
In der Halle hing heute übrigens auch dieser Zettel, dessen Mitbringklausel mir schon ein Schmunzeln hervorlockte.
wirre Gedanken von der Straße

In der Halle hing heute übrigens auch dieser Zettel, dessen Mitbringklausel mir schon ein Schmunzeln hervorlockte.
Diese ganze Hallenumbenennerei macht einen manchmal ganz wuschig. Da sitzt man bei der Vorbereitung einer Show, freut sich darüber, daß es in Würzburg mit der S.Oliver – Arena wohl eine neue Halle geben soll — und dann ist es doch nur die alte Carl Diem Halle von jeher. Ob sich der Modehersteller mit dem Kauf der Namensrechte für diese alte Halle einen echten Gefallen getan hat, wage ich mal dezent zu bezweifeln, ist sie doch letztlich auch nur eine ganz normale Vierfeldschulsporthalle mit ein wenig Tribüne.
Ehrlicherweise hat sich seit meinem letzten Besuch hier vor etwa acht Jahren mit MOTD (Huhu Maddin) schon etwas getan. Immerhin gibt es jetzt auch Toiletten mit Klobrillen und nicht nur die vandalensichere Variante ohne. Außerdem existiert jetzt auch ein Cateringraum. Aber ansonsten… Mich wundert ja, daß es in Würzburg keine gescheite Alternative gibt. Auch tut mir immer der Boden leid. In der Halle liegt ein weicher Sportboden, in den schwere Cases tief einsinken, die dann durch die Halle geprügelt werden, weil natürlich der Ladezugang auf der gegenüberliegenden Seite liegt. Immerhin sind die Duschen sauber…

Ich weiß gar nicht, warum wir Veranstaltungshansels uns so wegen der sich verändernden Funksituation für unsere Mikros aufregen; Hilfe naht doch ! Heute sah ich diese Anzeige in der aktuellen Expert – Beilage zur Zeitung. Sony ist ja auch ein renomierter Hersteller, da bekommt man für wenig Geld sicher hochwertige Qualität geboten. Shure, Sennheiser, AKG und AudioTechnika können also einpacken mit ihren Strecken, die teilweise 6.000,00€ kosten. Sony räumt mal so richtig auf. Und ich kann mir auch Michael in London perfekt mit diesem Modell vorstellen. Oder auch Brian Johnson. Super. Endlich Licht in der Finsternis.
Nachdem wir gestern in einem echten Hallenurgestein waren, sind wir heute in einem Bau, der sicher genau so alt ist, aber dann doch nicht mehr ganz so zeitgemäß. Die Rijnhal in Arnheim ist ein Gebäude mit Tonnendach und … nicht mehr ganz optimalen sanitären Einrichtungen. Um es freundlich zu formulieren. Der Großteil der Crew hat nicht geduscht. Wenn man dann noch richtig riggen könnte, dann wäre es hier gar nicht sooooo schlecht, denn immerhin gibt es reichlich Platz und akzeptable Loadingmöglichkeiten.
Großer Vorteil einer Show in den Niederlanden sind aber die Einkaufsmöglichkeiten. Dabei meine ich jetzt gar nicht die Rauchwaren, die dem ein oder anderen in den Sinn kommen, sondern eher örtliche Delikatessen, die ich während meiner Segelei kennenlernen durfte und in Deutschland nur schwer zu bekommen sind. Konsequenterweise bin ich mit dem Runner auch zum nächsten Albert Heijn (Wikipedia) XL – Supermarkt gefahren um reichlich einzukaufen. Lekker.
Nachtrag 23:45 Uhr: Die Show war recht lustig; die Holländer feiern mehr als die Deutschen, trinken auch mehr und haben einen ziemlichen Spaß. Der Abbau geht jetzt extrem zügig; wir haben auch 650km bis nach Würzburg vor uns. Der einzige wirklich lange Trip auf der Tour und zum Glück schneit es nicht mehr.

Was Tim Renner da in seinem im letzten Herbst überarbeiteten Klassiker über die Musikbranche schreibt, scheint mir als Rezept für unsere derzeitige weltökonomische Lage durchaus brauchbar: das System krankt an erbsenzählenden Knödelpupsern, deren Controlling einfach jede Eigeninitiative, jedes Feuer verhindert und braucht mutige, engagierte, eigenverantwortliche Menschen, die für ihre Sache brennen. Es kommt nicht auf die pc eines Verantwortlichen an, sondern auf die Bereitschaft, ungewöhnliche Wege zu gehen. Das Ganze gibt es schon als Volksweisheit: „Wer wagt, gewinnt.“ Damit könnte ich meinen Artikel über das Buch eigentlich schließen. Dabei beinhaltet es neben diesem Fazit viel mehr.
Tim Renner zeigt in prägnanten Beispielen die Entwicklung der Plattenindustrie von den ersten Schellackplatten bis heute, erzählt von den mutigen Entwicklungen, kleinlichen Verfehlungen und zeigt so, wie es zur heutigen Kriese kommen mußte, warum sie glasklar absehbar war. Nun ist es ja leicht, im Nachhinein alles besser zu wissen. Das Buch macht aber nicht im Jetzt halt, sondern entwirft Ideen und Strategien, wie die gesamte Medienlandschaft sich entwickeln und dabei seinen Einfluß wieder festigen kann. Dabei bleibt Renner durchaus selbstkritisch. Immerhin war auch er ja mal Universal – Chef.
Das Buch ist tatsächlich nicht nur für den Insider interessant, sondern für jeden, der sich ein wenig für die Geschichte der Tonkonserven interessiert. Wer sich es kaufen möchte sollte darauf achten, die überarbeitete Version zu erstehen. Die veraltete Originalausgabe ist auch noch erhältlich.

Wir sind heute in der Philipshalle Düsseldorf, einem Venue, den ich seit meiner Jugend mit Kiss, AC/DC und Motörhead verbinde. Diese Bands sind ein guter Anlaß, mal unsere Leibköche vorzustellen, läuft doch stilistisch diese Musik in der Küche. Matze und Maik sind als Köche für die Laune auf Tour wichtiger als alle anderen Faktoren des Tages — und zum Glück tragen sie diese Verantwortung locker und mit Bravur. Kaum hat man einen Wunsch mal in einem Nebensatz geäußert, schon steht das Gewünschte auf dem Tisch. Dabei müssen sie selbst den widrigsten Umständen trotzen: im Berliner Friedrichstadtpalast beispielsweise ist das Kochen grundsätzlich verboten, so daß sie draußen auf der Laderampe brutschelten. Anfang März. Kalt. Dafür auch hier noch mal danke.
Die beiden sind so ehrgeizig, daß in den meisten Städten der Frühstückstisch schon gedeckt ist, wenn wir Techniker um kurz nach 09:00 in die Halle stolpern. Kann man mehr verlangen ? Nein !
Nachdem geklärt ist, wo wir heute sind, kann ich Euch ja auch Bilder aus der Halle zeigen. In der Saarlandhalle war ich mal eine ganze Zeit lang häufiger und jetzt auch ein paar Jahre nicht. In dieser Halle hatte ich mal eine Schwarzarbeiter – Kontrolle der BfA; sehr lustig. Das ganze Gelände wurde von einer Hundertschaft umzingelt, damit keiner abhauen konnte und dann wurde jeder kontrolliert. Alle Räume, auch Toiletten und abgelegene Lager, wurden abgesucht. Die ganze Geschichte war insofern spannend, weil neben Deutschen auch Niederländer, Kanadier, Amis und Franzosen mit dabei waren, was die Beamten deutlich ins Schleudern brachte. Von den über 80 örtlichen Helfern waren damals zwei beim Amt mit dem großen A gemeldet; das war natürlich ärgerlich für sie.

Hier mal ein kleines Rätsel an alle Tourenden: in welcher Halle sind wir heute ? Und bitte: nicht im Internet auf den Tourplan schauen, sondern nur auf das Photo.

Nachtrag um 18:00 Uhr: Gut… da das zu schwer zu raten scheint, hier ein zweiter Tip mit einem Photo aus dem Treppenhaus zwischen Bühne und Garderoben. Nun muß es aber einfach sein, oder ?

Nachtrag um 19:10 Uhr: da habe ich wohl nicht richtig aufgepaßt und der Name war auf einem der Plakate zu erkennen. Es stimmt, wir sind heute in der Saarlandhalle Saarbrücken, die, man sieht es am Dach des Eingangs, auch schon in die Jahre gekommen ist. Tatsächlich aber wie immer ist die Zufahrt zum Ladedock. Ich möchte nicht wissen, wie viele Trucker in den letzten Jahrzehnten sich da die Nase blutig gefahren haben.
Wenn der Eingang eines Hotels im Grunde nur aus einer Treppe in den ersten Stock besteht, dann bin ich aus Erfahrung skeptisch. Ach nee, falsch, das hatten wir ja gerade erst. Jetzt aber richtig: Wenn der Eingang eines Hotels im Grunde nur aus einem Lift in die dritte Etage besteht, dann bin ich aus Erfahrung erst einmal skeptisch. Im Falle des Hotels Stadt Hamburg in Saarbrücken ist diese Skepsis leider nicht ganz von der Hand zu weisen. Der Empfang an der Rezeption erst einmal wirklich äußerst zuvorkommend. Das ist deshalb so erwähnenswert, weil Nachtportiers bei kleinen Hotels in der Regel eher muffelig und unmotiviert sind. Im Zimmer dann schlagartig Ernüchterung: es gibt klassische Einzelzimmer und die sind wirklich sehr klein. So klein, daß man da eigentlich keinen Offday drin verbringen möchte. Das Grün der Wand sieht auf dem Photo schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist; tatsächlich finde ich die Farbgebung in der Realität gar nicht so schlecht. Dafür ist das Frühstück ganz gut.
Ich glaube sogar, daß ich letztlich halbwegs zufrieden mit dem Hotel gewesen wäre, wenn nicht im Gebäude ebenfalls eine radiologische Fachpraxis säße, die deutlich hörbar auch über ein gut ausgelastetes Gerät zur Kernsprintomographie verfügt. Jeder, der so eine Untersuchung schon mal mitgemacht hat, weiß, daß dieses MRT unglaublichen Krach schlägt, der sich durch Körperschall durch die Mauern weit verbreitet. So ist zwischen 07:30 und 22:00 (!) Uhr das Geratter der Maschine im Zimmer zu hören, was schon ziemlich nervig ist.
Wirklich schon lange habe ich eine solche Banderole in deutschen Hotels nicht mehr gesehen. Auch wenn es optisch nichts zu mäkeln gibt, macht mich ein solches Siegel immer eher mißtrauisch, als daß es micht beruhigt. Keine Ahnung, warum.
Das Haus liegt strategisch günstig mitten in der Stadt, gut zu Fuß vom Bahnhof zu erreichen und mitten in einer Fußgängerzone. Saturn, Karstadt und sonstige Läden sind direkt vor der Türe. Das wiederum macht das Hotel für Offdays natürlich ideal.
Auf dieser Fußgängerzone gab es heute Abend auch die wöchentliche Montagsdemo gegen Hartz IV und Arbeiterausbeutung: zwei Trommler, drei Plakatschwenker, zwei, drei Mitläufer und eine Frau mit Megaphon und einer unglaublich hysterischen Stimme. Das Ganze unter völligem Fehlen von Interesse bei den Passanten. Trotz Aufgebots von reichlich Dezibel interessierte sich wirklich keine Sau für die Truppe. Das muß schon extrem frustrierend sein, wenn man das jeden Montag so durchzieht.
Eben saß ich im Truck, zuckelte auf der Autobahn so vor mich hin, im Radio sang eine Frau, deren Stimme ich eindeutig Rosenstolz zuordnete, „Ich will Sahne“, „Gib mir die Sahne“, es machte aber absolut keinen Sinn, was die da sang. Kopfschüttelnd nahm ich es zur Kenntnis, bis mit der Moderator nach dem Titel verriet, daß sich keinesfalls um Rahm, sondern um die Sonne handele, die da besungen sei. Mädchen, sing doch mal was deutlicher !