Archiv für September 2006




Freitags in Basel

Ein Beitrag zum Themengebiet Das Palastorchester mit seinem Sänger Max Raabe, unterwegs, geschrieben am 30. September 2006 von Markus Sorger

Nach gemütlichem Ausschlafen und Frühstücken bin ich mit Melanie, unserer Lichtdompteuse, durch Basel und später auch kurz durch Weil am Rhein, gewissermaßen dem deutschen Teil Basels. Basel hat sehr schöne Ecken, tolle Gebäude und auch ein paar genz nette Geschäfte jenseits der üblichen Verdächtigen. Unter anderem den ultimativen Brillenladen für Freunde des hart deutsch gesungenen Rocks.

Optik Ramstein

Gegen Abend dann wieder ins Theater und dort dann mit leichtem Schaudern festgestellt, daß gestern nicht der Brenner der Lampe kaputtgegangen war, sondern irgendwas Grundlegenderes. Der Dimmerkanal oder ein Kabelweg im Lastcore (ein Mehrfachkabel für Lampen). Na toll. Zu Musicalzeiten wurde hier Das Phantom der Oper gespielt und dieser Geist scheint hiergeblieben zu sein. Also so lange herumgeschraubt, bis Max‘ Position wieder hell war (dafür tanzt das Ballett heute etwas dunkler). Da werden wir dann noch mal in Ruhe dranmüssen.

Die Show dann glatt, ohne Zwischenfälle, bei allseits guter Laune und fantastischem Publikum. Schon bei der Annett – Tour war uns ja aufgefallen, daß man in der Schweiz tolle Konzerte haben kann und das wiederholt sich jetzt hier wieder. Schön.

Nach der Show hatte uns der örtliche Veranstalter noch zum Pasta – Essen ins Acqua eingeladen. Eine von der Einrichtung her sehr schöne und wohl auch recht angesagte Restaurant/Club – Kombination, die mir als Restaurant jedoch zu laut und vom Essen enttäuschend war.

Der Tag nach dem Desaster

Ein Beitrag zum Themengebiet Das Palastorchester mit seinem Sänger Max Raabe, geschrieben am 28. September 2006 von Markus Sorger

Um 08:00 Uhr kamen die ersten Lichtkollegen, die komplette Anlage auf den Kopf stellen, um 10:00 waren alle, die irgendwie hätten weiterhelfen können, im Theater und gefunden haben wir — nichts. Die Anlage lief komplett ohne Probleme. Das ist äußerst ärgerlich, weil nur ein gefundener Fehler ein lösbares Problem darstellt. Und so haben wir verschiedene Vorsichtsmaßnamen getroffen, von denen wir freilich nicht wissen, ob sie auch greifen werden. Außerdem haben wir die Zeit genutzt, die üblichen kleinen Fehler, die einem bei einer ersten Vorstellung auffallen, zu beseitigen.

Eins aber muß man dem Baseler Publikum ja mal lassen: schon gestern und auch heute waren sie richtig mit dabei, lachten an den richtigen Stellen, tobten, wenn’s was zu toben gab. Sehr schön ! Die Show verlief dann auch tatsächlich fast problemlos. Nur ein Brenner in einer Lampe, die Max von vorne bescheint, ging irgendwann durch. Aber da hat dann der Spotfahrer ein wenig nachgeholfen und schon sah’s wieder gut aus.

Premierentag Max in Basel

Ein Beitrag zum Themengebiet Das Palastorchester mit seinem Sänger Max Raabe, geschrieben am 27. September 2006 von Markus Sorger

Der Premierentag gestaltete sich extrem anstrengend. Während alle anderen Gewerke planmäßig liefen, machte die Lichtabteilung wirklich Sorgen. Viele ungewöhnliche Fehler, deren Ursachen teilweise gar nicht nachvollziehbar waren. Wenn ein Fehler auftritt und man die Ursache findet, dann ist der Fehler zwar ärgerlich, aber man kann ihn beheben. Findet man die Ursache nicht und plötzlich ist der Fehler wieder weg, dann ist das extrem beunruhigend, weil er ja später wieder auftreten kann. Und so war es dann auch. In der Show gab es plötzlich mehrere Lampen, die auch in Blacks mit etwa 25% leuchteten. Sehr ärgerlich. Da half nur Stecker zieh’n und Max vertrösten.

Sowas macht ja auch nervös. Wenn man beim Drücken jeden Cues Angst haben muß, daß die nächste Katastrophe passiert, macht das einfach keinen Spaß.

In der Pause hektische Fehlersuche. Plötzlich der Fehler wieder weg, alles spielt wie es soll.

Nach der Show Krisensitzung. Morgen werden wir um 08:00 beginnen, den Fehler suchen (wir vermuten irgendeinen DMX (Lichtsteuerprotokoll) – Fuck) und dann haben wir ggf. noch genug Zeit, um uns um Ersatzmaterial zu kümmern, damit Abends sicher alles spielt.

Danach relaxed genug für ein kurzes Premierensektbesäufnis und frühes Schlafengehen.

Aufbau Max Raabe im Musical – Theater in Basel

Ein Beitrag zum Themengebiet Das Palastorchester mit seinem Sänger Max Raabe, geschrieben am 27. September 2006 von Markus Sorger

Gestern begannen wir mit dem Aufbau der Palastrevue im Musical – Theater in Basel. Das Haus ist technisch gesehen ein leerer Raum, es gibt kein Licht, keinen Ton, alles muß mitgebracht werden. Wie bei so vielen Häusern aus der Musicalboom – Ära hat man sich hier verkalkuliert und nach kurzer Zeit mußte der Spielbetrieb aufgegeben werden. Eigentlich schade, denn es sind ja immer neue, großzügig gebaute Häuser, die heute ihr Dasein als Miettheater fristen.

Das Musical Theater in Basel

Theater haben normalerweise viele Angestellte und bei allen eventuell anfallenden Problemen gibt es kompetente Ansprechpartner, egal ob man Schlosser, Schreiner oder Kostümschneider braucht. Hier gibt’s zwei Leute, die das Haus führen. Die zwei sind supernett, auch immer bemüht zu helfen und so klappen fast alle Dinge so, wie man sich das vorstellt. Dafür steht halt den beiden der Schweiß auf der Stirn ;-)

Das Musical Theater in Basel

Um 09:00 begannen wir also mit dem Einbau unseres Lichts, um 12:00 sollte der Truck mit Kulissen, Tontechnik und Kostümen ankommen. Sollte. Aufgrund eines Staus an der Grenze (in den Kommentaren des vorangegangenen Artikels erzählte ich ja schon darüber) kam der Truck aber deutllich später, so daß wir erst um 15:30 mit dem Entladen beginnen konnten.

Ein glücklicher Trucker

So sieht dann ein Trucker aus, der nach über vier Stunden Wartezeit endlich den Schweizer Zoll hinter sich gebracht hat. Während der LKW ausgeladen wurde, mußte unsere Lichtabteilung feststellen, daß das angelieferte Lichtpult nicht ganz den Anforderungen entspricht. Ein größeres Modell war leider kurzfristig nicht aufzutreiben, so daß dann doch die Micro – Version der Großmutter spielen mußte. Lichtkollegen werden Melanie bedauern, weil sie mit diesem Minipult arbeiten muß.

St. Pauli in der Ferne

Schön ist aber, daß man auch im heimatfernen Basel hereinkommt und heimatliche Symbole findet. Wer immer das in der Vergangenheit hier aufgehangen hat, war sicher ein Mensch guten Geschmacks.

Um 00:00 dann erst mal Feierabend; gerade im Lichtbereich blieb aber noch viel zu tun.

Fahrt von Künzelsau nach Basel

Ein Beitrag zum Themengebiet unterwegs, geschrieben am 25. September 2006 von Markus Sorger

Morgens erst mal ausgeschlafen. Tat echt gut. Dann noch eben mal bei der Marbet, der den beiden Würth – Töchtern gehörenden Veranstaltungsagentur, die für die letzten Tage verantwortlich war, vorbeigeschaut, Bilder getauscht, kurz über Schwachpunkte in den letzten Tagen und über zukünftige Projekte gesprochen und mich dann ins Auto nach Basel gesetzt, wo ab morgen Max Raabe ansteht. Die Fahrt war ein wenig frustrierend, weil ich vom strahlenden Sonnenschein in regnerisches (sorry) Scheißwetter gefahren bin. Tut echt nicht not. Da entspanne ich mich jetzt und bin verwundert, daß wirklich mit der Grenze die Leute ganz anders reden. Ich hatte eher mit einem fließenden Übergang gerechnet, aber der ist wirklich sehr hart. Euch auch einen schönen Abend.

Abends noch Melanie, unsere Lichtfrau, vom Flughafen abgeholt. Wer in Basel schon mal dort war wird es kennen: Freiburg, Mulhouse und Basel teilen sich einen gemeinsamen Flughafen auf französischem Boden. Da Basel zur Schweiz gehört und somit kein EU – Mitglied ist, gibt es am Terminal einfach zwei verschiedene Ausgänge, vor denen zwei unterschiedliche Abfertigungen stattfinden: Einreise in die EU (via Frankreich) und Einreise in die Schweiz. Sehr witziges System.

Der Abbau bei Würth

Ein Beitrag zum Themengebiet Industriejobs, geschrieben am 25. September 2006 von Markus Sorger

Am Sonntag dann um 09:00 Abbaubeginn. Ich finde das immer recht komisch: da hat man nun tagelang an einem Job herumgearbeitet, alles gegeben, kaum geschlafen — und dann wird es wieder abgerissen und übrig bleibt nichts weiter, als Container voll Müll. Ich bin danach auch immer ein wenig wie ausgebrannt und etwas deprimiert. Aber so ist das halt und bald kommen ja auch die nächsten spannenden Aufgaben.

Noch mal ein Blick beim Abbau

Zum Glück lief der Abbau recht geschmeidig und tatsächlich war um 18:00 Uhr das Zelt leer und klang wieder genau so hallig, wie am Dienstag bei Aufbaubeginn. Zum Schluß will ich Euch noch mal ein Photo von oben zeigen.

Blick von oben auf unser Zelt

Der dritte Würth – Tag — Ehrungsgala

Ein Beitrag zum Themengebiet Industriejobs, geschrieben am 23. September 2006 von Markus Sorger

Nach vier Stunden Schlaf wegen des Umbaus dann der dritte Tag hier. Nach zwei recht „rustikalen“ Tagen war der dritte schon deutlich eleganter, es ging nämlich darum, Angestellte für deren langjährige Mitarbeit zu danken. Die Biertischbestuhlung wurde komplett entfernt, das Zelt zweigeteilt und in einem Teil eine stufige Bühne mit gepolsteter Reihenbestuhlung aufgebaut, im anderen Teil eine edle Partyzone eingerichtet.

Dekoelemente

Das Motto „Leistung fordern und fördern“ hört sich jetzt erst mal ganz stark nach Bundesagentur für Arbeit und Hartz IV an, ist aber seit langem eines der Motti bei Würth. Man ist sehr stolz darauf, dieses Jahr wieder über 330 neue Auszubildende eingestellt zu haben, weil man darin die Investition in die Zukunft des Unternehmens sieht und auch eine moralische Verpflichtung als Unternehmen gegenüber der Gesellschaft. Daß dabei auf die indivituellen Fähigkeiten des Einzelnen geachtet wird, zeigt beispielsweise der heutige Werksleiter des Stammbetriebs, der vor über 25 Jahren als einfacher Lehrling begann. Oder eben die Jubilare. Der älteste von ihnen, der seine 50jährige Betriebszugehörigkeit feiern konnte (jaja, sowas gibt’s noch), kam als 14jähriger mit Volksschulabschluß in den Betrieb und ist/war (er ist faktisch mit der Ehrung in Rente gegangen) ein leitender Mitarbeiter im Einkauf.

Der Werkschor bei der Ehrungsfeier

Begonnen wurde die Feier mit drei Liedern des Werkschores (es gibt auch eine ziemlich gute Werksband). Daß der Rest der eigentlichen Feierstunde für Außenstehende eher etwas trocken war, ist ja schon verständlich. Erstaunlich für mich aber, wie viele Mitarbeiter allein im Stammbetrieb schon seit 25 und mehr Jahren dabei sind; von den Leuten die es auf 20 oder 10 Jahre gebracht haben mal gar nicht zu sprechen.

Während der Feierstunde bei Würth

Alle Jubilare wurden aufgerufen, es gab Geschichtchen aus der gemeinsamen Zeit, teilweise ganz witzig gemachte Videos. Auf dem Photo sehr Ihr recht gut die Trennung der zwei Teile, die wir aufgebaut hatten. Es sind mit Gaze bespannte Rahmen, die von innen per LED – Stripes beleuchtet werden. Dadurch waren alle Farben und auch Farbverläufe möglich, was wirklich sehr gut aussah.

Der Übergang zwischen Feierstunde und Party

Dieses Photo zeigt den Übergang zwischen offizieller Feierstunde und Party. Später wurde der Ehrungsbühnenbereich abgedunkelt, so daß nur noch die Partylocation blieb; abgegrenzt wieder durch die beleuchteten Rahmen.

Während der Party

Die Party ist wohl ganz gut angekommen, denn das Ende war erst tief in der Nacht. Es gab verschiedene Bereiche, Sofas, Eßtische, Stehtische, einen Barbereich und natürlich eine Tanzfläche, die später gut frequentiert wurde.

Die Band des Abend

Mit zum Gelingen beigetragen hat ganz sicher auch die Band des Abend, die aus lokalen Größen bestand, aber auch mir sehr gut gefallen hat. Bei so einer Feier ist es ja nicht ganz einfach, immer den richtigen Song zu treffen und diese Truppe hatte das echt gut drauf. Sehr stolz sind wir übrigens auch auf den extra für diese Veranstaltung gefertigten beleuchteten Hintergrund. Der ist recht einfach aufzubauen, da modular und ich überlege schon, ob ich da nicht eine ganz bestimmte Künstlerin kenne, bei der ich sowas auch gerne mal mitnehmen würde.

Nachts dann schnell ins Bett, damit noch Energie für den Abbau da ist.

Der zweite Würth – Tag — Jour Fixe

Ein Beitrag zum Themengebiet Industriejobs, geschrieben am 22. September 2006 von Markus Sorger

Heute ist ein legendärer Tag bei Würth, nämlich der Jour Fixe. Knapp 1.500 Mitarbeiter der weltweit 54.400 sind aus den 46 Ländern, in denen die Firma tätig ist, eingeladen worden, nach Künzelsau zu kommen und gemeinsam zu feiern. Dabei ist vom einfachen Lagerarbeiter bis zur Chefetage alles vertreten. Die Stimmung ist an diesem Tag immer euphorisch und das ist auch verständlich. Wenn ein einfacher Arbeiter aus Mexiko oder China die Gelegenheit hat, auf Firmenkosten für eine Woche nach Deutschland zu kommen, dort eine Rundreise zu machen, an einem Tag das Stammwerk zu besichtigen und sogar den „Big Boss“ persönlich kennenzulernen, dann gehen die Emotionen halt hoch.

Die Jour Fixe - Teilnehmer nach dem Mittagessen vor dem Zelt

Heute Morgen um 09:00 war gemeinsamer Frühsport und Begrüßung bei uns im Zelt, dann sind die einzelnen Gruppen los, ihr Tagesprogramm absolvieren. Mittags dann gemeinsamens Mittagessen wieder hier im Zelt.

Teilnehmer des Jour Fixe 2006 bei Würth

Abends dann gemeinsames Feiern und es ist faszinierend, wie die Stimmung von 0 auf 200 innerhalb so kurzer Zeit steigen kann. Jedes Land bemüht sich, möglichst ausgefallen zur Party zu kommen und den „Best dress award“ einzuheimsen. Ein paar Eindrücke seht Ihr oben. Dieses Jahr haben übrigens die Engländer gewonnen, deren Outfit incl. Blinklicht auf dem Bobby – Helm ich tatsächlich auch sehr witzig fand.

Umbau vom Jour Fixe zur Gala

Nachts dann Umbau. Dabei haben wir beispielsweise die normale Bühne fast komplett abgebaut und durch eine stufige Konstruktion ersetzt. Insgesamt wurde der Gesamteindruck des Zeltes komplett anders. Letztlich haben wir auch bis nach 08:00 gebraucht; ’ne lockere 24h – Schicht, an deren Ende schon wieder die Sonne auf unseren „Campingplatz“ fiel.

Das Zelt am Morgen

Freier Tag in Hohenlohe

Ein Beitrag zum Themengebiet unterwegs, geschrieben am 22. September 2006 von Markus Sorger

Nachdem wir gestern ja schon auf die Veranstaltung am Freitag umgebaut hatten, war heute ein freier Tag. Leider wurde er bereits um 08:45 Uhr durch ein Zimmermädchen getrübt, das verwundert darüber war, daß ich noch nicht abgereist sei. Es wäre doch spät genug. Aha. Erstaunlicherweise fiel sie ganz plötzlich tot um, Krähen kamen, um ihren Körper flugs zu beseitigen und bereits nach dreißig Sekunden war Ruhe, als sei nichts geschehen. Äh… oder so ähnlich.

Um 10:30 stand ich dann tatsächlich mal auf, duschte, packte in Ruhe meine Sachen zusammen, verließ das Hotel und faßte ob des sommerlichen Wetters spontan den Plan, schwimmen zu gehen.

Der See, in dem ich schwimmen war

Und da liegt er, der Neumühlesee. Angenehm kühl (ehrlicherweise anfänglich erst erschreckend kühl), ruhig, schön. Der ideale Badesee. Und da Mitte September anscheinend niemand anderes auf die Idee kommt, einen Badetag einzulegen, war ich auch ganz allein.

Die Hauptstraße in Waldenburg

Später dann weiter zum neuen Hotel gefahren. Durch wirklich ländliche Landschaft. Sehr schön, sehr romantisch. Waldenburg ist ein, sorry, Kaff. Meine ich ausnahmsweise mal gar nicht negativ. Schön auf ’nem Berg gelegen, alte Häuser, tolle Aussicht, aber ein Dorf. Luftkurort. Mit Luft, die nach Landwirtschaft schmeckt. Nicht negativ stinkend, sondern angenehm duftend. Heu, Stroh, Vieh. Obwohl ist spontan nicht einen Bauernhof gesehen habe. Der Brunnen auf dem Marktplatz hält die Mittagsruhe ein, damit sich von dem Geplätscher keiner beim Schlafen gestört fühlt. Götz von Berlichingen war hier aus der Gegend.

Aussicht über das Hohenloher Land von Waldenburg aus

Sog mich an der Landschaft, am Duft, am Ort, an der Sonne so voll, daß ich fast barst. Ich weiß nicht, ob Ihr das kennt, aber es gibt für mich manchmal Momente, die allein fast unerträglich schön sind, weil man niemanden hat zum Teilen.

Später im Aussichtsterassencafé gesessen, Zwetschkenkuchen mit Sahne gesessen, gesonnt. Wunderschön. Abends nach Nürnberg, Freunde besuchen, Flammkuchen essen, Federweisser trinken. Auf dem Heimweg mitten in der Pampa angehalten und Sterne geschaut. Klarer, schwarzer Himmel. Ein toller Tag.

Hotel Mainzer Tor, Waldenburg

Ein Beitrag zum Themengebiet Hotels, geschrieben am 21. September 2006 von Markus Sorger
Mein Zimmer im Hotel Mainzer Tor in Waldenburg

Im Rahmen der Würth – Veranstaltungsreihe werden über 1.500 Betten in Hohenlohe benötigt und darum sind einfach alle Zimmer ausgebucht. Wir Techniker müssen dann in etwas weitere Häuser ausweichen. In diesem Fall finde ich das gar nicht schlimm, denn mein neues Hotel gefällt mir deutlich besser als das bisherige. Ich wohne jetzt im Hotel Mainzer Tor in Waldenburg, einem Luftkurort in wunderschöner Lage.

Der Marktplatz in Waldenburg mit dem Hotel Mainzer Tor

Wenn in der hauseigenen Internetseite geschrieben steht, daß die Zimmer mit höchstem Komfort ausgestattet seien, dann ist das natürlich Quatsch und weckt nur Erwartungen, die nicht erfüllt werden können. Wie Ihr oben sehen könnt, sind es einfache, saubere Zimmer mit kleinem Fernseher, Telephon und geräumigem Bad, allerdings ohne Minibar. Im Haus befindet sich aber eine kleine Kneipe (keine seelenlose Hotelbar, sondern ein recht kleiner Raum, der eben eine gemütliche Kneipe ist), ein Café mit Aussichtsterasse und eine eigene Bäckerei. Wenn man vom Hoteleingang hoch zu den Zimmern geht, läuft man an der Backstube vorbei und es duftet ganz hervorragend lecker.

Die Haus ist ein Familienbetrieb und es geht insgesamt sehr familiär zu. Auf die Frage, ob es möglich wäre, mir ein Bügeleisen zu leihen, um mir geschwind meine Hemden zu bügeln, bekam ich zur Antwort, daß ich das als Mann doch eh nicht gescheit könne, ich solle die Hemden mal hergeben. „Sie brauchen die Hemden aber nur vorne bügeln, ich trage sowieso einen Anzug darüber.“ „Sehen Sie, darum mach‘ ich’s lieber selbst. So können Sie doch nicht rumlaufen.“ Keine zehn Minuten später hatte ich zwei hervorragend gebügelte Hemden zurück. Danke Mama :-)

Der Blick aus meinem Hotelzimmer

Das hier ist der Blick aus meinem Zimmerfenster. Ich mag ja so kleine Hotels, solange sie nicht abgeranzt und ungepflegt sind. Das hier ist schön, ich fühle mich wohl und viel mehr zuhause, als in den großen Hotelfabriken, in denen man sonst teilweise wohnt. Daß es einfach ist, wird durch das Zuhausegefühl locker wieder aufgehoben.