Wasch mich, aber mach mich nicht naß

Auf dem Weg zum Bäcker drückte mir heute Morgen eine junge Frau ein Flugblatt einer Bürgerinitiative in die Hand, die gegen die ganzen Handymasten ist und verlangt, daß keine neuen gebaut und die alten demontiert werden. Bei der Kontaktadresse der Initiative ist eine Handynummer angegeben.

Nun.

Das ist ja konsequent.

Tatsächlich frage ich mich, wie sich diese Leute das in der Praxis vorstellen; hieße das ja, daß wir alle unsere Mobiltelephone verschrotten und wieder kabelgebunden telephonieren müßten. Was ich als Reisender durchaus bedauerte. Ob die Leute der Initiative sich das so im Detail überlegt haben ?  Vielleicht müßte ich mal zu so einem Treffen. Durch die Breitbandinitiative der Bundesregierung wird der Funkverkehr in den nächsten Monaten ja noch zunehmen.

Natürlich kann man sich fragen, ob jedes sechsjährige Blag schon mit einem Handy in der Hand rumlaufen muß (in meinen Augen: nein) und ob es wirklich ein Segen ist, daß wir alle 24/7 erreichbar sind (auch hier: nein). Aber die Innovation des Mobiltelephons und auch einer UMTS – Verbindung würde ich nur extrem ungern missen müssen. Touren mit der Kommunikationstechnik von vor 20 Jahren war nicht immer einfach. Obwohl es natürlich auch den Vorteil hatte, daß alles langfristiger vorbereitet war, weil man von unterwegs viel weniger machen konnte.

Früher konnte man allerdings auch bei Bahnfahrten ruhigen Gewissens ein Buch lesen, anstatt sich genötigt zu sehen, per UMTS Mails zu beantworten. Ich glaube, ich überlege mir das noch mal……

Weg mit den Handymasten !

Voltage

Zufällig bin ich auf einen Zeichentrickfilm gestoßen, der mich an die Zeiten der alten, analogen Synthesizer erinnert. Und weil er sehr schön gemacht ist und mir gefällt, will ich ihn Euch nicht vorenthalten. Viel Spaß damit.

There’s a place for us

Genau zu dem Zeitpunkt, in dem auf der Bühne „Somewhere“ aus der West Side Story geprobt wurde, machte ich dieses Photo vom FOH (Mischpultplatz) in der Tribüne. Das sieht auf den ersten Blick viel wilder aus, als es tatsächlich ist. In Wirklichkeit ist der Platz perfekt von der Einsicht, gut vom Hören und so, daß das Publikum einem nicht immer auf die Finger schaut und dumme lästige interessierte Fragen stellt. Zugegeben: die Planenkonstruktion strotzt jetzt nicht vor Eleganz, dafür ist der Platz aber auch bei Starkregen trocken. Und das ist auch ein immenser Vorteil dieser Konstruktion.

Nein, ich will jetzt keine besondere Werbung für diese Boxen machen, sondern etwas über die Konstruktion an sich erzählen. Und dafür (also dafür, daß es in die Box im Zweifelsfall reinregnet) ist sie perfekt geeignet. Die Tonkollegen in Regensburg haben sich nämlich gedacht, daß so eine normale OpenAir – Beschallung nicht das Konzerterlebnis bietet, wie man es in einem richtigen Konzertsaal hätte. Und darum schallern sie Raumklanganteile von unterhalb der Tribüne gegen das Gebäude und von da aus reflektiert es in Richtung Publikum. Dadurch ergibt sich ein richtig guter Raumklang, der mir auch in einer privaten Vorführung im direkten an/aus – Vergleich vorgeführt wurde. Das war schon absolut überzeugend. Gerade für klassische Konzerte (am Abend vor Anna Maria spielte beispielsweise David Garret) ist das eine überzeugende Erfindung.

Rund um das Regensburger Schloßfest

Rund um das Schloß auf dem die Schloßfestspiele stattfanden gibt es natürlich auch noch eine Menge zu sehen. Aber das erwartet man ja in Regensburg auch eigentlich sowieso. Dieser Giebel gehört zu einem Gebäude auf dem Weg zum Schloßgelände.

Und auch diese Fassade kann man sehen, bevor man überhaupt das Schloßgelände erreicht hat. Rund herum gibt es nämlich viele kleine Gassen, in denen man wunderschön spazieren kann.

Aber spätestens wenn man diese Krone auf einem Türmchen sieht kann man sicher sein: jetzt ist man am Schloß angelangt — das gar nicht als Schloß erbaut wurde, sondern als Kloster. Die Familie Thun und Taxis übernahm das Gebäude, nachdem der Klosterbetrieb aufgegeben wurde. Das ist allerdings auch schon knapp 200 Jahre her.

Innen gibt es dann Gänge die so sind, wie man es von einem anständigen bayrischen Schloß erwartet. Schlossig eben. Wenn ich mir diese Wortschöpfung mal erlauben darf. Das Schöne daran: das ganze Gebäude macht im Gegensatz zu vielen anderen Schlössern keinen Museumseindruck, sondern es ist durchaus lebendig. Es wird ja auch immer noch bewohnt und genutzt.

Hier mal ein Blick in einen der Räume, der während des Festivals als Garderobe für Künstler genutzt wird. Sehr gemütlich. Und mal nebenher: hier ist das beste Beispiel, daß man Energiesparlampen einfach nicht überall einsetzen kann. So ein richtiger Kronleuchter sieht einfach nur mit echten Glühlampen gut aus.

Auch auf dem Örtchen beweist man auf einem Schloß Stil. Hier eine der Gästetoiletten auf dem Garderobengang. Also auf dem Gang, den Ihr oben gesehen habt.

Wenn man Angst vor wilden Tieren hat, kommt man aber erst gar nicht bis zu den Garderoben. Dieser Löwe bewacht nämlich das Handlaufende der Treppe, die dorthin führt. Das sieht schon ziemlich echt aus.

Jener Löwe allerdings ist ein wenig gezähmt. Die Bühne steht direkt vor dem Schloßzugang, der rechts und links mit den Raubtieren geschmückt ist. Und so werden die Tiere kunstvoll in den Bühnenbau eingepaßt. Ich finde, es sieht ein wenig so aus, als ob er schwämme.

Und weil wir in Bayern sind, sind auch Sphinxen massiv trinkfest. Außerdem haben sie in guter, alter, bayrischer Tradition einfach mal mehr Holz vor der Hüttn, als es das ägyptische Original hätte. Deshalb wahrscheinlich auch die höhere Standfestigkeit bei all‘ den Getränken.

Nachts wird das ganze Gebäude von außen beleuchtet, was schon recht stimmungsvoll aussieht. Vor allem für all‘ jene, die noch im Schloßgarten sitzen und es der Sphinx gleichtun. Es gibt nämlich recht großzügig Restauration und sogar einen Sternekoch, den man bei geeignetem Wetter im Freien genießen kann.

Und so sieht es im Innenhof aus, wenn das Konzert vorbei ist und für die Show am folgenden Tag umgebaut wird. Hier kann man auch noch mal die sehr aufwendige Tribünenkonstruktion sehen. Ich fand es ein sehr schönes Wochenende und würde sehr gern noch mal wiederkommen dürfen.

Anna Maria Kaufmann beim Schloßfest in Regensburg

Am Samstag hatte ich nach vielen Jahren mal wieder einen Termin mit Anna Maria Kaufmann. Unser Unternehmen wird auch die anstehende Tour im Herbst übernehmen ich darf sie disponieren und so war es sehr praktisch, mit kleiner technischen Besetzung zum Schloßfest nach Regensburg zu fahren, das in wunderschöner Umgebung und mit gelungener technischen Umsetzung stattfindet.

Bekannt wurde Anna Maria Kaufmann als Premierenbesetzung der Christine beim Phantom der Oper in Hamburg. Die männliche Hauptrolle spielte damals Peter Hofmann. Seit dem gehört sie zu den Musicalstars in Deutschland. Auch wenn sie hinter der Bühne eine äußerst freundliche und zurückhaltende Persönlichkeit ist, so ist sie auf der Bühne aber natürlich eine echte Diva — im positiven Sinne. Und so heißt ihr aktuelles Programm auch „Musical – Diva“.

Auch als Evita war sie schon oft zu sehen und weil es auf der Bühne durch die Archtitektur des direkt dahinterliegenden Schlosses einen Balkon gab, durfte diese Nummer natürlich auch nicht fehlen.

Neben einer neunköpfigen Kapelle (Drums, Baß, Gitarre, 3x Keyboards, Violine, Bratsche, Cello) stand auch Franco Leon als Duettpartner mit auf der Bühne. Gerade seine Queen – Stücka aus dem Musical „We will rock you“ fand ich ziemlich überzeugend.

Zu einem echten Musical – Abend gehören natürlich auch Tänzer. Diese Damen und Herren des Deutschen Showballett Berlin machten schon optisch echt was her. Eine der Damen kannte ich übrigens; sie war auch bei Max Raabes Palastrevue mit dabei.

Außerdem weiß ich jetzt auch, daß man Frauen letztlich wie ein Instrument spielen muß. Bei einer Nummer hatten die Mädels Gitarrenkostüme an und die Jungs gaben wilde Soli auf ihnen. Das sah schon sehr witzig aus.

Ihr seht: bei diesen Zutaten konnte es einfach nur ein schöner Abend werden. Und auch das Wetter spielte mit, es gab nicht einen Regentropfen. Im Herbst werden wir dann zwar ohne Balkon, aber dafür mit eigenem Tourset unterwegs sein. Ich selbst kann die Tour leider nicht fahren, aber für die Kollegen wird es sicher eine schöne Zeit.

Tribünenbau

Zur Zeit bin ich mit Anna Maria Kaufmann bei den Schloßfestspielen in Regensburg. Im Innenhof von Schloß St. Emmeram hat man nicht, wie bei vielen anderen Veranstaltungen dieser Art üblich, einfach ein paar Stühle aufgestellt, sondern eine ernsthafte Tribüne aufgebaut. Das sieht nicht nur als Konstruktion gut aus, sondern bietet auch wirklich jedem Besucher perfekte Sicht.

Die Pest

Die größte Belastung an einem Ferienwochenende auf der Autobahn sind nicht die wenigen LKW; die trauen sich kaum noch, Elefantenrennen zu veranstalten. Es sind auch nicht die niederländischen Gespanne; deutsche fahren deutlich unberechenbarer. Es sind …… junge Väter. Die mit cooler Kappe auf’m Kopp und „Sarah on tour“ – Aufkleber auf’m Heck.

Wer fährt mit 115km/h laut Tacho in der 120er Zone auf der ganz linken Spur und wundert sich wild gestikulierend, daß er karawanenweise ganz rechts überholt wird ?  Nicht alte Männer mit Hut, nein, junge Väter. Wer fährt etwa 50m vor der Raststellenausfahrt schon bremsend von ganz links über drei Spuren in die Abfahrt, völlig ignorierend, was sonst noch so auf der Straße passiert ?  Genau: junge Väter. Wer bremst am Anfang einer Tempobegrenzung genau beim Schild hart auf etwa 10% unterhalb der zugelassenen Geschwindigkeit ?  Ihr wißt es schon.

Jungs, wenn Ihr schon im Alltag Eurer Frau den Wagen überlaßt und mit Bus, Bahn, oder Fahrrad zur Arbeit fahrt, dann laßt doch auch bitte im Urlaub die Mädels fahren. Die machen das viel entspannter.

Und hier der aktuelle Verkehrshinweis

Und hier der aktuelle Verkehrshinweis: wegen eines Unfalls in einer Baustelle ist die A7 zwischen Göttingen und Kassel in beiden Richtungen voll gesperrt. Es kommt zu den ersten aufgebauten Grills. Das Bild ist wie immer bei Panoramen größerklickbar.

Nachtrag: das Navi verliert gerade auch schon die Nerven: „Bitte in 300m wenden !“

Damon and the Heathens

Vom Auftritt der Truppe Damon and the Heathens berichtete ich ja schon kurz letzte Woche recht begeistert, jetzt möchte ich meine Lobeshymne auch auf die CD ausweiten. Die ist nämlich ein echter Knaller. Da die Band leider noch keinen Vertrieb hat (das sollte man dringend ändern), muß man sich die Scheibe per MySpace – Mail direkt bei der Band bestellen und bekommt dafür 13 Songs, die nicht immer 100%ig HiFi sind, dafür aber voll von Energie.

Den Stil der Kapelle würde ich mal als Funkrock bezeichnen; bei den ruhigeren Stücken könnte man an einen frühen Tom Waits denken, bei lauteren scheint schon die Tendenz zum Punk durch. Bei allen ist der Einsatz der Bläser immer eine tolle Alternative zu der Musik, die man sonst so hört; zumal die Band über keinen Gitarristen verfügt — den man auch nie vermißt. Damon and the Heathens schafft es bei der offenbar ohne große Overdubs quasi live aufgenommenen CD, die unglaubliche Energie eines Livegigs in eine Studioaufnahme zu pressen. Jederzeit hört man Spielfreude. Außerdem werden elegant musikalische Elemente miteinander verwoben, die eigentlich nicht so viel miteinander zu tun haben. So entsteht eine Platte, die sich nicht so leicht in eine Schublade einordnen läßt. Und das ist ja sehr gut.

Unten kann man nun zwei Songs zur Probe hören. Ganz herzlichen Dank an die Band für die Erlaubnis dafür.

Klingonen, zieht Euch warm an

Schon vor über zwei Wochen machte ich einen Kurs zum Laserschutzbeauftragten. Und weil ich seit heute weiß, daß ich die Prüfung bestanden habe, kann ich ja dann jetzt auch darüber berichten ;-)

Daß Laser gewisse Gefahren birgt war mir ja schon vorher klar. Daß aber bereits 1mW, genau auf die fovea centralis geschossen, zu bösen Verbrennungen im Auge führen kann, war mir so nicht klar. Zum Glück ist der Abstand zwischen Laserquelle und Auge unser Freund, nimmt die Energie doch quadratisch zum Abstand ab.

Zum besuchten Kurs bei der media academy habe ich übrigens eine recht zweigeteilte Meinung: erst mal finde ich gut, die notwendigen Kenntnisse zur Erlangung des Scheins in sehr kurzer Zeit beigebogen zu bekommen. Man muß sich zwar gut konzentrieren, aber es macht den Kurs preisgünstig und man hätte als Freelancer wenig Arbeitsausfall. Auf der anderen Seite glaube ich, daß man sich mit dem Thema durchaus länger beschäftigen könnte, will man wirklich verantwortungsvoll damit umgehen. Außerdem gab es bezüglich der Anmeldungsformalitäten einer Lasershow durchaus sich deutlich widersprechende Informationen zwischen Theorie- und Praxisunterricht.

Der Kurs fand auf dem Berliner Siemens – Gelände statt. An der Fassade eines der Gebäude gab es noch das alte Siemens – Zeichen. Hatte ich so ewig nicht mehr gesehen und erinnerte mich an meine Bastelzeit als Jugendlicher.