschiedenen Themen gaben. Ich mußte durfte kurzfristig das Thema Video übernehmen.

Es war ganz interessant die Reaktionen der Studenten auf die modernen Möglichkeiten des Videos zu erleben. Über viele Dinge die für uns Techniker mittlerweile Alltag sind haben sie bisher noch nie nachgedacht und so ist es ganz gut einmal zu zeigen, daß die Grenzen des Machbaren eher in der Phantasie des Planers (und manchmal leider auch im Budget) liegen, als in der technischen Umsetzbarkeit. Mir hat diese Runde auf jeden Fall großen Spaß gemacht.