{"id":2820,"date":"2009-11-15T18:33:07","date_gmt":"2009-11-15T17:33:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tour-blog.de\/?p=2820"},"modified":"2010-11-15T21:59:17","modified_gmt":"2010-11-15T20:59:17","slug":"von-moskau-nach-ekatarinburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tour-blog.de\/?p=2820","title":{"rendered":"Von Moskau nach Ekaterinburg"},"content":{"rendered":"<p>In den letzten Tagen sahen wir gar nichts von den sch\u00f6nen Seiten der St\u00e4dte, bewegten uns immer nur in den schraddeligen Stadtteilen, gewisserma\u00dfen im tiefen Osten. Und das \u00e4ndert sich auch nicht bei der knapp einst\u00fcndigen Fahrt vom Hotel zum Flughafen. Es gibt einige wenige Monumentalbauten, nur wenige sch\u00f6ne Vorkriegssubstanz, ansondern viele Baus\u00fcnden aus sozialistischer und postsozialistischer Zeit. Dabei k\u00f6nnten die St\u00e4dte durchaus viel sch\u00f6ner wirken, wenn man ihnen mal ein paar P\u00f6tte freundlicher Farbe spendierte. Direkt am Moskauer Autobahnring liegen auch einige gro\u00dfe, alte M\u00e4rkte, die beim Vorbeifahren wie eine Kombination aus Tr\u00f6del- und Baumarkt aussehen. Da k\u00f6nnte man neben bei den klassischen Sehensw\u00fcrdigkeiten sicher auch einen ganzen Tag verbringen. Allerdings wird man ohne Dolmetscher da nicht richtig weiterkommen. Aber es w\u00fcrde mich ja schon mal interessieren, weil auf solchen planenverhangenen M\u00e4rkten einfach das echte Leben pulst.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich auff\u00e4llig ist auch der extrem hohe Teil an \u00fcbergro\u00dfen Konzertplakaten im Stadtbild; sie halten sicher 25% an der Gesamtwerbefl\u00e4che. Beworben werden neben wenigen einheimischen K\u00fcnstlern viele Shows, die man auch von zuhause kennt: Riverdance, a-ha, Metallica, aber auch Rammstein, Hansi Last und erstaunlicherweise inExtremo.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Blick aus dem Flugzeugfenster\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2009\/11\/Gregorian\/Russland\/EK Flug.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" \/><\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Flugs nach Ekaterinburg merkt man dann, wie gro\u00df und leer Ru\u00dfland ist, obwohl wir f\u00fcr russische Verh\u00e4ltnisse ja gar nicht weit fliegen. Zu sehen ist im wesentlichen erst leicht, sp\u00e4ter dann st\u00e4rker verschneite Landschaft, breite, meandernde Fl\u00fcsse, zugefrohrene Seen, sich bis zum Horizont schnurgerade hinziehende Stra\u00dfen &amp; Eisenbahnstrecken. Von oben ein ruhiges und friedliches Land, in dem man sicher tagelang wandern kann, ohne jemandem zu begegnen. Wir konnten teilweise 15 Minuten lang fliegen, ohne die Lichter einer Stadt zu sehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Der Flughafen von Ekatarinburg\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2009\/11\/Gregorian\/Russland\/EK Flughafen.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"445\" \/><\/p>\n<p>Bei der Ankunft in Ekaterinburg erst mal der Eindruck, da\u00df nach einem richtigen Wortanfang der Typograph sich einen Scherz erlaubt hat; aber nat\u00fcrlich ist es eben Kyrillisch. In der Halle mit den Gep\u00e4ckb\u00e4ndern residiert eine getiegerte Katze in kr\u00fcppeligen Topfpalmen und beobachtet majest\u00e4tisch und schl\u00e4ftig das Treiben. Auch ein Weg gegen M\u00e4use und Ratten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Busfahrplan am Ekatarinburger Flughafen\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2009\/11\/Gregorian\/Russland\/EK Fahrplan.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"461\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr Tontechniker ist die Gegend hier ja legend\u00e4r; immerhin wurden in einem Vorort von Ekaterinburg vor Jahren Kompressoren erfunden und werden bis heute weltexklusiv f\u00fcr die verschiedenen Marken gebaut. Nur ein Kompressor aus Kompressorniy ist eben der Echte mit der Goldkante.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Unser Bus in Ekatarinburg\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2009\/11\/Gregorian\/Russland\/EK Bus.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" \/><\/p>\n<p>Weniger Goldkante ist der Bus, der uns durch die Gegend schaukeln soll. Die Luken zu den Gep\u00e4ckf\u00e4chern lassen sich angeblich nicht \u00f6ffnen und so hiefen wir alle Koffer und Taschen durch die hintere T\u00fcre auf die Sitze. Dieser vorgeblich kurzfristig aufgetretene Fehler war auch anderthalb Tage sp\u00e4ter bei unserer Abreise noch nicht behoben. Wenn man sich den Bus n\u00e4her anschaut, dann liegt der Gedanke nicht sehr fern, da\u00df dieses Problem schon l\u00e4nger besteht. Kurzfristigkeit ist aber nat\u00fcrlich im Universum auch relativ.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Das deutsche Generalkonsulat in Ekatarinburg\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2009\/11\/Gregorian\/Russland\/EK Konsulat.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"477\" \/><\/p>\n<p>Im Hotelgeb\u00e4ude kommen dann pl\u00f6tzlich Heimatgef\u00fchle auf: das deutsche Konsulat ist hier beheimatet. Ich geh\u00f6re im Urlaub eher zu den Menschen, die sich von Landsleuten fernhalten, bin keiner, der jetzt \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Heimatstolz pflegt. Aber mitten in der russischen Unfreundlichkeit ist allein so ein Schild mit Bundesadler ein w\u00e4rmender Lichtstrahl.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone\" title=\"Kellnerinnen mit Mundschutz\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2009\/11\/Gregorian\/Russland\/EK Mundschutz.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" \/><\/p>\n<p>Nach dem Einchecken waren wir dann noch auf Einladung des \u00f6rtlichen Veranstalters recht lecker essen. Die \u00f6rtliche K\u00fcche ist gut gew\u00fcrzt und schmackhaft. Ein deutlicher Kontrast zum Essen am Vorabend. Nur die Kellnerinnen lie\u00dfen ihren russischen Charme leider nicht so richtig spr\u00fchen. In einem Nachbarort gab es mehrere Schweinegrippenf\u00e4lle. Sp\u00e4ter w\u00e4hrend der Reise werden wir gerade an Flugh\u00e4fen noch viele Menschen mit solchen Mundschutzen sehen. Lustigerweise oft nach unten \u00fcber&#8217;s Kinn gezogen, den Mund frei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Tagen sahen wir gar nichts von den sch\u00f6nen Seiten der St\u00e4dte, bewegten uns immer nur in den schraddeligen Stadtteilen, gewisserma\u00dfen im tiefen Osten. Und das \u00e4ndert sich auch nicht bei der knapp einst\u00fcndigen Fahrt vom Hotel zum Flughafen. 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