Archiv für März 2009




Blitz

Ein Beitrag zum Themengebiet Kastelruther Spatzen, geschrieben am 31. März 2009 von Markus Sorger

Letzte Woche in Holland photographierte das Publikum besonders doll, die hörten überhaupt nicht auf. Da kam mir die Idee, doch mal das blitzende Publikum abzulichten. Diesen Block habe ich also nun ein Stativ mit dabei, das ich an die Bühnenkante stellen kann. Die Göttinger sind heute deutlich zurückhaltender als die Zuschauer in Arnheim, aber fast noch interessanter als die Blitzerei finde ich die Tatsache, wie still einige Leute sitzen !  Die Blende war 15 Sekunden lang offen und es gibt Gesichter, die noch scharf sind. Da hätte ich bei einem Konzert im Leben nicht mit gerechnet. Dabei ist die Stimmung gut und die Leute singen mit. Sehr, sehr merkwürdig.

Anderer Song, weniger Geblitze, Belichtungszeit: 30 Sekunden. Und es sind immer noch Gesichter scharf. Wirklich beachtlich. Da werde ich in den nächsten Tagen noch mal mehr drauf achten.

Lokhalle Göttingen

Ein Beitrag zum Themengebiet Kastelruther Spatzen, Venues, geschrieben am 31. März 2009 von Markus Sorger

Passend zur aktuellen politischen Lage spielen wir heute in der Lokhalle Göttingen. Beklagte ich mich in den letzten Hallen über fehlende Dachlastmöglichkeiten, so sind hier Einzelpunkte bis 5t und eine Gesamtlast bis 20t möglich. Das sollte für die meisten Produktionen in dieser Hallengröße reichen. Ansonsten kann man mit zwei Trucks trocken laden, es gibt genug Garderoben & Büros und sogar kostenloses W-LAN, was leider nicht selbstverständlich ist. Also alles bestens.

Kuscheltier

Ein Beitrag zum Themengebiet reale Welt, geschrieben am 31. März 2009 von Markus Sorger

So ein Blog hat ja im Grunde die selbe Funkion wie früher das Kuscheltier: läuft es mal nicht so, wie man sich das vorstellt, so kann man Peterle (so hieß mein Kuschelopfer) in den Arm nehmen und ihm alles erzählen. Und dann wird es auch schon wieder gut. Ähnlich hier: wenn mir was nicht paßt, kann ich es dem Blog erzählen. Das ändert zwar auch nichts, aber wenigstens bin ich es mal losgeworden. Grund meines Greinens ist der Verlust einfacher Genüsse. So ist es im Spar Edeka – Markt meines Vertrauens leider mittlerweile nicht mehr möglich, frische Vollmilch zu bekommen. Die Regale sind voll von längerfrischer ESL – Milch, die, mit Verlaub, einfach scheiße schmeckt. Da kann ich auch direkt H-Milch kaufen. Als Alternative bleibt einem nur die leider deutlich teure Landmilch.

Ähnlich ist es mit den Brötchen am Hamburger Hauptbahnhof, an denen ich heute Morgen hungrig vorbeistrich: ein einfaches, knackiges Brötchen mit Butter & Käse ist nicht mehr zu bekommen. Es muß gleich das Monsterbaguette mit Remoulade, Tomate, Gurke & Salat sein, aus dem die Zutaten schon herausquillen und bei dem vom eigentlichen Genuß eines leckeren Käses nichts mehr übrigbleibt. Dabei gilt doch: die einfachen Genüsse sind die besten.

So, und jetzt kann ich Peterle wieder weglegen.

Mitbringen

Ein Beitrag zum Themengebiet Kastelruther Spatzen, unterwegs, geschrieben am 27. März 2009 von Markus Sorger

In der Halle hing heute übrigens auch dieser Zettel, dessen Mitbringklausel mir schon ein Schmunzeln hervorlockte.

Erinnerung an alte Zeiten

Ein Beitrag zum Themengebiet Kastelruther Spatzen, Venues, geschrieben am 27. März 2009 von Markus Sorger

Diese ganze Hallenumbenennerei macht einen manchmal ganz wuschig. Da sitzt man bei der Vorbereitung einer Show, freut sich darüber, daß es in Würzburg mit der S.Oliver – Arena wohl eine neue Halle geben soll — und dann ist es doch nur die alte Carl Diem Halle von jeher. Ob sich der Modehersteller mit dem Kauf der Namensrechte für diese alte Halle einen echten Gefallen getan hat, wage ich mal dezent zu bezweifeln, ist sie doch letztlich auch nur eine ganz normale Vierfeldschulsporthalle mit ein wenig Tribüne.

Ehrlicherweise hat sich seit meinem letzten Besuch hier vor etwa acht Jahren mit MOTD (Huhu Maddin) schon etwas getan. Immerhin gibt es jetzt auch Toiletten mit Klobrillen und nicht nur die vandalensichere Variante ohne. Außerdem existiert jetzt auch ein Cateringraum. Aber ansonsten… Mich wundert ja, daß es in Würzburg keine gescheite Alternative gibt. Auch tut mir immer der Boden leid. In der Halle liegt ein weicher Sportboden, in den schwere Cases tief einsinken, die dann durch die Halle geprügelt werden, weil natürlich der Ladezugang auf der gegenüberliegenden Seite liegt. Immerhin sind die Duschen sauber…

Die Lösung aller Funkprobleme

Ein Beitrag zum Themengebiet Schwachsinn, Technik, geschrieben am 27. März 2009 von Markus Sorger

Ich weiß gar nicht, warum wir Veranstaltungshansels uns so wegen der sich verändernden Funksituation für unsere Mikros aufregen; Hilfe naht doch !  Heute sah ich diese Anzeige in der aktuellen Expert – Beilage zur Zeitung. Sony ist ja auch ein renomierter Hersteller, da bekommt man für wenig Geld sicher hochwertige Qualität geboten. Shure, Sennheiser, AKG und AudioTechnika können also einpacken mit ihren Strecken, die teilweise 6.000,00€ kosten. Sony räumt mal so richtig auf. Und ich kann mir auch Michael in London perfekt mit diesem Modell vorstellen. Oder auch Brian Johnson. Super. Endlich Licht in der Finsternis.

Es leben Vla, Hopjes und Stroop

Ein Beitrag zum Themengebiet Kastelruther Spatzen, Venues, geschrieben am 26. März 2009 von Markus Sorger

Nachdem wir gestern in einem echten Hallenurgestein waren, sind wir heute in einem Bau, der sicher genau so alt ist, aber dann doch nicht mehr ganz so zeitgemäß. Die Rijnhal in Arnheim ist ein Gebäude mit Tonnendach und … nicht mehr ganz optimalen sanitären Einrichtungen. Um es freundlich zu formulieren. Der Großteil der Crew hat nicht geduscht. Wenn man dann noch richtig riggen könnte, dann wäre es hier gar nicht sooooo schlecht, denn immerhin gibt es reichlich Platz und akzeptable Loadingmöglichkeiten.

Großer Vorteil einer Show in den Niederlanden sind aber die Einkaufsmöglichkeiten. Dabei meine ich jetzt gar nicht die Rauchwaren, die dem ein oder anderen in  den Sinn kommen, sondern eher örtliche Delikatessen, die ich während meiner Segelei kennenlernen durfte und in Deutschland nur schwer zu bekommen sind. Konsequenterweise bin ich mit dem Runner auch zum nächsten Albert Heijn (Wikipedia) XL – Supermarkt gefahren um reichlich einzukaufen. Lekker.

Nachtrag 23:45 Uhr: Die Show war recht lustig; die Holländer feiern mehr als die Deutschen, trinken auch mehr und haben einen ziemlichen Spaß. Der Abbau geht jetzt extrem zügig; wir haben auch 650km bis nach Würzburg vor uns. Der einzige wirklich lange Trip auf der Tour und zum Glück schneit es nicht mehr.

Kinder, der Tod ist gar nicht so schlimm

Ein Beitrag zum Themengebiet Bücher, geschrieben am 25. März 2009 von Markus Sorger

Was Tim Renner da in seinem im letzten Herbst überarbeiteten Klassiker über die Musikbranche schreibt, scheint mir als Rezept für unsere derzeitige weltökonomische Lage durchaus brauchbar: das System krankt an erbsenzählenden Knödelpupsern, deren Controlling einfach jede Eigeninitiative, jedes Feuer verhindert und braucht mutige, engagierte, eigenverantwortliche Menschen, die für ihre Sache brennen. Es kommt nicht auf die pc eines Verantwortlichen an, sondern auf die Bereitschaft, ungewöhnliche Wege zu gehen. Das Ganze gibt es schon als Volksweisheit: „Wer wagt, gewinnt.“ Damit könnte ich meinen Artikel über das Buch eigentlich schließen. Dabei beinhaltet es neben diesem Fazit viel mehr.

Tim Renner zeigt in prägnanten Beispielen die Entwicklung der Plattenindustrie von den ersten Schellackplatten bis heute, erzählt von den mutigen Entwicklungen, kleinlichen Verfehlungen und zeigt so, wie es zur heutigen Kriese kommen mußte, warum sie glasklar absehbar war. Nun ist es ja leicht, im Nachhinein alles besser zu wissen. Das Buch macht aber nicht im Jetzt halt, sondern entwirft Ideen und Strategien, wie die gesamte Medienlandschaft sich entwickeln und dabei seinen Einfluß wieder festigen kann. Dabei bleibt Renner durchaus selbstkritisch. Immerhin war auch er ja mal Universal – Chef.

Das Buch ist tatsächlich nicht nur für den Insider interessant, sondern für jeden, der sich ein wenig für die Geschichte der Tonkonserven interessiert. Wer sich es kaufen möchte sollte darauf achten, die überarbeitete Version zu erstehen. Die veraltete Originalausgabe ist auch noch erhältlich.

Mundschenk

Ein Beitrag zum Themengebiet Kastelruther Spatzen, Kollegen, geschrieben am 25. März 2009 von Markus Sorger

Wir sind heute in der Philipshalle Düsseldorf, einem Venue, den ich seit meiner Jugend mit Kiss, AC/DC und Motörhead verbinde. Diese Bands sind ein guter Anlaß, mal unsere Leibköche vorzustellen, läuft doch stilistisch diese Musik in der Küche. Matze und Maik sind als Köche für die Laune auf Tour wichtiger als alle anderen Faktoren des Tages — und zum Glück tragen sie diese Verantwortung locker und mit Bravur. Kaum hat man einen Wunsch mal in einem Nebensatz geäußert, schon steht das Gewünschte auf dem Tisch. Dabei müssen sie selbst den widrigsten Umständen trotzen: im Berliner Friedrichstadtpalast beispielsweise ist das Kochen grundsätzlich verboten, so daß sie draußen auf der Laderampe brutschelten. Anfang März. Kalt. Dafür auch hier noch mal danke.

Die beiden sind so ehrgeizig, daß in den meisten Städten der Frühstückstisch schon gedeckt ist, wenn wir Techniker um kurz nach 09:00 in die Halle stolpern. Kann man mehr verlangen ?  Nein !

Saarlandhalle Saarbrücken

Ein Beitrag zum Themengebiet Kastelruther Spatzen, Venues, geschrieben am 24. März 2009 von Markus Sorger

Nachdem geklärt ist, wo wir heute sind, kann ich Euch ja auch Bilder aus der Halle zeigen. In der Saarlandhalle war ich mal eine ganze Zeit lang häufiger und jetzt auch ein paar Jahre nicht. In dieser Halle hatte ich mal eine Schwarzarbeiter – Kontrolle der BfA; sehr lustig. Das ganze Gelände wurde von einer Hundertschaft umzingelt, damit keiner abhauen konnte und dann wurde jeder kontrolliert. Alle Räume, auch Toiletten und abgelegene Lager, wurden abgesucht. Die ganze Geschichte war insofern spannend, weil neben Deutschen auch Niederländer, Kanadier, Amis und Franzosen mit dabei waren, was die Beamten deutlich ins Schleudern brachte. Von den über 80 örtlichen Helfern waren damals zwei beim Amt mit dem großen A gemeldet; das war natürlich ärgerlich für sie.