{"id":675,"date":"2006-12-23T12:47:51","date_gmt":"2006-12-23T11:47:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tour-blog.de\/?p=675"},"modified":"2008-03-12T16:57:16","modified_gmt":"2008-03-12T15:57:16","slug":"texas-lightning-im-schauspielhaus-hamburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tour-blog.de\/?p=675","title":{"rendered":"Texas Lightning im Schauspielhaus Hamburg"},"content":{"rendered":"<p>Heute mal ein Konzertbericht ohne Bilder. Warum ?  Weil ich nicht wu\u00dfte, was mich erwartet. Ich war zu dem Abend eingeladen worden; nach dem Motto &#8222;Halt&#8216; Dir mal den Abend frei.&#8220;. Als es dann losging frug ich, wohin&#8217;s denn ginge und erfuhr, da\u00df wir ins <a href=\"http:\/\/www.schauspielhaus.de\/\" target=\"_blank\" title=\"Deutsches Schauspielhaus, Hamburg\">Schauspielhaus<\/a> gingen; mehr verriet man mir nicht. Danach f\u00e4llte ich ein paar folgenschwere Fehlentscheidungen: erstens zog ich einen Anzug an, sch\u00f6n mit Krawatte, und zweitens lie\u00df ich die Kamera zuhause. Ich rechnete mit einem vorweihnachtlichen Theaterst\u00fcck und im Schauspielhaus w\u00e4hrenddessen zu photographieren empfand ich als Sakrileg. Erst im Theater, wir waren schon auf dem Weg zu unseren Pl\u00e4tzen (erste Reihe Mitte im Rang, schon sehr tolle Pl\u00e4tze) fand ich dann heraus, worum&#8217;s denn ging. Da sa\u00df ich dann nun. Leicht overdressed und ohne Kamera.<\/p>\n<p>Ich war bisher nur arbeitenderweise im Schauspielhaus, bin privat er Operng\u00e4nger als Schauspielgucker, und ehrlicherweise finde ich den Saal in der Einla\u00dfphase aus Zuschauersicht sehr ranzig beleuchtet. Besseres Putzlicht. Da\u00df sich da bisher keiner Gedanken drum gemacht hat, entzieht sich meines Verst\u00e4ndnisses. Es gibt den Kronleuchter im hinteren Teil des Parketts (in dem auch mal das ein oder andere Leuchtmittel ersetzt werden k\u00f6nnte), aber die vordere, reich verzierte Gew\u00f6lbedecke ist v\u00f6llig unbeleuchtet. Dabei w\u00e4re das ohne weiteres ganz einfach m\u00f6glich. Na ja, egal, darum soll es ja heute nicht gehen. Da\u00df <a href=\"http:\/\/www.texaslightning.net\/\" target=\"_blank\" title=\"Texas Lightning\">Texas Lightning<\/a> dieses Haus als Konzertort w\u00e4hlte, kann ich verstehen: ihr gr\u00f6\u00dfter Erfolg, der Sieg der nationalen Grand Prix &#8211; Ausscheidung, war hier. Da kommt man ja mal ganz gerne zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Aufbau gefiel mir sehr gut; sch\u00f6n aufger\u00e4umt, mit (k\u00fcnstlichem) Lagerfeuer, fast wie Tannenb\u00e4ume beleuchteten gro\u00dfen Kakteen und statt der \u00fcblichen B\u00fctecs gab es unverkleidete Theaterportablen aus Holz als Podest f\u00fcr Schlagzeug und Pedalsteel. Das pa\u00dfte sehr gut zum Gesamtbild.<\/p>\n<p>Die Show wirklich gut gemacht und mit toller Stimmung. Ehrlicherweise ist Texas Lightning ja &#8217;ne bessere Coverband. Das Geheimnis liegt darin, bekannte Songs zu nehmen und ihnen ein Country &#8211; Gewand \u00fcberzuziehen. Das klappt richtig gut und manchmal hat man fast den Eindruck, da\u00df die St\u00fccke eigentlich jetzt erst ihr wahres Gesicht zeigen, ihre richtige Qualit\u00e4t bekommen. &#8222;Like a virgin&#8220; beispielsweise gef\u00e4llt mir als Countrycover deutlich besser als das Original. Und das, obwohl ich Madonna f\u00fcr eine der begnadetsten K\u00fcnstlerinnen alive halte. Auch vor deutschen Songs macht man nicht halt. &#8222;Ich bin ich&#8220; von Rosenstolz wird mit einem englischen Text versehen und wirkt pl\u00f6tzlich sehr viel relaxter (da ich Rosenstolz nicht so mag, ist das auch nicht schwer), oder auch Reinhard Mays Klassiker &#8222;\u00dcber den Wolken&#8220; ist vor einer englischen Countryversion nicht sicher. Bemerkenswert finde ich, da\u00df es nie peinlich wird oder man denkt &#8222;Na jetzt haben sie den Bogen aber \u00fcberspannt.&#8220;. Ganz im Gegenteil, die Songs treiben mir immer ein Grinsen ins Gesicht.<\/p>\n<p>Da\u00df es nicht nur mir gef\u00e4llt, merkt man dann am frenetischen Mitklatschen der anderen Konzertbesucher. Und da kommt ja eine urdeutsche Eigenschaft zum Vorschein. In fast allen Musikrichtungen wird die 2 und die 4 des Taktes betont. Da spielt die Snare des Schlagzeugs, da wird der Schellenkranz geschlagen (hier tats\u00e4chlich; was das Publikum geflissentlich \u00fcbersieht). Und \u00fcberall auf der Welt klatschen da auch die Leute. Nur nicht in Deutschland. Da wird auf 1 und 3 geklatscht. Der einzige Musikstil, bei dem die 1 und die 3 betont werden ist der Marsch. Da m\u00f6ge man dann mal dr\u00fcber nachdenken; es scheint in deutschen Genen zu liegen. Ich kenne einige internationale K\u00fcnstler, die bei ihrem ersten Deutschlandauftritt aus dem Takt gekommen und heillos gestrandet sind, weil sie vom deutschen Rhythmus \u00fcberrannt wurden.<\/p>\n<p>Weil es eine Weihnachtsshow war, gab es auch Geschenke; n\u00e4mlich G\u00e4ste. Zum einen den Dauergast Niels, der Pedalsteel und ein paar Slidegitarren bediente. Dann hatte die Band ein wei\u00dfrussisches Trio (umwerfend gute Ba\u00dfbalalaika, Knopfakkordeon und eine Art russische Manoline) aufgetan, das ebenfalls und v\u00f6llig zu Recht frenetisch gefeiert wurde. Allerdings war die Begeisterung noch nichts gegen die beim n\u00e4chsten Gast: Mr. Piggy alias Schildkr\u00f6te sang und bediente so umwerfend das Rock &#8217;n&#8216; Roll &#8211; Klavier, da\u00df man sich schon Gedanken \u00fcber die Statik des Hauses machen mu\u00dfte. Zu guter Letzt kam noch Sascha, der tats\u00e4chlich als Countrys\u00e4nger eine wirklich gute Figur machte (was mich ehrlicherweise erstaunte; aber man mu\u00df ja auch bereit sein, Vorurteile aufzugeben). Insgesamt eine tolle, spa\u00dfige Show, die mit dem grandios countryfizierten AC\/DC &#8211; Song &#8222;Highway to hell&#8220; nach \u00fcber zwei Stunden ein Ende hatte. Fast.<\/p>\n<p>Da\u00df es danach dann noch meinen <a href=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/?p=672\" target=\"_blank\" title=\"Der Song, der mir Weihnachten vermiest\">meistgeha\u00dften Song<\/a> gab, wenngleich auch er tats\u00e4chlich als Countrysong besser war als das Original (ist ja auch nicht schwer), will ich niemandem negativ ankreiden.<\/p>\n<p>Der Sound war die ganze Show \u00fcber wirklich exzellent, nur das Licht&#8230; das Licht&#8230;&#8230; Ich wei\u00df nicht, wer das Licht gemacht hat. Wenn es ein Lehrlingsprojekt der Schauspielhausazubis war, dann h\u00e4tte der betreuende Meister da mal eingreifen m\u00fcssen. Sollte es ein Profi gewesen sein, der da auch noch Geld f\u00fcr bekommt, dann hoffe ich einfach mal, da\u00df er die Show vorher noch nie gesehen hat und die Techniker f\u00fcr den Aufbau erst ganz, ganz sp\u00e4t auf die B\u00fchne durften und einfach keine Zeit war, sich richtig vorzubereiten. Es war n\u00e4mlich schlecht. Holzig. Lieblos. Durcheinander. Singende K\u00fcnstler bekamen irgendwann mal Licht. Lampen gingen sehr hart und v\u00f6llig unpassend an und aus (ohne Fade, einfach <strong>AN<\/strong> und <strong>AUS<\/strong>), es wurde gepr\u00f6belt. Nicht sch\u00f6n. \u00dcben !<\/p>\n<p>Trotzdem unter&#8217;m Strich ein sch\u00f6nes Konzert mit witzig arrangierten Songs von guten Musikern. Anschauenswert !<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute mal ein Konzertbericht ohne Bilder. Warum ? Weil ich nicht wu\u00dfte, was mich erwartet. Ich war zu dem Abend eingeladen worden; nach dem Motto &#8222;Halt&#8216; Dir mal den Abend frei.&#8220;. Als es dann losging frug ich, wohin&#8217;s denn ginge und erfuhr, da\u00df wir ins Schauspielhaus gingen; mehr verriet man mir nicht. 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