{"id":1003,"date":"2007-11-03T23:47:03","date_gmt":"2007-11-03T22:47:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tour-blog.de\/?p=1003"},"modified":"2007-11-04T11:29:52","modified_gmt":"2007-11-04T10:29:52","slug":"mein-erster-job","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tour-blog.de\/?p=1003","title":{"rendered":"Mein erster Job"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2007\/11\/Duisburg\/Boeckum%202.jpg\" alt=\"Haus B\u00f6ckum in Duisburg Huckingen\" height=\"525\" width=\"700\" \/><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kroetengruen.de\" title=\"Flockes Block \" target=\"_blank\">Flocke<\/a> brachte mich mal wieder auf eine Idee. Sie erz\u00e4hlte n\u00e4mlich vor zwei Tagen in ihrem Blog <a href=\"http:\/\/www.kroetengruen.de\/wordpress\/?p=1804\" title=\"Flockes Geschichte ihres ersten Jobs\" target=\"_blank\">von ihrem ersten Job<\/a>. Nun bin ich ausgerechnet dieses Wochenende in Duisburg, weil meine Mom n\u00e4mlich Geburtstag hat. Eine ideale Gelegenheit also, bei meinem allerersten Arbeitsplatz mal vorbeizulaufen und ein paar Photos zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2007\/11\/Duisburg\/Boeckum%20700.jpg\" alt=\"Haus B\u00f6ckum in Duisburg Huckingen\" height=\"121\" width=\"700\" \/><\/p>\n<p align=\"center\"><em><a href=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2007\/11\/Duisburg\/Boeckum%203000.jpg\" title=\"Haus B\u00f6ckum in Duisburg Huckingen\" target=\"_blank\">gro\u00dfes JPG<\/a> \u2014 <a href=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2007\/11\/Duisburg\/Boeckum.mov\" title=\"Haus B\u00f6ckum in Duisburg Huckingen\" target=\"_blank\">QuickTime MOV<\/a><\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haus_B%C3%B6ckum\" title=\"Haus B\u00f6ckum bei Wikipedia\" target=\"_blank\">Haus B\u00f6ckum<\/a>, altehrw\u00fcrdiger Rest einer Raubritterburg am Rande Duisburg &#8211; Huckingens, war im 20. Jahrhundert ein Bauernhof, der sich dann in Richtung Gefl\u00fcgelzucht spezialisierte. Anfang der 80er Jahre gab es dort etwa 14.000 H\u00fchner, etwa 1.000 G\u00e4nse und allerlei &#8222;Ziergefieder&#8220;. Die G\u00e4nse kamen im Fr\u00fchjahr, lebten auf Wiesen und sp\u00e4testens zu Weihnachten waren die Wiesen leer. Die H\u00fchner lebten in vier gro\u00dfen St\u00e4llen und legten flei\u00dfig Eier. Die galt es einzusammeln, nach Gewicht zu sortieren und zu verpacken. Genau das war als Sch\u00fcler meine Aufgabe. Arbeitsbeginn: 06:00 Uhr. Was mir damals noch nicht ganz so viel ausmachte wie heute.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.tour-blog.de\/2007\/11\/Duisburg\/Boeckum%201.jpg\" alt=\"G\u00e4nse vor Haus B\u00f6ckum in Duisburg Huckingen\" height=\"525\" width=\"700\" \/><\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr mit den ganzen G\u00e4nsek\u00fcken, das war schon immer sehr s\u00fc\u00df. Wenn sie noch sehr klein waren dr\u00e4ngten sie sich in gro\u00dfen Trauben unter den W\u00e4rmelampen im alten Kuhstall und quitschten um die Wette. Bei den H\u00fchnern war Mittwochs oder Donnerstags (das wei\u00df ich nicht mehr ganz genau) immer Schlachttag, um den H\u00fchnersuppenbedarf f\u00fcr&#8217;s Wochenende zu decken. Wie heute auch gab es einen gro\u00dfen Hofverkauf, bei dem es nicht nur Gefl\u00fcgelprodukte (Eier, Fleisch), sondern auch Obst, Gem\u00fcse, Nudeln, Obsts\u00e4fte und allerlei andere b\u00e4uerliche Produkte gab.<\/p>\n<p>Immer 2.000 H\u00fchner bildeten eine Stalleinheit (einige St\u00e4lle waren unterteilt, so da\u00df 2.000 H\u00fchner zusammen in einem Raum waren) und man mu\u00dfte sich immer sehr ruhig bewegen, damit sich die Tiere nicht erschreckten. Denn bei so vielen H\u00fchnern kann man sagen: erschrickt sich eine, erschrecken sich alle; und das ist nicht gut. Ein Mal konnte ich das leider nicht verhindern, denn mit mir war eine Katze mit in den Stall gehuscht. Die geh\u00f6rte da nat\u00fcrlich nicht rein und weil sowieso beim Anblick der Katze ein riesiger Ruck durch den Stall gegangen war, war&#8217;s dann auch egal, wie ich mich bewege. Bl\u00f6derweise wollte das Vieh besonders schlau sein und sich in einem Spalt verstecken \u2014 dummerweise ging es da dann in die G\u00fcllegrube und die Katze ward erst wieder beim Absaugen der Grube gesehen; in der Pumpe.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nInteressant ist auch, da\u00df es ja durchaus Eiformen gibt, die man als Verbraucher normalerweise nicht zu sehen bekommt. Windeier beispielsweise. Das sind Eier ohne Schale. Manchmal legen H\u00fchner diese Windeier, bevor sich die Schale richtig ausgebildet hat; sie haben nur eine dicke Haut. Diese Windeier wurden bei uns zusammen mit Knickeiern (also solchen mit besch\u00e4digter Schale) besonders g\u00fcnstig an Hausfrauen verkauft, die backen wollten.<\/p>\n<p>Auch lernte ich, da\u00df braune Eier von der Schale her zwar etwas stabiler als wei\u00dfe Eier sind, da\u00df H\u00fchner, die braune Eier legen, aber weniger produktiv sind, als ihre wei\u00dfeierlegenden Kolleginnen. Das merkte ich als Eiereinsammler ja ganz leicht. Ich hatte Sammelk\u00f6rbe aus Kunststoff (einige ganz alte aus Drahtgeflecht waren auch dabei), in die im Stall immer 200 Eier kamen. Aus St\u00e4llen mit braunen H\u00fchnern trug ich weniger K\u00f6rbe heraus, als aus solchen mit wei\u00dfen. Die St\u00e4lle sind oben auf den Photos \u00fcbrigens nicht zu sehen. Heute sind die gro\u00dfen St\u00e4lle von damals alle nicht mehr in Betrieb und gammeln ein wenig vor sich her.<\/p>\n<p>Und damit Ihr auch ein wenig von der Vergangenheit des Hauses lernt, k\u00f6nnt Ihr hier noch die Geschichte der Raubritter lesen. Ich habe sie aus dem Buch &#8222;Der heilige Brunnen; Duisburger Sagen, Legenden und Erz\u00e4hlungen&#8220; von Karl Heck und Hans Homann, 1967 erschienen im Mercator &#8211; Verlag Duisburg.<\/p>\n<p><em>In jener fernen Zeit, in der die Kaufleute immer reicher und die Ritter immer \u00e4rmer wurden, dachte der adelige Herr auf Schlo\u00df B\u00f6ckum gleich vielen anderen seiner vornehmen Sippschaft dar\u00fcber nach, wie man das lustige Leben fortsetzen k\u00f6nnte, ohne zu ackern oder Handel zu betreiben. Sie verfielen allesamt darauf, es den R\u00e4ubern und Wegelagerern gleichzutun und vor allem die fahrenden Kaufleute gr\u00fcndlich auszunehmen. <\/em><\/p>\n<p><em>Der Ritter von Schlo\u00df B\u00f6ckum meinte, er liege mit seinem festen Haus gerade richtig in der N\u00e4he der Verbindungsstra\u00dfe zwischen D\u00fcsseldorf und Duisburg, die von den H\u00e4ndlern mit gro\u00dfen und kleinen Pferdewagen eifrig befahren wurde. Da aber sein Schlo\u00df fast 10 Minuten von der Landstra\u00dfe entfernt lag und zudem von einem hohen, dichten Wald umgeben war, machte ihm sein Erscheinen zur rechten Zeit und an der g\u00fcnstigsten Stelle oftmals gro\u00dfe Schwierigkeiten. Er wu\u00dfte sich aber zu helfen. Ganz in der N\u00e4he der Landstra\u00dfe lag ein Bauernhof, der Steinhof genannt wurde, weil er ganz aus Bruchsteinen erbaut worden war. <\/em>[Diesen Hof gibt es \u00fcbrigens bis heute]<em> Der war ihm seit langer Zeit zu eigen. Einigen seiner Knechte gab er den Auftrag, sich Tag und Nacht dort auf die Lauer zu legen und bei dem Herannahen einer Kaufmannskaravane auf die Pferde zu springen, zum Schlo\u00df B\u00f6ckum zu reiten und Nachricht zu geben. Um auch in den dunkelsten N\u00e4chten, wenn man keine Hand vor Augen in dem dichten Wald um das Schlo\u00df sehen konnte, das Herannahen von Kaufmannswagen dem Raubritter melden zu k\u00f6nnen, hatte der Herr von B\u00f6ckum einen unterirdischen Graben ausheben lassen, den der Knecht mit der Botschaft vom Nahen der H\u00e4ndler mit einer Fackel in der Hand zu durcheilen hatte. <\/em><\/p>\n<p><em>Erhielt der Raubritter die Meldung, da\u00df die bepackten Karren der H\u00e4ndler auf Duisburg zufahren wollten, dann sprengte er mit seinen Reisigen auf den schweren Ritterpferden an der Anger <\/em>[einem gr\u00f6\u00dferen Bach in Huckingen]<em> vorbei, um \u00fcber den Remberger Hof zur Spick zu gelangen. Dort f\u00fchrte eine Br\u00fccke \u00fcber die Anger. Hier lauerte er hinter dem \u00dcbergang \u00fcber den Bach seinen Opfern auf, so da\u00df sie bei seinem \u00dcberfall nur versuchen konnten, \u00fcber die Angerbr\u00fccke zur\u00fcckzufahren. Dort aber standen seine Knechte zum Pl\u00fcndern der Wagen bereit. Wollten die Kaufleute von Duisburg nach D\u00fcsseldorf fahren, st\u00fcrmte der Raubritter an der Anger vorbei nach S\u00fcden. Dann lauerte er den Kaufleuten an der Sandm\u00fchle auf, weil dort die Anger \u00fcber den &#8222;Gro\u00dfen Graben&#8220; f\u00fchrte.<\/em><\/p>\n<p><em>Viele Jahre trieb der Raubritter vom Schlo\u00df B\u00f6ckum sein unehrenhaftes Gewerbe. Da brach zu dessen Bestrafung der Erzbischof von K\u00f6ln mit dem Grafen von Berg auf <\/em>[dem das Haus dann auch sp\u00e4ter geh\u00f6rte]<em>. Am Walde Ansagel im S\u00fcden Duisburgs kam es zum letzten Gefecht f\u00fcr den Raubritter. Er und alle seine Reisigen wurden gefangengenommen und in K\u00f6ln zum Tode durch das Schwert verurteilt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flocke brachte mich mal wieder auf eine Idee. Sie erz\u00e4hlte n\u00e4mlich vor zwei Tagen in ihrem Blog von ihrem ersten Job. Nun bin ich ausgerechnet dieses Wochenende in Duisburg, weil meine Mom n\u00e4mlich Geburtstag hat. 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