Wasch mich, aber mach mich nicht naß

Auf dem Weg zum Bäcker drückte mir heute Morgen eine junge Frau ein Flugblatt einer Bürgerinitiative in die Hand, die gegen die ganzen Handymasten ist und verlangt, daß keine neuen gebaut und die alten demontiert werden. Bei der Kontaktadresse der Initiative ist eine Handynummer angegeben.

Nun.

Das ist ja konsequent.

Tatsächlich frage ich mich, wie sich diese Leute das in der Praxis vorstellen; hieße das ja, daß wir alle unsere Mobiltelephone verschrotten und wieder kabelgebunden telephonieren müßten. Was ich als Reisender durchaus bedauerte. Ob die Leute der Initiative sich das so im Detail überlegt haben ?  Vielleicht müßte ich mal zu so einem Treffen. Durch die Breitbandinitiative der Bundesregierung wird der Funkverkehr in den nächsten Monaten ja noch zunehmen.

Natürlich kann man sich fragen, ob jedes sechsjährige Blag schon mit einem Handy in der Hand rumlaufen muß (in meinen Augen: nein) und ob es wirklich ein Segen ist, daß wir alle 24/7 erreichbar sind (auch hier: nein). Aber die Innovation des Mobiltelephons und auch einer UMTS – Verbindung würde ich nur extrem ungern missen müssen. Touren mit der Kommunikationstechnik von vor 20 Jahren war nicht immer einfach. Obwohl es natürlich auch den Vorteil hatte, daß alles langfristiger vorbereitet war, weil man von unterwegs viel weniger machen konnte.

Früher konnte man allerdings auch bei Bahnfahrten ruhigen Gewissens ein Buch lesen, anstatt sich genötigt zu sehen, per UMTS Mails zu beantworten. Ich glaube, ich überlege mir das noch mal……

Weg mit den Handymasten !

13 Kommentare zu “Wasch mich, aber mach mich nicht naß”

  1. Gerhard schreibt:

    Und, haste sie drauf angesprochen? =)

  2. Markus Sorger schreibt:

    Nee, habe den Zettel erst zuhause gelesen, da war’s zu spät.

  3. Gerhard schreibt:

    Schade… *gg*

  4. Arne S. schreibt:

    Aufgrund des schönen Beitragstitels hat google zur E-Mail-Benachrichtigung über den neuen Eintrag passende Werbung platziert (… srceenshot unter URl gelegt, hoffentlich funktioniert es).

  5. Markus Sorger schreibt:

    Sehr schön ist das Trockenfutter… :-D

  6. Christian Tepfer schreibt:

    In der Bahn ist es einfach, mangelhaften Empfang vorzutäuschen, das Telefon, mobiles-Internet-Gerät, wie auch immer, einfach auszuschalten und ganz analog ein Buch zu lesen. Oder sich mit Mitreisenden zu unterhalten.

    Wie der Nokia-Chef schon in den 90ern sagte: “Das wichtigste Feature an unseren Telefonen ist der Aus-Schalter”.

    Laß uns mal bei der Bürgerinitiative auflaufen und mit HSPA-Telefonen den Verlauf bloggen um die Öffentlichkeit mal so richtig für das Thema zu sensibilisieren. ;-)

  7. Markus Sorger schreibt:

    Ich verspüre wenig Neigung, Objekt eines BILD – Artikels mit der Überschrift “Ökos lynchen Handynutzer; das Netbook führte zum Tod” zu werden.

  8. Christian Tepfer schreibt:

    Markus, Du bist aber wenig risikoorientiert. Dann eben Öko-Netbooks mit Rauchzeichen-Generator, für Twitter sollte das reichen…

    Und warum habe ich in Blaubeuren eigentlich nur EDGE mit Latenzen im unbenutzbaren Bereich? Und WLAN nur im Saal sinnvoll und auf dem Zimmer 2 Hotspots auf Kanal 11 mit geringer Empfangsstärke?

    Nicht daß ich das unbedingt brauche, es geht ums Prinzip…

  9. Markus Sorger schreibt:

    Ich zwitscher ja nicht. Mir sind 140 Zeichen für einen anständigen Artikel einfach zu wenig.

    Und zwei Hotspots auf dem selben Kanal sind in kleinen Hotels doch normal. Das ist nämlich nur einer mit einem Repeater. Das erhöht zwar die Reichweite, halbiert aber den Durchsatz. Immerhin hat man aber guten Willen gezeigt ;-)

  10. Christian Tepfer schreibt:

    Zum Zwitschern fällt mir nur noch The Onion ein:

    http://www.theonion.com/content/news_briefs/twitter_creator_on_iran_i

    Die beiden Hotspots senden verschiedene Netzwerke, ich tippe mal auf Anwohner in der Nähe. Hier ist auch eine Fritzbox ganz in der Nähe, volle Empfangsstärke, für die ich leider kein Passwort habe.

    EDGE hingegen geht gar nicht, es sei denn ich finde irgendwo noch die Einstellungen für Timeouts.

    Nomaden haben es schon schwer. Am 8.8. bin ich wieder in Hamburg und freue mich auf ein anständiges WLAN und Essen von Sabine in der Fabrik. Dazu lustiges Condenser-in-Flügel-werfen, eine immer aktuelle Tontechniker-Disziplin, die wird bestimmt irgendwann olympisch.

  11. ker0zene schreibt:

    So ist es halt. Jeder möchte konsumieren, aber keiner will die Deponie oder eine Müllverbrennungsanlage in der Nähe haben, wir haben dieses Thema seit längeren vor Ort. Oder beim Strom, den benötigt auch jeder, aber schmutzige Kraftwerke bitte weit weg. Wobei ich solche Themen rationell noch besser erfassen kann als das Thema “Handysmog”, was doch eher eine Art Glaubens- und Philosophiefrage zu sein scheint.

  12. Lenin schreibt:

    Hei das ist ja ein ganz feiner Verein.
    Dazu hätte ich hier noch eine meiner Lieblingssatireseiten http://www.mobilfunk-buergerforum.de/.
    Für den der mit etwas Funk- und HF-wissen gesegnet ist, ein durchaus Unterhaltsames Abendprogramm. Für alle anderen ist diese Site nicht empfehlenswert, da dort wirklich abenteuerliche Zusammenhänge aus Halbwissen und Vermutungen gestrickt werden.

    gute nacht

  13. Markus Sorger schreibt:

    Haha ! War gerade mal ein wenig auf der Seite stöbern. Die ist ja allerfeinst. Ich bezweifele, daß es sich hier um Halbwissen handelt. Das ist eher Achtelwissen.

    Ich bestreite nicht, daß es Elektrosmog gibt und daß er ab einer gewissen Energie Auswirkungen auch auf den Menschen hat. Ich bestreite auch nicht, daß gepulste Wellen mehr stören als echte Wellenformen. Aber die Begründungen auf der Seite sind wirklich allerliebst.