{"id":3752,"date":"2011-04-29T12:14:37","date_gmt":"2011-04-29T10:14:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tour-blog.de\/?p=3752"},"modified":"2011-04-29T12:40:40","modified_gmt":"2011-04-29T10:40:40","slug":"der-drahtlosinterkom-vergleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tour-blog.de\/?p=3752","title":{"rendered":"Der Drahtlosinterkom &#8211; Vergleich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Shure Tempest gegen ASL WS -- ein Interkomvergleich\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2011\/04\/Interkom.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" \/><\/p>\n<p>Auf B\u00fchnen sind Interkomsysteme unbedingt notwendig; mit ihnen unterhalten wir uns w\u00e4hrend der Show. Dabei geht es in erster Linie nicht darum, das Catering oder die sch\u00f6nen Beine einer T\u00e4nzerin zu diskutieren (wobei das auch sicher wichtige Themen sind), sondern eben alles miteinander zu besprechen, was f\u00fcr den reibungslosen Ablauf einer Veranstaltung notwendig ist. Mit Funkger\u00e4ten macht man das in der Regel nicht so gern, weil da immer nur einer Reden kann und es gro\u00dfes Geknarze gibt, wenn es mehrere Leute gleichzeitig versuchen; au\u00dferdem kann man entweder sprechen <em>oder<\/em> h\u00f6ren, nicht beides gleichzeitig. Interkom &#8211; Systeme sollten vollduplex sein, also mehrere Personen sollten gleichzeitig reden und alle sollten alles verstehen k\u00f6nnen. Meistens werden dazu immer noch kabelgebundene Systeme eingesetzt; im Touringgesch\u00e4ft hat sich die Zweidraht &#8211; Partyline durchgesetzt. Nun ist es aber manchmal ziemlich l\u00e4stig, wenn man an einem Kabel h\u00e4ngt. Wenn man als Stagemanager st\u00e4ndig herumrennt, dann ist ein Kabel hinderlich. Und ehrlicherweise macht es in den meisten Hallen auch keinen gro\u00dfen Spa\u00df, 100m Kabel bis zur Spotposition zu legen. Da kommen dann Drahtlossysteme ins Spiel, also Vollduplex &#8211; Funksysteme, die man ganz einfach an die vorhandene Verkabelung anschlie\u00dfen kann.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gibt es zur Zeit vier unterschiedliche Funksysteme, die zur Verf\u00fcgung stehen:<\/p>\n<ul>\n<li>Vollduplexger\u00e4te auf Funkger\u00e4tebasis. Leider klingen die auch nach Funkger\u00e4t, was bei l\u00e4ngeren Shows ziemlich nervig sein kann. Au\u00dferdem sind die Frequenzen anmeldepflichtig.<\/li>\n<li>Ger\u00e4te die im UHF &#8211; Bereich, also im Bereich unserer Funkmikrophone, funken. Das klingt und funktioniert in der Regel gut, allerdings werden leider die Frequenzen im Rahmen der Digitalen Dividende etwas knapp, so da\u00df man sich dann im Zweifel selbst im Weg ist, weil man f\u00fcr jedes Beltpack eine einzelne Frequenz braucht, plus eine f\u00fcrs System. Das finden die Tonkollegen in der Regel nicht mehr witzig, von daher halte ich diese Systeme zumindest bei gr\u00f6\u00dferen Produktionen f\u00fcr problematisch.<\/li>\n<li>Ger\u00e4te, die im 2,4GHz &#8211; Bereich, also auf den W-LAN &#8211; Frequenzen, laufen. Auch hier ist die Sprachqualit\u00e4t gut; je nach System gibt es aber kleine Latenzzeiten, was bei Cues problematisch sein kann. Au\u00dferdem werden auch hier die Frequenzen knapp, weil mittlerweile viele Systeme auf W-LAN &#8211; Basis laufen und in den Hallen ja oft auch Internet angeboten wird. Und dann schotten W\u00e4nde die Funksignale schon recht schnell ab.<\/li>\n<li>ganz neu gibt es auch noch Systeme auf DECT &#8211; Basis, die also wie die kabellosen Telephone funktionieren. Frequenzen sind hier (zumindest zur Zeit und absehbar) kein Problem, au\u00dferdem lassen sich systembedingt ohne weiteres mehrere Sendeantennen aufh\u00e4ngen, soda\u00df man auch gr\u00f6\u00dfere Gebiete und mehrst\u00f6ckige Geb\u00e4ude damit versorgen kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vor etwa sieben Jahren kaufte ich mir pers\u00f6nlich ein immer noch erh\u00e4ltliches <a title=\"Das ASL WS - System\" href=\"http:\/\/asl-inter.com\/products\/pro-series\/pro-series-wireles\/\" target=\"_blank\">ASL WS &#8211; System<\/a>, das auf 2,4GHz &#8211; Basis funktioniert und war damit die ersten drei Jahre auch wirklich sehr zufrieden. Es funktionierte ohne gro\u00dfe Einstellerei hervorragend und wenn man an die Basisstation eine etwas kr\u00e4ftigere Antenne aus dem W-LAN &#8211; Bereich anschlo\u00df, dann kam man in der Regel auch in den Garderobeng\u00e4ngen noch gut zurecht. Theoretisch k\u00f6nnen mit diesem System bis zu acht Beltpacks vollduplex betrieben werden. In der Praxis hatte ich in letzter Zeit oft schon ein Problem, \u00fcberhaupt eine Strecke st\u00f6rungsfrei hinzubekommen. In vielen Hallen gibt es mehrere W-LAN &#8211; Systeme und dann kommen ja auch noch die Tonkollegen mit ihrem Funk f\u00fcr Controller und Pultfernsteuerungen, da war es dann f\u00fcr das recht starre ASL &#8211; Funksystem oft unm\u00f6glich, eine vern\u00fcnftige Verbindung hinzubekommen.<\/p>\n<p>Seit einiger Zeit bietet Clear-Com nun das <a title=\"Das Clear-Com Tempest - System\" href=\"http:\/\/www.clearcom.com\/product\/wireless\/tempest2400\" target=\"_blank\">Tempest &#8211; System<\/a> an. Das l\u00e4uft auch auf 2,4GHz &#8211; Basis und dementsprechend skeptisch war ich, als es mir vorgestellt wurde. Jens Stellmacher und Frank Lemmert vom <a title=\"Der deutsche Shure - Vertrieb\" href=\"http:\/\/www.shuredistribution.de\/\" target=\"_blank\">deutschen Shure &#8211; Vertrieb<\/a> waren so \u00fcberzeugt von diesem System, da\u00df sie mir anboten, es kostenlos ausgiebig zu testen und so kam es, da\u00df wir w\u00e4hrend der kompletten Gregorian &#8211; Tour ein System mit f\u00fcnf Beltpacks mit dabei hatten. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankesch\u00f6n an Jens &amp; Frank daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Anders als bei ASL gibt es keine festen Funkfrequenzen, die man hardwarem\u00e4\u00dfig einstellen mu\u00df; Tempest scannt beim Einschalten den kompletten Frequenzbereich und sucht sich L\u00fccken. Das funktioniert sehr schnell und vor allem sehr zuverl\u00e4ssig, soda\u00df auch in Hallen, in denen mit dem ASL &#8211; System selbst bei Rumprobiererei keine stabile Verbindung aufgebaut werden konnte, mit Tempest alle f\u00fcnf Beltpacks st\u00f6rungslos liefen. Wir hatten auf der ganzen Tour nur eine Halle, in der zwischen Soundcheck und Show wohl noch irgendwas in der Funksituation ge\u00e4ndert wurde; jedenfalls war zu Showbeginn der Empfang schlecht. Nur die Basisstation mu\u00dfte resettet werden, dann scannt sie den Frequenzbereich neu und nach gestoppten acht Sekunden waren alle f\u00fcnf Beltpacks wieder st\u00f6rungsfrei online. Das ist spitze.<\/p>\n<p>\u00dcber die Tempest &#8211; Basisstation k\u00f6nnen die Beltpacks auch zentral programmiert werden. Man kann Namen und Berechtigungen vergeben (so ist es m\u00f6glich, einen der beiden Kan\u00e4le zu sperren, oder nur Berechtigungen zum H\u00f6ren, nicht aber zum Sprechen zu vergeben), auch eine Mindestlautst\u00e4rke der Kopfh\u00f6rer kann vorgegeben werden, so da\u00df der Nutzer den Ton nie ganz wegdrehen kann. Mikros k\u00f6nnen zentral abgeschaltet werden, wenn das mal jemand vergessen hat. Die Beltpacks haben neben dem oft st\u00f6renden Piepsrufton auch einen Vibrationsalarm; beide lassen sich zentral programmieren. Damit man an der Basisstation sich nicht durch Men\u00fcs fummeln mu\u00df, um die Anlage zu programmieren, gibt es auch eine Software dazu, soda\u00df das komplette Setup auch sehr komfortabel per Ethernet vom PC aus erledigt werden kann, was auch bedeutet, da\u00df man die Stationen in ein Netzwerk einbinden und die Einstellungen zentral von einem beliebigen Platz aus vornehmen kann. Das alles h\u00f6rt sich komplizierter an als es ist; die Programmierung ist optional und bietet nur zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeiten. Selbstverst\u00e4ndlich gibt es auch einen Plug &#8217;n&#8216; Play &#8211; Mode, bei der man die Beltpacks nur einmal an der Basisstation anmelden mu\u00df.<\/p>\n<p>Bei ASL war systembedingt bei acht Vollduplexstrecken, also bei zwei Vierer- oder vier Zweiter &#8211; Basisstationen, auch im Idealfall Schlu\u00df (es k\u00f6nnen aber mehr Semiduplexstrecken eingesetzt werden). Bei Clear-Com k\u00f6nnen pro Basisstation f\u00fcnf Beltpacks im Vollduplexmodus, oder vier Vollduplex- und unbegrenzt viele semiduplex &#8211; Beltpacks genutzt werden; es k\u00f6nnen dann aber nur f\u00fcnf Packs gleichzeitig sprechen. Wie viele Tempest &#8211; Basisstationen parallel betrieben werden k\u00f6nnen, konnte ich nicht nicht ausprobieren. Da aber auch unter sehr schwierigen Funkbedingungen, bei der das WS &#8211; System gar nicht mehr einsetzbar war, noch problemlos f\u00fcnf Beltpacks liefen, rechne ich damit, da\u00df sich einige Tempest &#8211; Basisstationen parallel betreiben lassen; Clear-Com spricht von bis zu zehn Basisstationen. Wie viele das tats\u00e4chlich sind, h\u00e4ngt sicher von den \u00f6rtlichen Gegebenheiten ab. Auf der anderen Seite mu\u00df man mal ganz ehrlich sein: ich glaube, da\u00df es bei gro\u00dfen Systemen auch von Vorteil sein kann, wenn nicht alle vollduplex sprechen k\u00f6nnen. Stackt man zwei Tempest &#8211; Systeme, so k\u00f6nnen dann zehn Leute gleichzeitig sprechen, plus noch unendlich viele Leute zuh\u00f6ren (wenn man je Station vier Voll- und dann Semiduplexbeltpacks einsetzt). Das sollte in den meisten F\u00e4llen ausreichen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend bei ASL die Basisantenne direkt am Ger\u00e4t, oder zumindest mit einem m\u00f6glichst kurzen Kabel angeschlossen sein mu\u00df, werden Tempest &#8211; Basis und Antenne per CAT5 &#8211; Kabel miteinander verbunden. Damit k\u00f6nnen Antenne und Basis laut Clear-Com bis zu 450m auseinanderliegen, was eine optimale Plazierung der Antenne (beispielsweise im Rigg) erm\u00f6glicht. Leider sind keine stabilen EtherCON &#8211; Stecker m\u00f6glich, sondern nur normale CAT &#8211; Stecker; das ist tats\u00e4chlich der einzige Punkt, der mir als verbesserungsw\u00fcrdig aufgefallen ist.<\/p>\n<p>Beide Systeme haben mit einem Akkusatz eine Laufzeit von etwa acht Stunden, das reicht also locker f\u00fcr Soundcheck und Doppelshow. Bei beiden k\u00f6nnen im Notfall auch Mignon &#8211; Batterien eingesetzt werden; da braucht ASL dann sechs, Shure nur drei St\u00fcck.<\/p>\n<p>Tempest unterst\u00fctzt sowohl StageAnnounce, als auch Relais &#8211; Kontakte, die von den Beltpacks je nach Programmierung ausgel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Au\u00dferdem gibt es neben der Zweikanalversion, die wir mit dabei hatten, auch noch eine Vierkanalversion.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist mir klar, da\u00df zwischen Tempest und WS einige Jahre an technologischer Entwicklung liegen, von daher m\u00f6chte ich die Unterschiede der Systeme gar nicht werten \u2014 immerhin war ich mit dem ASL &#8211; System ja auch die ersten Jahre sehr zufrieden. F\u00fcr den jetzigen Zeitpunkt kann ich das ASL &#8211; System allerdings nur noch empfehlen, wenn es als Festinstallation in einer Umgebung eingesetzt wird, in der es ganz klare Funkverh\u00e4ltnisse im 2,4GHz &#8211; Bereich gibt. Als Toursystem ist es nach meiner Erfahrung nach nicht mehr einsetzbar. Hier empfiehlt sich das Clear-Com Tempest &#8211; System, das uns \u00fcberall (also nicht nur in Deutschland) absolut zufriedenstellte. Bei f\u00fcnf Beltpacks hatten wir wirklich eine sehr luxuri\u00f6se Situation, bei der nicht nur Spotfahrer und Stagemanagement, sondern auch beispielsweise die Lichttechniker drahtlos ausger\u00fcstet werden konnten, was im Servicefall w\u00e4hrend der Show schon wirklich klasse ist. Mit der Stackbarkeit des Systems sollten auch gro\u00dfe Anwendungen realisiertbar sein.<\/p>\n<p>Ich werde mich bem\u00fchen, in n\u00e4herer Zeit auch mal ein DECT &#8211; System auszuprobieren; auf der Messe bekam ich ein dementsprechendes Angebot von Riedel. Deren Acrobat &#8211; System h\u00f6rt sich ja auch recht vielversprechend an. Sobald ich dazu mehr wei\u00df, lest Ihr es hier.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf B\u00fchnen sind Interkomsysteme unbedingt notwendig; mit ihnen unterhalten wir uns w\u00e4hrend der Show. Dabei geht es in erster Linie nicht darum, das Catering oder die sch\u00f6nen Beine einer T\u00e4nzerin zu diskutieren (wobei das auch sicher wichtige Themen sind), sondern eben alles miteinander zu besprechen, was f\u00fcr den reibungslosen Ablauf einer Veranstaltung notwendig ist. 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