Offdayausblick

Was für ein Kontrast !  Während vor ein paar Tagen noch der Blick aus dem Hotelfenster am Offday deutlich Tristesse verbreitete und keine positiven Gefühle aufkamen ……

… sah das heute doch deutlich anders aus. Wir sind mittlerweile an der kroatischen Adriaküste und es ist fast T-Shirt – Wetter (na ja … fast). Jedenfalls kann man wunderschön Sonne auftanken, bevor es dann in ein paar Tagen ins graue Deutschland zurückgeht. Ihr seht, es geht mir gut.

Sprüche

Heute gab es im Laufe des Tages zwei Sprüche, die ich ganz lustig fand. Beim Aufbau bat mein Kollege Johannes zwei Helfer, Kabel schön ordentlich im rechten Winkel verlegen. Die Helfer meinten daraufhin, sie könnten diese Anweisung leider nicht befolgen; die Kombination „schön ordentlich“ und „rechts“ würden nicht zusammenpassen.

Später unterhielt ich mich mit dem Pastor der Kirche, wir kamen auf die Glocken zu sprechen und er erzählte, daß die Glocken der Kirche, wie viele andere auch, hier in Bochum gegossen worden wären. Der Betrieb würde seit Jahrzehnten schon Glocken gießen, nur im Krieg habe man Kanonen gegossen. Scherzhaft meinte er: „Sehen Sie, im Grunde ist das nur konsequent. Glocken und Kanonen haben sehr viel gemeinsam: sie versuchen beide, über möglichst große Distanz möglicht viele Menschen zu treffen.“

Ruhrgebietsdialog

„Und ?“

„Un‘ selbs‘ ?“

„Muß ja.“

Als in Duisburg Geborener und Aufgewachsener fühle ich mich den Menschen im Ruhrgebiet ja ganz selbstverständlich verbunden, auch wenn ich heute in der Diaspora wohne und mich zuhause fühle. Und dieser Dialog, den ich heute an unserem Offday beim Gang über den Bochumer Weihnachtsmarkt hörte, sagt eigentlich alles, was man wissen muß, um einen Ruhrgebietler zu verstehen.

Ludwigsburg

Vorgestern waren wir in Ludwigsburg in einer recht schönen, hellen Kirche, in der ich zwischendurch auch kurz zum photographieren kam. Auch die Künstler mochten die Kirche, weil sie schön viel Platz bot.

Ich finde, gerade in so großen Kirchen, in denen auch in der Architektur es was zu beleuchten gibt, wirkt alles noch viel besser.

Monk Catering

Bei dieser Tour haben wir kein eigenes Catering mit dabei, sondern das Essen wird immer örtlich gestellt. Durch die sehr begrenzten Möglichkeiten in vielen Kirchen und die … begrenzten Möglichkeiten … der jeweiligen Caterer ist das Ergebnis immer recht unterschiedlich. Bei einigen Shows hatten wir nun einen Caterer, dessen Namen natürlich hervorragend zu uns paßt: die Firma Monk Catering. Schön ist, daß nicht nur der Name paßt, sondern auch die Leistung. Das Essen war immer gut und weil die Kollegen uns eben einige Male hintereinander bekochten, kennen sie nun auch schon persönliche Vorlieben; man hat also fast das Gefühl eines richtigen Tourcaterings.

Hier mal ein Blick in die heutige Pfarrheimküche, in der gerade unser Abendessen bereitet wird. Eine Horde von 20 Leuten mit unterschiedlichen Vorlieben (inkl. Vegetariern und Allergikern) zufriedenzustellen ist gar nicht so einfach. Ich bin sicher, daß es heute wieder gelingen wird.

Saarbrücker Besonderheiten

Beim heutigen Konzert in Saarbrücken (Ihr seht noch die Probensituation) gibt es ein paar Specials. Erstmal ist der Altar hier wirklich im Mittelpunkt der Kirche. Das ist theologisch super, für unsere Konzerte nicht ganz. Die Sänger tanzen heute gewissermaßen drumrum, was eben ein paar Proben erforderte.

Und dann scheinen die Saarländer ein wirklich diszipliniertes Volk zu sein. Vor allen Kirchen unserer bisherigen Tour standen die Menschen vor Einlaßbeginn in dicken Trauben vor dem Eingang. Hier ist es anders. Hier standen bei beiden Shows die Menschen schön ordentlich in Zweierreihen 300m lang. Was nicht nur bemerkenswert ist, sondern auch ziemlich imposant aussah.

Das Publikum sitzt heute zu drei Seiten der bespielten Fläche, was einen sehr intensiven Kontakt zuläßt; gerade die Musiker sind das ja nicht gewohnt. Matthias, unser Keyboarder, wurde sogar persönlich und mit Namen begrüßt. Sehr schön.

Blauzeit

Wenn man auf Kirchentour ist, dann ist manches anders, als auf einer normalen Tour durch normale Hallen. Beispielsweise gibt es in den wenigsten Kirchen Duschen. Die braucht man aber, wenn man nach dem Abbau nicht stinkend in den Nightliner steigen möchte. Also bucht der örtliche Veranstalter in einem Hotel in der Nähe ein sogenanntes Duschzimmer.

Heute ging das etwas daneben, weil die Rezeption des Hotels schon geschlossen hatte, als wir mit dem Abbau fertig waren; wir kamen also nicht in unser Zimmer. Also telephonierte ich mit Chris, unserem Tourmanager, ob wir nicht im Künstlerhotel ein Zimmer haben könnten. Nun war das Haus ausgebucht und Chris bot uns an, einfach in seinem Zimmer zu duschen (thanx Mate). Brauchten wir also nur noch Handtücher. Und hier scheidet sich nun ein gut Rezeptionist von einem schlechten. Im Hotel Blauzeit (http://www.blauzeit.com/) stießen wir eher auf die letzte Sorte. Die Produktion hatte dort 14 Zimmer gemietet, trotzdem war es ein echtes Problem, vier Handtücher und die Genehmigung, mal eben duschen zu dürfen, zu bekommen. Statt dessen wurden Chris und wir ziemlich angegangen. Letztlich hat dann alles geklappt und die Hausdame war sehr nett und hilfsbereit, trotzdem bleibt ein sehr komischer Geschmack.

… aber immerhin duften wir jetzt alle wohl.

Gute Nacht.