{"id":2139,"date":"2009-02-22T23:17:00","date_gmt":"2009-02-22T22:17:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tour-blog.de\/?p=2139"},"modified":"2011-02-23T18:23:59","modified_gmt":"2011-02-23T17:23:59","slug":"junge-und-alte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tour-blog.de\/?p=2139","title":{"rendered":"Junge und Alte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Plakat zu Gute Aussichten; Ausstellung in der Hamurger Deichtorhallen\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2009\/02\/Deichtor 1.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"695\" \/><\/p>\n<p>Heute waren wir mal wieder in den Deichtorhallen; Anla\u00df war die Ausstellung &#8222;Gute Aussichten&#8220;, die besten neun Photographen des gleichnamigen Nachwuchswettbewerbs f\u00fcr Photographen. Ehrlicherweise, um meinen Eindruck vorwegzunehmen, fand ich die Aussichten f\u00fcr moderne Photographie am Ende der Ausstellung nicht ganz so gut, wie der Titel versprach. Zu wenig, das nicht nur formal und technisch gut war, sondern mich auch ber\u00fchrte. Letzteres finde ich einen ganz wichtigen Faktor. Und auch wenn ich hier jetzt nicht Beispiele zeigen kann, weil ich nat\u00fcrlich nicht gegen die Urheberrechte versto\u00dfen m\u00f6chte, so will ich die Eindr\u00fccke zu den einzelnen K\u00fcnstlern doch kurz beschreiben.<\/p>\n<p><a title=\"Laura Bielau\" href=\"http:\/\/www.marion-ermer-stiftung.de\/marion_ermer_Stift\/m_e_preis\/2008\/Laura_Bielau.htm\" target=\"_blank\"><strong>Laura Bielau<\/strong><\/a> lichtete im Wesentlichen innerhalb eines Photolabors ab. Und ausgerechnet das einzige Bild, da\u00df im Freien aufgenommen wurde \u2014 eine Landschaftsphotographin bei ihrer Arbeit \u2014 hat f\u00fcr mich den meisten Witz. Zwar steht im Katalog, da\u00df ihre Arbeiten vergangene Gr\u00f6\u00dfen der Photographie zitieren, aber das mu\u00df mich als bekennende Banause ja nicht unbedingt beeindrucken. Dabei hat die Idee, Stripperinnen im Rotlicht eines Schwarzwei\u00dflabors zu photographieren, durchaus war. Letztlich fand ich die Arbeiten aber alle &#8230; nichtssagend. Sorry.<\/p>\n<p><a title=\"J\u00fcrgen Staacks\" href=\"http:\/\/www.bildwerk3.de\/2008\/10\/27\/jurgen-staack-transcription-image\/\" target=\"_blank\"><strong>J\u00fcrgen Staacks<\/strong><\/a> zeigte keine eigenen Bilder, obwohl er ausgebildeter Photograph ist. Seine gezeigten Arbeiten bestehen darin, Menschen Bilder beschreiben zu lassen, diese Beschreibung wiederzugeben und eine mit Edding unkenntlich gemachte Kopie des Bildes zu der Beschreibung zu h\u00e4ngen. Das mag Kunst sein, ich find&#8217;s aber absolut \u00fcberfl\u00fcssig.<\/p>\n<p><a title=\"Reza Nadjis\" href=\"http:\/\/www.rezanadji.com\/\" target=\"_blank\"><strong>Reza Nadjis<\/strong><\/a> und <a title=\"Maziar Moradi\" href=\"http:\/\/www.maziar-moradi.de\" target=\"_blank\"><strong>Maziar Moradi<\/strong><\/a> zeigen beide v\u00f6llig unabh\u00e4ngig voneinander Bilder aus dem Iran und Tehran. Da mag das Thema nat\u00fcrlich interessant und exotisch sein, die Bilder sind es f\u00fcr mich nicht wirklich. Sie geben einen Einblick in eine fremde Stadt, in eine fremde Kultur, sind photographisch aber eher langweilig. Dabei bin ich mir sicher, da\u00df es hier packende Perspektiven gegeben h\u00e4tte. Schade.<\/p>\n<p><a title=\"Sarah Strassmann\" href=\"http:\/\/www.bildwerk3.de\/2008\/10\/13\/fotografin-sarah-strasmann-the-void-nothing-but-space\/\" target=\"_blank\"><strong>Sarah Strassmann<\/strong><\/a> hat dann die ersten Bilder, die mich ber\u00fchren. Ganz klare Photos, ein Gro\u00dfteil kolossal unterbelichtet, aber gerade dadurch von einer unglaublichen Mystik, die mich einf\u00e4ngt und zum Tr\u00e4umen animiert. Dazu kommen perfekte Vergr\u00f6\u00dferungen, die in ihrer Ausf\u00fchrung den Inhalt der Bilder noch mal unterst\u00fctzen. Das ist keine Kunst um der Kunst willen, sondern gutes Handwerk mit einer hintersinnigen Botschaft, die einen erst langsam erreicht. Das finde ich richtig gut, mehr noch: es sind f\u00fcr mich die besten Bilder der Ausstellung.<\/p>\n<p><a title=\"Katrin Trautner\" href=\"http:\/\/www.bildwerk3.de\/2008\/10\/16\/fotografin-katrin-trautner-morgenliebe\/\" target=\"_blank\"><strong>Katrin Trautner<\/strong><\/a> pr\u00e4sentiert eine Bilderserie \u00fcber Liebe im Alter. Bei diesen Photos bin ich zwiegespalten: erst mal ist es in unserer Gesellschaft nat\u00fcrlich schon ein Tabubruch, k\u00f6rperliche Liebe von alten Menschen zu zeigen und es macht mir nat\u00fcrlich auch ein wenig Mut \u2014 so jund bin ich nun auch nicht mehr. Dann aber finde ich die Bilder zwar von der Botschaft her gut, sie sprechen mich aber nicht an, mir fehlt der Funken.<\/p>\n<p><a title=\"Markus Georg\" href=\"http:\/\/www.markusgeorg.com\/\" target=\"_blank\"><strong>Markus Georg<\/strong><\/a> hat gar keine &#8222;richtigen&#8220; Bilder an der Wand h\u00e4ngen, sondern zeigt seine Arbeiten in einem Postkartenst\u00e4nder eben als Postkarten. Das ist erst einmal rafiniert, bietet er doch so als Einziger der K\u00fcnstler die M\u00f6glichkeit, das Lieblingsbild zu einem g\u00fcnstigen Preis mit nach Hause zu nehmen. Seine Photos wirken gerade in dem kleinen Format der Postkarte, weil sie auf den ersten Blick bekannte Motive darstellen, auf den zweiten Blick aber genau das nicht sind, was man erst meint. Eine gute Idee.<\/p>\n<p><a title=\"Heiko Sch\u00e4fer\" href=\"http:\/\/www.heikoschaefer.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Heiko Sch\u00e4fer<\/strong><\/a> h\u00e4ngt ebenfalls keine Bilder, sondern zeigt sie auf einer Art niedrigen Tischchen. Alte, geschundene Holzboote von oben. Wenn man dann den Begleittext zu den Bildern liest registriert man pl\u00f6tzlich, da\u00df es Boote von Boatpeople sind. Boote, mit denen Menschen versuchten, von Afrika nach Italien zu kommen. Zu jedem Photo gibt es eine kurze Geschichte. Auch dieses Konzept finde ich ganz gut.<\/p>\n<p><a title=\"Florian Rexroth\" href=\"http:\/\/www.florianrexroth.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Florian Rexroth<\/strong><\/a> beweist, da\u00df man das Freistellen von Bildern auch ganz anders angehen kann, als im Photoshop: man macht es &#8222;einfach&#8220; vor Ort mit gigantischen wei\u00dfen T\u00fcchern. Florian hebt so Stadtb\u00e4ume aus ihrer Umgebung hervor, in der sie sonst optisch untergehen w\u00fcrden und zeigt, da\u00df auch die Natur in der Stadt sehr sch\u00f6n sein kann, wenn man ihr nur einen Blick w\u00fcrdigt. Ebenfalls eine gute Idee.<\/p>\n<p>Alle Teilnehmer sind Studenten (oder gerade nicht mehr, waren es aber noch zur Einreichung der Bilder), alle sind unter 30. Sooooooooo innovativ waren die Arbeiten jetzt nicht. Vielleicht findet ja der ein oder die andere noch seinen Weg.<\/p>\n<p>Die <a title=\"Gute Aussichten\" href=\"http:\/\/www.guteaussichten.org\/\" target=\"_blank\">Ausstellung<\/a> ist in den <a title=\"Deichtorhallen\" href=\"http:\/\/www.deichtorhallen.de\/\" target=\"_blank\">Deichtorhallen<\/a> noch bis 01.03. zu sehen und geht dann auf <a title=\"Gute Aussichten\" href=\"http:\/\/www.guteaussichten.org\/\" target=\"_blank\">Tour<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Plakat von New Color Photography\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2009\/02\/Deichtor 2.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"698\" \/><\/p>\n<p>Parallel dazu l\u00e4uft die Ausstellung &#8222;New Color Photography&#8220;, die wir uns nat\u00fcrlich auch noch ansahen. In den 70ern gab es die ersten K\u00fcnstler, die Farbphotos als Kunststil einsetzten. Bis dahin war der Kunst eher das Schwarzwei\u00dfbild vorbehalten und Farbbilder waren eher Alltagsphotographie. Was damals fast als k\u00fcnstlerische Revolution galt, wirkt heute fast ein wenig altbacken. F\u00fcr mich haben monochrome Bilder aus der Zeit tats\u00e4chlich oft mehr Ausdruck, als die Farbbilder. Trotzdem interessant zu sehen, wie sich Photographie in den letzten 30 Jahren entwickelt hat; gerade auch im Vergleich zu den jungen K\u00fcnstlern im Nebenraum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute waren wir mal wieder in den Deichtorhallen; Anla\u00df war die Ausstellung &#8222;Gute Aussichten&#8220;, die besten neun Photographen des gleichnamigen Nachwuchswettbewerbs f\u00fcr Photographen. Ehrlicherweise, um meinen Eindruck vorwegzunehmen, fand ich die Aussichten f\u00fcr moderne Photographie am Ende der Ausstellung nicht ganz so gut, wie der Titel versprach. 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