{"id":95,"date":"2006-02-22T21:13:55","date_gmt":"2006-02-22T20:13:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.tour-blog.de\/?page_id=95"},"modified":"2015-10-12T20:01:42","modified_gmt":"2015-10-12T19:01:42","slug":"was-ist-bloggen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.tour-blog.de\/?page_id=95","title":{"rendered":"Was ist &#8222;bloggen&#8220; ?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Bloggen ist nichts anderes, als auf ein wei\u00dfes Blatt Papier zu schreiben. Mancher schw\u00f6rt auf \u201eMoleskine\u201c Notizb\u00fccher zum Schreiben, mancher auf \u201eCollege\u201c &#8211; Bl\u00f6cke, mancher auf lose, wei\u00dfe Bl\u00e4tter; einige behaupten, nur mit einem F\u00fcller, andere, nur mit einem Kugelschreiber oder Bleistift schreiben zu k\u00f6nnen. Auf das Geschriebene haben die Werkzeuge keinen Einflu\u00df. Auch ein Blog ist erst mal ein leeres Blatt. Wenn ich m\u00f6chte, auch ein buntes Blatt Papier. Aus vorgefertigten Vorlagen kann ich einen einfachen, feierlichen, bunten oder \u00e4sthetisch fragw\u00fcrdigen Rahmen schaffen. Aber das leere Blatt muss ich \u2014 um es zum Leben zu erwecken \u2014 selbst f\u00fcllen, mit meinen eigenen Worten. Wie auf dem Blatt Papier k\u00f6nnen die Worte ungeheure Kraft entwickeln, aber auch ganz profan und langweilig werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Witz, die Crux beim Bloggen ist aber, da\u00df der Text, sobald ich ihn fertig habe, <em>potentiell<\/em> von mehreren Millionen Menschen gelesen werden kann. Ich muss nicht in den Kopierladen gehen, oder den Drucker hei\u00dflaufen lassen, um meine Erg\u00fcsse zu vervielf\u00e4ltigen; ich mu\u00df sie nicht verschicken, im Gegenteil, der Text ist einfach, quasi f\u00fcr alle, da: *plopp*.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fr\u00fcher, als sowas noch \u201eHomepage\u201c oder \u201eWebpr\u00e4senz\u201c hie\u00df, konnte man auch einen Text \u2014 plopp \u2014 irgendwo hinstellen. Ein paar Suchmaschinen schickten einem ab und zu mal ein, zwei Leser vorbei, aber meist schimmelten die Seiten und Texte neben Ank\u00fcndigungen (\u201ehier entsteht demn\u00e4chst die Webpr\u00e4sens von Otto Mustermann\u201c) nur so vor sich hin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Bloggen ist das anders. Durch eine Prise Magie und allerlei technischen Firlefanz (Pingserver, Trackbacks, Referrertracking, Tagging, Aggregatoren, Kommentarfunktionen, Linkdumps) legt die Blogmaschine allerlei Spuren nach hier und da, von h\u00fc nach hott, von dort zu mir, von denen, auf die ich mich bezog oder die ich zitierte oder linkte, zur\u00fcck zu mir. In dem Moment in dem ich schreibe lege ich einer Krake gleich Spuren, trete in ein Geflecht aus Beziehungen und Referenzen ein, werde Teil der sogenannten \u201eBlogosph\u00e4re\u201c. Das h\u00f6rt sich pathetisch an, ist es auch ein bi\u00dfchen, aber es hat eine gewisse Magie. Denn durch den technischen Firlefanz finden meine Texte ihre Leser von alleine. Nicht sofort, von heute auf morgen; aber wenn ich regelm\u00e4ssig schreibe ist es unausweichlich, da\u00df sich ein st\u00e4ndig wachsender Leserstamm bildet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder der das macht, jeder der mal mit dem Bloggen anf\u00e4ngt, erliegt dieser Magie, verheddert sich in dem Beziehungsgeflecht aus Lesern, Kommentaren, Links von anderen Weblogs oder Autoren das sich bildet. Das Beziehungsgeflecht, das sich um mehr oder weniger jedes Weblog bildet, sagt freilich noch nichts \u00fcber die Qualit\u00e4t des Geschriebenen aus. Eine Frage, die \u00fcberfl\u00fcssigerweise neben der Infragestellung von \u201eRelevanz\u201c von Weblogs immer wieder auftaucht. Denn jede Perle findet in der Blogosph\u00e4re ihre Sau. Oder anders ausgedr\u00fcckt: es gibt nicht eine Blogosph\u00e4re, sondern sehr viele. Manche Sph\u00e4ren bilden sich aus drei, vier Menschen um ein Weblog, manche \u00fcberschneiden sich, manche sind gef\u00fcllt mit tausenden von Menschen, die sich gegenseitig lesen, sich aufeinander beziehen oder sich gegeneinander inspirieren oder dissen. Gemeinsam haben alle Sph\u00e4ren, da\u00df sie st\u00e4ndig wachsen. Ein Kommunikationsraum mit vielen parallel verlaufenden Gespr\u00e4chen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage nach der Relevanz oder den Folgen von Weblogs auf die \u201eMedien\u201c ist genauso \u00fcberfl\u00fcssig wie die Frage nach der Relevanz eines Opernhauses, einer Kneipe oder eines Marktplatzes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gro\u00dfe, revolution\u00e4re Gedanken sind auf einem wei\u00dfen Blatt Papier entstanden, trotzdem muss man wei\u00dfen oder leeren Bl\u00e4ttern keine Relevanz attestieren; Kaffeeh\u00e4user hatten einst den Ruf, subversiv zu sein, trotzdem kann man nicht davon ausgehen, da\u00df in jedem Kaffeehaus oder jeder Kneipe kluge oder neue Gedanken entstehen. Nichts desto trotz:<\/p>\n<p><a title=\"Zitatquelle\" href=\"http:\/\/www.myblog.de\/500beine\/art\/1916727\" target=\"_blank\">\u201eBloggen ist wie am Tresen stehen<br \/>\nmit dem besten Kumpel<br \/>\nund die ganze Kneipe<br \/>\nh\u00f6rt zu was es<br \/>\nNeues gibt.\u201c<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Potenzial und ein Forum f\u00fcr neue, revolution\u00e4re, frische, relevante oder profane Gedanken und Ideen ist da, auch und gerade in Weblogs. Noch nie war es so einfach, einen Gedanken in die Welt zu setzen und zu beobachten wie er sich verbreitet. Man mu\u00df nur schreiben (wollen), bzw. bloggen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nichts verstanden ?\u00a0 Dann fangen Sie an zu bloggen !\u00a0 Oder zumindest Blogs zu lesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: <a title=\"Felox Schwenzels \" href=\"http:\/\/wirres.net\/article\/articleview\/3202\/1\/6\/\" target=\"_blank\">Felix Schwenzel<\/a>, gefunden beim <a title=\"Fundquelle Taxiblogger\" href=\"http:\/\/www.taxiblogger.de\/?page_id=154\" target=\"_blank\">Taxiblogger<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bloggen ist nichts anderes, als auf ein wei\u00dfes Blatt Papier zu schreiben. Mancher schw\u00f6rt auf \u201eMoleskine\u201c Notizb\u00fccher zum Schreiben, mancher auf \u201eCollege\u201c &#8211; Bl\u00f6cke, mancher auf lose, wei\u00dfe Bl\u00e4tter; einige behaupten, nur mit einem F\u00fcller, andere, nur mit einem Kugelschreiber oder Bleistift schreiben zu k\u00f6nnen. Auf das Geschriebene haben die Werkzeuge keinen Einflu\u00df. 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