{"id":3893,"date":"2011-07-18T18:14:56","date_gmt":"2011-07-18T16:14:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tour-blog.de\/?p=3893"},"modified":"2011-07-18T18:16:06","modified_gmt":"2011-07-18T16:16:06","slug":"statik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tour-blog.de\/?p=3893","title":{"rendered":"Statik"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Tabelle zur Absch\u00e4tzung von Auflagerkr\u00e4ften\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2011\/07\/Auflagerkraefte.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"480\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Copyright: DEA Sommeruni<\/em><\/p>\n<p>In der letzten Woche war ich wie schon berichtet bei der DEA &#8211; Sommeruni in Hannover, besuchte da an insgesamt vier Tagen Seminare und die Erkenntnisse aus diesen Seminaren m\u00f6chte ich Euch hier zumindest in Teilen wiedergeben. Anfangen m\u00f6chte ich mit dem Seminar \u00fcber statisch unbestimmte Systeme.<\/p>\n<p>Zu Meisterschulzeiten ha\u00dfte ich Statik. Unser damaliger Lehrer \u00fcberforderte uns alle, weil er einfach davon ausging, da\u00df alle so besessen von diesem Thema w\u00e4ren wie er und da\u00df man au\u00dfer Statik einfach keinerlei andere Interessen im Leben zu haben hat. Was so einfach nicht stimmte. Neben Alkohol, Frauen und Musik hatten wir n\u00e4mlich auch noch die anderen F\u00e4cher. Daher fand ich es eine ganz gute Idee, mal meine Statikkenntnisse aufzufrischen und am Ende des Tages stellte ich fest: es war eine gute Idee. Denn Cay, unserem Dozenten, gelang es doch, mal auf die grundlegenden Dinge so hinzuweisen, da\u00df man es auch verstand. Und er machte es so, da\u00df ich am Wochenende mich tief in dieses Thema versenkte und &#8222;spa\u00dfeshalber&#8220; mal anfing, ein aufwendigeres Rigg zu rechnen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist das Berechnen einer einfachen Truss mit symmetrischer Last an zwei symmetrischen Punkten (oder einer Fl\u00e4che an drei Punkten, aber da gehe ich jetzt hier mal nicht drauf ein) ja wirklich sehr einfach. Gesamtgewicht geteilt durch zwei ist das Gewicht pro Punkt. Klar, das Eigengewicht der Truss, die Motoren und auch die Kabel darf man nicht vergessen, aber dann ist man schnell am Ziel. Aufwendiger wird es, wenn diese Traverse an mehr als zwei Punkten h\u00e4ngt, die dann im Zweifelsfall auch noch unsymmetrisch liegen. Dann kann man das mit Bordmitteln n\u00e4mlich nicht mehr so einfach ermitteln, es sei denn, die Integral- und Differenzialrechnung ist einem noch so gel\u00e4ufig, da\u00df man das mal eben im Kopf wegrechnet. H\u00f6h\u00f6. F\u00fcr alle die da schw\u00e4cheln gibt es die oben abgebildete Zeichnung als ersten Anhaltspunkt. Und da erschrickt man ja doch erstmal etwas, denn bei einem &#8222;mal eben&#8220; eingesetzten mittleren Motor tr\u00e4gt dieser pl\u00f6tzlich rund 62,5% der Last. Oooops. Das f\u00fchrt ganz schnell dazu, da\u00df Motor oder gar der H\u00e4ngepunkt \u00fcberlastet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn die Belastbarkeit des Motors mit der Belastbarkeit des H\u00e4ngepunktes \u00fcbereinstimmen, dann k\u00f6nnten die Sportlichen unter uns sagen &#8222;Na ja, die Rutschkupplung des mittleren Motors rutscht das dann schon so zurecht, da\u00df die \u00e4u\u00dferen Motoren dann auch mehr Last abbekommen.&#8220;, aber <em>sicher<\/em>\u00a0oder gar\u00a0<em>waidgerecht<\/em> ist das mal nicht. Wenn die Motoren mehr tragen k\u00f6nnen als der H\u00e4ngepunkt (klassischer Fall: 300kg &#8211; Punkte mit normalen Tonnermotoren) steht man vor einem echten Problem, denn eins mu\u00df uns klar sein: bei aller Sicherheit, die wir innerhalb unserer Technik einplanen (f\u00fcnf-, sechs-, zw\u00f6lffache Sicherheit im Tragesystem), die H\u00e4ngepunktbelastbarkeit der Hauspunkte wird ganz klassisch nach Baurecht berechnet und die sieht nur zweifache Sicherheit vor. Da gelingt es uns also im Zweifelsfall m\u00fchelos, auch mal einen Punkt auf die B\u00fchne zu ziehen (der Motor f\u00f6rdert Kette, aber die Traverse bewegt sich nicht&#8230;&#8230;).<\/p>\n<p>Ich habe mich l\u00e4ngere Zeit nicht mit der aktuellen Vorschriftenlage besch\u00e4ftigt (Asche \u00fcber mein Haupt), aber tats\u00e4chlich legen einem die aktuellen <a title=\"Die aktuellen Branchenstandards\" href=\"http:\/\/www.igvw.org\" target=\"_blank\">Branchenrichtlinien<\/a> seit ein paar Monaten nahe, bei statisch unbestimmten Systemen (also Traversen mit mehr als zwei Motoren) Waagen einzusetzen; es sei denn, es ist durch die Gegebenheiten garantiert (beispielsweise insgesamt 400kg Last an vier 500kg &#8211; Punkten), da\u00df es nicht zu einer \u00dcberlast kommen kann. Wenn man ehrlich ist, dann werden solche Wiegesysteme bislang allerdings noch nicht wirklich h\u00e4ufig eingesetzt. Das soll sich, wenn man den \u00c4u\u00dferungen der Branchenoberen Glauben schenken darf, allerdings \u00e4ndern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Beispielrechnung anhand eines etwas komplexeren Riggs\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2011\/07\/Rigg.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"357\" \/><\/p>\n<p>Am Wochenende verbrachte ich nun mal meine Zeit damit, mich ein wenig in ein Statikprogramm einzuarbeiten. Noch bin ich nicht an dem Punkt, da\u00df ich damit so vertraut w\u00e4re, da\u00df ich damit &#8222;belastbare&#8220; Ergebnisse erziele, aber ich denke, da\u00df ich das noch hinbekomme. Damit kann man dann mal etwas genauer als mit dem Daumen absch\u00e4tzen, wie denn die Belastungen bei komplexen Systemen ausfallen werden, ohne wie bislang immer direkt ein Statikb\u00fcro einzuschalten. Das Bild zeigt beispielsweise das gregorianische Rigg mit Vorh\u00e4ngen, Motoren und Kabelb\u00e4umen, aber noch komplett ohne Lampen. Da entstehen interessante Lasten :-)<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich kann aber so ein Programm auch nur Ann\u00e4herungswerte liefern, denn in der freien Wildbahn spielt dann schon eine entscheidende Rolle, wie synchron denn die einzelnen Motoren laufen. Nur 1cm Unterschied machen dann schon im Zweifelsfall fatale Differenzen.<\/p>\n<p>Ihr seht es bleibt spannend und ich werde Euch hier \u00fcber meine Fortschritte berichten. In den n\u00e4chsten Tagen erz\u00e4hle ich Euch auch noch ein wenig mehr von den anderen Seminaren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Copyright: DEA Sommeruni In der letzten Woche war ich wie schon berichtet bei der DEA &#8211; Sommeruni in Hannover, besuchte da an insgesamt vier Tagen Seminare und die Erkenntnisse aus diesen Seminaren m\u00f6chte ich Euch hier zumindest in Teilen wiedergeben. Anfangen m\u00f6chte ich mit dem Seminar \u00fcber statisch unbestimmte Systeme. 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