{"id":4436,"date":"2015-01-07T17:17:47","date_gmt":"2015-01-07T16:17:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tour-blog.de\/?p=4436"},"modified":"2015-01-07T17:43:23","modified_gmt":"2015-01-07T16:43:23","slug":"mageva","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tour-blog.de\/?p=4436","title":{"rendered":"MageVA"},"content":{"rendered":"<p>Die Ereignisse der letzten Wochen und des heutigen Tages haben mich dazu bewogen, dieses Blog zumindest f\u00fcr diesen einen Artikel mal aus seinem Tiefschlaf zu wecken und eine neue Bewegung zu gr\u00fcnden: MageVA &#8212; Markus gegen die Verdummung des Abendlandes. Das was ich lese und h\u00f6re ist so einseitig, egal aus welcher Ecke es kommt, da\u00df es echt schon weh tut. Ich frage mich, ob Menschen wirklich so eindimensional sind, ob Diekmanns Brandstifterblatt tats\u00e4chlich jegliches eigene Denken hat absterben lassen und ob die M\u00f6glichkeit des Internets, sich nur noch die Informationen herauszusuchen, die man auch lesen will, wirklich heilbringend sind. Dieser Artikel wird lang und sicher nicht politisch korrekt. Es werden &#8222;Ja, aber&#8220; &#8211; S\u00e4tze, darin vorkommen und ich bin sicher kein Brauner. Und ganz sicher werde ich keine L\u00f6sungen pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen. Aber eine Menge Gedanken.<\/p>\n<p>Wenn wir ehrlich sind, dann hat es in Deutschland und Europa seit dem Krieg nichtmal ansatzweise sowas wie Einwanderungs-, Ausl\u00e4nder-, Integrations- oder Asylpolitik gegeben. Jedenfalls nichts, was System gehabt h\u00e4tte. Man hat sich mal durchschlawinert, irgendwie ging es immer, aber jetzt ist man schon l\u00e4nger an einem Punkt, an dem uns das um die Ohren fliegt. Keine der Parteien oder Nachfolgeorganisationen, die in den letzten 65 Jahren an einer Regierung der deutschen Staaten beteiligt war, kann sich aus der Verantwortung ziehen, oder mit dem Finger auf andere zeigen. Und von den anderen Parteien h\u00f6rt man auch nur Unfug.<\/p>\n<p>Grund f\u00fcr geduldete V\u00f6lkerwanderungen waren bislang ausschlie\u00dflich wirtschaftliche Notwendigkeiten: man brauchte billige Arbeitskr\u00e4fte, also karrte man sie aus Gegenden heran, in denen es keine Arbeit gab, steckte sie in irgendwelche Ghettos und dachte anf\u00e4nglich, da\u00df man sie einfach wieder in die Heimat zur\u00fcckschicken kann, wenn man sie nicht mehr braucht. An dieser Sichtweise hat sich auch bis heute nichts ge\u00e4ndert, nur hei\u00dft es heute, da\u00df wir Zuwanderer brauchen, weil sonst die Sozialsysteme zusammenbrechen. Die Deutschen vermehren sich halt nicht mehr. Und Fachkr\u00e4fte m\u00f6gen nat\u00fcrlich bitte auch kommen. Perfekt ausgebildet und arbeitsam. Alle Gedanken, die dar\u00fcber hinausgehen, wurden Seitens der Politik bis heute nicht ernsthaft diskutiert. So etwas wie Integration wurde nat\u00fcrlich immer dann gefordert, wenn der gemeine Deutsche etwas nicht verstand, was er da sah. Integration gef\u00f6rdert allerdings nicht. Das ginge ja auch zu weit, wenn ich mich als Hochkulturdeutscher wohlm\u00f6glich mit Fremden, mit <em>Gastarbeitern<\/em>, auseinandersetzen m\u00fc\u00dfte. Dabei ist eben der Punkt Integration der Schl\u00fcssel zu allen Problemen, die wir heute haben.<\/p>\n<p>Jeden Ausl\u00e4nder, der unser Land betritt, m\u00fcssen wir mit Handschlag begr\u00fc\u00dfen, ihm sagen, da\u00df wir uns \u00fcber ihn freuen &#8212; und dann knallhart integrieren. Das hei\u00dft: jeder, der nach zwei, drei Jahren kein gebrauchsf\u00e4higes Deutsch spricht, jeder, der unsere freiheitlich &#8211; demokratische Grundordnung und unser Rechtssystem nicht akzeptiert, mu\u00df wieder gehen, weil er gar nicht hier leben m\u00f6chte. Auch zur\u00fcck in unsichere Staaten. Entscheide Dich, ob Du hier leben m\u00f6chtest und dann lebe <em>hier<\/em>. Oder lebe in Deinen Gedanken in Deiner alten Heimat, aber dann mu\u00dft Du auch dorthin zur\u00fcck. Das h\u00f6rt sich erstmal nach einer Forderung an die Zuwanderer an, ist es nat\u00fcrlich auch, aber es ist auch eine harte Forderung an uns: wir m\u00fcssen Zuwanderern die Chance geben, sich zu integrieren. Wenn Menschen heute manchmal jahrelang in irgendwelchen Lagern verbringen, ihnen faktisch\u00a0<em>verboten<\/em> wird, die Sprache zu lernen, zu arbeiten, Kontakte zu kn\u00fcpfen, wenn ihnen nichts anderes bleibt, als stumpfe Langeweile, dann d\u00fcrfen wir uns nicht wundern, wenn sie hier mit ihrem Herzen nicht ankommen. Wir m\u00fcssen Integration fordern und wir m\u00fcssen Integration bieten. Kompromi\u00dflos. Integration bedeutet auch Arbeit, bedeutet Perspektive, bedeutet heimisch f\u00fchlen in neuer Heimat. Sonst entstehen all&#8216; die Subkulturen, vor denen wir uns heute f\u00fcrchten, sonst importieren wir die Probleme der Ursprungsl\u00e4nder in unser Land. Genau das darf nicht passieren. Weil wir &#8222;Eingeborenen&#8220; das nicht wollen und weil sonst Fl\u00fcchtlinge v\u00f6llig umsonst geflohen sind.<\/p>\n<p>Es gab vor ein paar Jahren eine Diskussion \u00fcber den Begriff der deutschen Leitkultur. Diese Diskussion ist damals ungl\u00fccklich gef\u00fchrt worden, ganz falsch ist sie nicht. Deutschland lebt in Frieden und wirtschaftlich guter Situation bei relativ starker sozialer Absicherung mit geringer Arbeitslosigkeit, weil wir eben eine gewisse Leitkultur haben. Menschen, die hier leben m\u00f6chten, m\u00fcssen sich an diese Kultur halten, damit wir auch in Zukunft und f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen aller Menschen die hier leben, diesen Lebensstandard halten k\u00f6nnen. Das gilt f\u00fcr alle, Deutsche wie Nichtdeutsche.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen begreifen, da\u00df Islam und Islamismus ungef\u00e4hr genausoviel miteinander zu tun haben, wie landeskirchliche Christen und Opus Dei oder Amische. Wenn die Forderung &#8222;Muslime raus&#8220; auch nur ansatzweise gesellschaftsf\u00e4hig wird, dann sind wir wieder im Jahr 1933 angekommen, dann sind wir nicht weit von &#8222;Juden raus&#8220; und &#8222;Behinderte weg&#8220;. Jeder von uns hat das Recht, an das zu glauben, an das er eben glaubt (darum hei\u00dft Religion ja auch Glauben), solange er sich an das Grundgesetz und unsere Rechtsordnung h\u00e4lt. Da\u00df die PEgIdA ausgerechnet in Dresden so stark ist, also in einer Gegend, in der nur etwa 1% der Bev\u00f6lkerung dem Islam angeh\u00f6ren, zeigt, da\u00df die Menschen dort in der Vergangenheit Toleranz nicht gelernt haben. Und zeigt allerdings auch, da\u00df die politische F\u00fchrung es massiv vers\u00e4umt hat, Politik so zu verkaufen, da\u00df sie bei den Menschen ankommt. Das hei\u00dft nicht, da\u00df Politik dem Volk nach dem Mund reden soll, genau das nicht. Politiker m\u00fcssen mutig Richtungen vorgeben und sie \u00fcberzeugt und \u00fcberzeugend pr\u00e4sentieren. Daran hapert es aber nat\u00fcrlich. Viel zu oft h\u00f6rt man nur inhaltsloses Gew\u00e4sch, akustischen Durchfall. Damit kann man nicht f\u00fchren.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kann Deutschland auch als reiches Land nicht alle Fl\u00fcchtlinge dieser Welt aufnehmen. Und selbst wenn Deutschland dazu in der Lage w\u00e4re, d\u00fcrfte es Deutschland nicht, weil es nicht gut f\u00fcr die Ursprungsl\u00e4nder der Fl\u00fcchtlinge w\u00e4re. Schon jetzt ist es so, da\u00df bei uns als Fl\u00fcchtlinge eher die bessergestellten, gebildeten Schichten ankommen, weil nur sie in der Lage sind, die erheblichen Kosten einer Flucht nach Europa auch zu bezahlen. F\u00fcr uns in Deutschland ist es nat\u00fcrlich super, wenn gebildete Menschen zu uns kommen. Wir k\u00f6nnen sie hier ja gut gebrauchen, um unsere eigene Wirtschaft anzukurbeln. In den Ursprungsl\u00e4ndern ist es aber fatal, wenn es dort faktisch keine \u00c4rzte und Ingenieure mehr gibt. Deshalb mu\u00df es das vorrangige Ziel aller politischen Bem\u00fchungen sein, die Menschen in ihren L\u00e4ndern zu halten. Allerdings nicht durch un\u00fcberwindbare Z\u00e4une und Mauern an den Au\u00dfengrenzen der EU, sondern durch Verbesserung der Situation in den L\u00e4ndern. Das, zugegeben, ist eine echte, wirkliche Herausforderung, zu der ich auch keine Patentrezepte habe. Milit\u00e4rische Intervention fremder M\u00e4chte auf dem afrikanischen Kontinent, zu dem ich auch den arabischen Raum z\u00e4hle, haben bislang immer zum Desaster gef\u00fchrt. Bildung scheint mir der einzige Weg zu sein, um langfristig (!) den Kontinent in eine bessere Zukunft zu f\u00fchren. In der Geschichte haben die Kolonialm\u00e4chte England und Deutschland mit dem Verbreiten der swahilischen Sprache statt der kleinzelligen Stammessprachen schon dazu beigetragen, da\u00df in gewissen Gegenden statt Stammesgedanken sowas wie ein Nationalgedanke verst\u00e4rkt wurde (ja, ja, die Kolonialm\u00e4chte haben auch ganz viel schlechte Dinge da verzapft, ich will das nicht sch\u00f6nreden). Afrika mu\u00df weg vom kleinteiligen Denken der Clans zu gesamtgesellschaftlichem, tolerantem Denken. Nur so k\u00f6nnen sich dort stabile, friedliche Staaten entwickeln, in denen dann die Menschen auch leben wollen, ohne zu fliehen.<\/p>\n<p>In diesem Punkt schlie\u00dft sich \u00fcbrigens wieder der Kreis zu uns hier in Deutschland: wenn wir nicht bereit sind, Muslime zu akzeptieren, wie wollen wir denn dann von Schiiten verlangen, da\u00df sie Suniten akzeptieren und von Suniten, da\u00df sie mit Charidschiten zusammenleben ? \u00a0Das gesamtgesellschaftliche, tolerante Denken, das wir in Afrika so dringend brauchen, um es zu einem stabilen, friedlichen Kontinent zu machen, d\u00fcrfen wir hier nicht verlieren.<\/p>\n<p>Sehr gern wird auch gesagt, da\u00df Verfolgte ja gern kommen d\u00fcrfen, Wirtschaftsfl\u00fcchtlinge aber nicht. Dabei wird vergessen, wie hoch der Leidensdruck sein mu\u00df, um seine Heimat aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden zu verlassen, um Arbeit und Brot zu finden. Schon hier in Deutschland f\u00e4llt es tausenden Menschen etwa\u00a0in Brandenburg schwer, ihre heimatliche Scholle zu verlassen und beispielsweise ins Schw\u00e4bische zu ziehen, wo h\u00e4nderingend nach Arbeitskr\u00e4ften gesucht wird. Sie beziehen lieber Hartz IV, als die Ver\u00e4nderung zu wagen. Wie gro\u00df mu\u00df der Druck also sein, um nicht nur innerhalb seines Staates umzuziehen, sondern seine eigene Kultur &amp; Sprache, seine Familie und Freunde hinter sich zu lassen und damit dann das eigene \u00dcberleben zu sichern. Wir sollten also vorsichtig damit sein, Wirtschaftsfl\u00fcchtlinge zu verdammen.<\/p>\n<p>PEgIdA und auch der heutige Anschlag in Paris sind beides Folgen einer v\u00f6llig verfehlten oder nicht vorhandenen europ\u00e4ischen Integrationspolitik. Wir werden uns damit abfinden m\u00fcssen, da\u00df wir als reicher Kontinent einen Zustrom von Menschen aus \u00e4rmeren Gegenden haben; ob uns das pa\u00dft oder nicht. Es liegt also an uns, aus der Situation das Beste zu machen. F\u00f6rderung der Bildung in den Ursprungsstaaten, um dort stabilere Verh\u00e4ltnisse zu erm\u00f6glichen und Integration der Menschen, die zu uns kommen. Dazu gibt es aus meiner Sicht keine Alternative.<\/p>\n<p>Ich kann mir vorstellen, da\u00df der Artikel, sollte er nach so langer Ruhe in diesem Blog \u00fcberhaupt nennenswert gelesen werden, Widerspruch und Diskussion ausl\u00f6st. Ich m\u00f6chte darum bitten, dieses unter Wahrung der guten Kinderstube zu tun. Nicht Kommentare, die meiner Meinung widersprechen werde ich l\u00f6schen, sondern solche, die Umgangsformen vermissen lassen. Die aber konsequent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ereignisse der letzten Wochen und des heutigen Tages haben mich dazu bewogen, dieses Blog zumindest f\u00fcr diesen einen Artikel mal aus seinem Tiefschlaf zu wecken und eine neue Bewegung zu gr\u00fcnden: MageVA &#8212; Markus gegen die Verdummung des Abendlandes. 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