Archiv für Oktober 2006




Hotel Stadthaus, Paderborn

Ein Beitrag zum Themengebiet Hotels, geschrieben am 31. Oktober 2006 von Markus Sorger
Mein Zimmer im Hotel Stadthaus in Paderborn

Nachts um 01:00 Uhr dann noch im Paderborner Stadthaus eingecheckt. Ein wirklich schönes Hotel mitten in der Stadt mit einem äußerst freundlichen Nachtportier. Ohne dem Hotelblogger zu nahe treten zu wollen (der ist bestimmt auch sehr nett), aber gerade in kleineren Häusern sind Nachtportiers oft sehr … speziell. Dieser kam mir schon entgegen, als ich am Hotel parkte, wußte meinen Namen (ich war halt der letzte fehlende Gast), war gutgelaunt. Toll.

Das Zimmer sehr gemütlich, mit einer frischen (!) Blume auf dem Schreibtisch, großzügigem Flur und einem riesigen Bad. Das Hotel bietet ansonsten alles, was man so braucht (incl. Sauna, die ich aber natürlich nicht ausprobieren konnte) und hat außerdem ein gut ausgestattetes Frühstücksbuffett. Insgesamt hat es seine vier Sterne wohl verdient und allen Paderbornreisenden sei das Haus empfohlen.

Wer rastet, der rostet

Ein Beitrag zum Themengebiet Konzerte, unterwegs, geschrieben am 31. Oktober 2006 von Markus Sorger

Unter dieses Motto könnte man den Montag stellen — obwohl ich ehrlicherweise auch nichts dagegen hätte, wenigstens mal ein wenig Flugrost anzusetzen; den kann man ja leicht wieder abwischen. Morgens kurz am Schreibtisch gekämpft, dann bei der Handelskammer das Carnet abgeholt und mich auf den Weg nach Paderborn gemacht, wo Dienstagmorgen der Zoll zur Abfertigung wartete. Da Bremen grob in der Richtung liegt, habe ich dorthin einen Abstecher gemacht, um mir die Show von Ina Müller im Pier 2 anzusehen.

Auch wenn ich Ina selbst nicht kenne, so ist mir doch die Produktion sehr vertraut. Hardy Kayser, Inas Gitarrist, ist auch MD bei Annett, Sascha war die letzten beiden Touren bei uns Ton-SysOp, Helge Zumdieck hilft bei Annett am Schlagzeug aus, wenn Christoph Buhse nicht kann, Melanie Schlitter drückt auch bei Max das Licht (bei Ina ist sie Lichtdesignerin) und Jens Kröger vertritt mich sowohl bei Annett als auch bei Max, wenn ich mal anderweitig beschäftigt bin. Ihr seht, viele nette Leute, die es zu besuchen lohnt. Außerdem hatte ich schon Vieles über die Show gehört und wollte mir mal ein eigenes Bild machen.

Ina Müller im Pier 2

Sehr witzig ist die Mischung des Publikums. Ina Müller war lange mit einem plattdeutschen Programm unterwegs, war Teil der Comedytruppe Queen Bee, arbeitet als Moderatorin für den NDR und seit neustem hat sie halt ihre eigene hochdeutsche CD „weilblich, 40, ledig“ auf dem Markt, die sich auch sehr gut verkauft. Aus jedem Bereich waren Fans da (plattdeutsch sprechende Landfrauen, junge Schnösel, ergraute Mittvierziger), so daß das Pier 2 nicht nur restlos ausverkauft war, sondern auch ganz unterschiedliche Erwartungen im Raum schwebten — die Ina locker alle erfüllte.

Ina Müller im Pier 2; Photo von Melanie Schlitter

Natürlich lag der Schwerpunkt auf ihrem aktuellen Songprogramm, das mir live ehrlicherweise viel besser gefällt, als auf CD. Wer Ina aber mal erlebt hat weiß, daß sie unheimlich gerne moderiert. Und so war gut ein Viertel des Programms Moderation, immer sehr witzig, immer leicht zynisch, einfach gut gemachte StandUp – Comedy. Drei plattdeutsche Songs gab’s ebenfalls zu hören, so daß am Ende des Abends alle sehr zufrieden nach Hause gingen. Auch mir hat’s gefallen, ich kann die Show empfehlen; leider ging’s für mich nicht nach Hause, sondern weiter nach Paderborn.

zwei schöne Photos

Ein Beitrag zum Themengebiet im Netz, geschrieben am 30. Oktober 2006 von Markus Sorger
Unclear Lines

Bevor ich mich jetzt gleich mit ein paar Umwegen auf den Weg nach Wien mache, wo wir die Auslandstour von Annett beginnen, möchte ich Euch noch schnell zwei schöne Photos zeigen, die ich in der wundervollen Welt der Photoblogs gefunden habe. Das erste Bild ist ein wunderschönes Spiel mit Licht und von der Seite IstoicaEveryday. Hier kann man hervorragend sehen, warum die Lichtleute auch auf Bühnen immer sehr gerne Nebel, oder aber zumindest einen leichten Haze (Dunst) einsetzen: das Lichtspiel wird dadurch erst richtig sichtbar.

QSP

Das zweite Photo ist mal wieder von Fredrik und zeigt eine wie ich finde sehr coole Situation bei einer Session der Band QSP. Long live Rock ’n‘ Roll.

zwei weitere Tage bei Würth Solar

Ein Beitrag zum Themengebiet Industriejobs, geschrieben am 29. Oktober 2006 von Markus Sorger

Der zweite Würth – Tag, Samstag, lief sehr entspannt und ohne berichtenswerte Vorkommnisse. Mittags um 16:00 war Dienstbeginn, 19:00 Einlaß für die Mitarbeiter und im Abendverlauf gab es verschiedene Ehrungen für 10- bis 35jährige Mitarbeit, besonderen Einsatz und außerdem wurden Lehrlinge, die im Sommer ihre Ausbildung abgeschloissen hatten gefeiert. Für Außenstehende sind solche Veranstaltungen nicht besonders spannend, für Firmenmitarbeiter, die ja eine ganz andere emotionale Bindung dazu haben, sieht das schon ganz anders aus und so wurde hier bis 01:30 gefeiert.

Der Abbau bei Würth Solar

Am heutigen Sonntag dann Abbau, es geht schön fix. Außerdem haben wir von der Zeitumstellung profitiert, denn so konnten wir ’ne Stunde länger schlafen. Um 14:00 waren die Trucktüren bereits zu und ich machte mich auf den Weg nach Hause.

Bei längeren Autofahrten höre ich zur Zeit immer HörspielCDs; gestern unter anderem „Ein Zeichen der Liebe“ von Frank Schätzing, gelesen von Jan Josef Liefers. Hier trifft eine witzige Geschichte auf einen wirklich genialen Leser, die CD sei also auf’s Wärmste empfohlen.

Später dann die obligatorische Waschmaschine angeschmissen und ansonsten einen sehr gemütlichen Abend voller Nichtstun genossen.

Inbetriebnahme Würth Solar

Ein Beitrag zum Themengebiet Industriejobs, geschrieben am 27. Oktober 2006 von Markus Sorger
Das zur Festfläche umgebaute Auslieferungslager bei Würth Solar

Heute war der große Tag: nach nur zwölf Monaten Planungs- und Bauzeit ging die Produktionsstraße der Würth CIS – Solarmodule durch den berühmten Knopfdruck in Betrieb. Oben seht Ihr das Auslieferungslager, das für den heutigen Tag zum Festsaal umfunktioniert wurde. Die Fertigung siliziumfreier Solarzellen in Großproduktion ist eine echte Weltneuheit und darum war man hier auch besonders stolz.

Ministerpräsident Günter Oettinger bei Würth Solar

Neben örtlichen Politikern, dem Architekten, Wissenschaftlern und anderem hochrangigen Publikum war auch Baden Würtembergs Ministerpräsident Oettinger angereist, der eine launige Rede zum Besten gab und stolz darauf war, seinem wirtschaftlich stärksten Widersacher, den Bayern, wieder mal ein Schnippchen geschlagen zu haben.

Tanzperformance

Zur Visualisierung der vier Elemente gab es zwischen den Reden eigens für diese Veranstaltung choreographierte Tanzeinlagen. Im Vorfeld war ich echt skeptisch, wurde aber positiv überrascht, die Nummern waren richtig gut.

Herr Prof. Dr, Reinhold Würth bei der Inbetriebnahme des CIS - Werks

Zu guter Letzt gab’s dann auch noch einen Vortrag vom Chef. Wie immer mit spritziger Ironie gewürzt und hemdsärmelig. So erzählte er beispielsweise, daß es ihn gestern noch gepackt habe und er ’ne Vertretertour als Verkäufer gefahren sei. Als 71jähriger Konzernchef. Das würde er jeden Monat mindestens einen Tag machen und an diesem Tag würde er mehr lernen, als in einer Woche voll mit Meetings. Mit dieser Philosophie hat er es seit seinem 15. Lebensjahr von einer Hand voll Schrauben immerhin zur fünfreichsten Einzelperson Deutschlands geschafft. Kann also nicht so falsch sein.

Der berühmte Knopfdruck bei Würth Solar

Nach dem ganzen Gerede und den getanzten vier Elementen dann der Start der Serienproduktion; der Knopfdruck von Ministerpräsident Oettinger, Professor Würth und Werksleiter Karl-Heinz Groß wurde aus dem Reinraum direkt in den Saal übertragen. Das Photo ist von Werksphotograph Andi Schmid.

Bei einer solchen Veranstaltung gibt es meistens kaum wirkliche technische Probleme. Die Herausforderung liegt woanders. So eine Lagerhalle ist nicht als Veranstaltungsfläche geplant. Wir wollten unsere Technik aber riggen (an der Decke aufhängen), weil es einfach besser aussieht. Die Frage ist also: kann die Decke das ? Gibt es ausreichend Fluchtwege auch für die ganzen Besucher, genug Toiletten, genug Strom; wie erfolgt die gastronomische Versorgung ? Hat man die laienhaft formulierten Wünsche des Kunden auch richtig verstanden und kann man sie innerhalb des Budgets (immerhin sind das hier Schwaben) umsetzen ? Und so gab es während des Aufbaus gestern einige Herausforderungen und auch heute einige spontane Änderungen. Oft sehen ja auch Dinge in der Realität ganz anders aus, als sich der Kunde das theoretisch vorgestellt hat.

Nachmittags dann etwas entspannen und leichte Umbauten für die Abendveranstaltung.

Die Band der Housewarmingparty bei Würth Solar

Wenn man in eine neue Wohnung zieht, dann gibt’s ’ne Housewarmingparty und so auch hier. Alle Mitarbeiter und deren Partner wurden eingeladen zu feiern — was auch ausgiebig getan wurde. Später auch mit Tanz und allem was so dazugehört…

Zum Schluß noch ein Link zu einem ganz gut geschriebenen Zeitungsartikel.

Aufbau Würth Solar

Ein Beitrag zum Themengebiet Industriejobs, geschrieben am 26. Oktober 2006 von Markus Sorger

Würth ist nicht nur bei Schrauben, Werkzeug und Montageschaum ganz groß, sondern unter anderem auch in der Herstellung von Solarzellen. Auf das selbstentwickelte CIS – Verfahren ist man sehr stolz, es gibt weltweit keinen weiteren Hersteller, der dieses Verfahren zur Zeit beherrscht. Man spricht von einem Forschungsvorsprung von mindestens zwei Jahren. Morgen soll in Schwäbisch Hall eine Fertigungsstraße feierlich eingeweiht werden und dafür haben wir heute um 06:00 Uhr, also deutlich vor dem Aufstehen angefangen aufzubauen. Photos kann ich Euch heute leider nicht bieten; wegen des hochgeheimen Fertigungsverfahrens will man sich keine Ideen klauen lassen. Darum ist das Photographieren hier strengstens verboten. Morgen während der Veranstaltung werde ich dann Bilder nachreichen.

Sauberzone

Berichten kann ich aber, daß es heute im Catering Dampfnudeln gab. Dampfnudeln ! Ich liebe diese Dinger und immer wenn in Hamburg Dom ist, gehe ich ausschließlich zum Dampfnudelessen dorthin. Lecker !

Flughafen Schwäbisch Hall

Während ich also noch nichts über unseren Aufbau inmitten des Auslieferungslagers zeigen kann, will ich Euch aber was von außen zeigen. Direkt neben dem Werk liegt der Flughafen Schwäbisch Hall. Ewas befremdlich finde ich die Schafe, die direkt neben der Startbahn grasen. Scheint nicht allzuviel los zu sein dort. Der Flugplatz war bis Anfang der 90er ein kleiner amerikanischer Militärflughafen und wurde dann von „regionalen Geschäftsleuten“ (so heißt es in der Flugplatzinfo) übernommen und hochmodern ausgebaut. Darum heißt er jetzt auch Adolf Würth Airport.

Solarzellen an der Hausfront

Wenn man schon Solarzellen baut, dann kann man sie ja auch einsetzen. Würth plant an seinem Firmenstandort ein Solarkraftwerk mit Elementen an der Häuserfront und auf dem Dach.

Warmwasserbereitung

Dabei wird nicht nur Strom, sondern auch Warmwasser per Sonnenenergie erzeugt. Ihr seht, man ist vom Konzept überzeugt und ist bereit, ’ne Menge darin zu invenstieren.

Investieren ist ein gutes Stickwort: wir investierten bis 02:00 Uhr, bis dann alles an den drei Standorten im Gebäude fertig war. Puh.

Kurz und schmerzlos

Ein Beitrag zum Themengebiet Annett Louisan, unterwegs, geschrieben am 26. Oktober 2006 von Markus Sorger

Gestern war Mittwoch, aber warum auch immer habe ich den ganzen Tag gedacht, es sei Montag. Wahrscheinlich weil das Tourende sich wie Wochenende anfühlte; keine Ahnung. Ich habe ’ne Menge gemacht, aber wenig ist passiert. Waschen, Postberg abarbeiten, das Carnet für Annetts Schweiztermine beantragen.

Nachmittags dann mit dem Auto los nach Schwäbisch Hall, denn da ging’s heute los mit dem Aufbau bei Würth Solar.

Congress Centrum Bremen

Ein Beitrag zum Themengebiet Annett Louisan, geschrieben am 24. Oktober 2006 von Markus Sorger
Congress Centrum Bremen

Nach unserem gestrigen Heimspiel sind wir heute in der Hanse – Nachbarstadt Bremen. Dort betreibt das Maritim Hotel direkt neben dem Stadthallen- und Messekomplex noch ein eigenes Kongreßzentrum, in dessen größtem Saal wir heute spielen. Der Unterschied zur Stadthalle ist schon auffällig. Das Kongreßzentrum ist einem Hotel angegliedert und das merkt man sehr deutlich. Nach vorne raus ist alles ganz toll (oder was man zum Zeitpunkt des Baus für toll hielt; mich selbst erinnert die Saaldeko an das Müllbühnenbild von Cats), aber hinter den Kulissen ist es schon sehr karg. Auch den Künstlergarderoben sieht man an, daß sie eher für irgendwelche Top40 – Coverbands gedacht sind, als für Künstler. Sie haben den Charme einer Sporthallengarderobe, bei der versucht wurde, sie ein bißchen auf nett zu machen.

Congress Centrum Bremen

Der Saal und die Bühne sind aber ok., der Ladelift halbwegs schnell, es gibt eine große Seitenbühne, Hauszüge, eigentlich alles, was man so braucht und darum geht der Aufbau auch zügig voran. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein Hausmitarbeiter einen Wagen voll mit Bühnenplatten über unser Multicore schiebt. Dieses Kabelbündel besteht aus drei Kablen mit je 48 nur 0,24mm dicken Adern, die die Last eines mehrere hundert Kilo schweren Wagens nicht so gerne aufnehmen. Eines der Kabel ist dabei gebrochen. Nun ist ein Multicore bei uns 100m lang und man kann nicht mal eben ein Stück da rausschneiden, sondern es nur noch in die Tonne treten. Den Schaden in Höhe von geschätzten 5.000,00€ wird uns das Haus ersetzen müssen.

Eigentlich ist bei uns um 17:00 Soundcheck, aber heute verzögert sich das eine Dreiviertelstunde, weil die Künstler im Stau stehen. Dadurch kommt eine sehr entspannte Stimmung auf; Freizeit mit der man nicht gerechnet hat ist klasse und einige der Kollegen entschließen sich spontan, rüber zum Freimarkt zu gehen und ’ne Runde Achterbahn mit fünf Loopings zu fahren. Ich bleibe in der Halle und vervollständige meine Zollunterlagen für die Konzerte in der Schweiz. Morgen muß ich mich mal wieder um ein Carnet kümmern.

Als Abschlußkonzertpublikum sind die Bremer ganz gut, sie feiern schön mit und so gibt es einen schönen Abschluß der Tour. So richtig Abschiedsstimmung kommt aber nicht auf, weil sich wesentliche Teile der Leute schon in einer Woche ja in Wien wiedersehen und zwischendurch noch Proben und ’ne Gala für Annett anstehen. Also eher eine Pause, als wirklich Tourende.

Trotzdem ist für die Produktion in dieser Form erst mal Tourende und beim Abbau muß alles wieder richtig auseinandergenommen und müssen Kabelbäume in einzelne Kabel zerlegt werden. Trotz des Mehraufwands ist auch heute die Trucktüre um 00:30 Uhr zu. Eine gute Stelle, mal „Danke !“ zu sagen. Den Hands, die heute sehr gut waren und vor allem meiner Crew. Jungs, auch wenn ich manchmal etwas nervig war, Baßboxen in der Gegend herumschob, Diskussionen ruppig beendete und nachträglich noch zusätzliche Vorhänge wollte, Ihr ward ’ne tolle Truppe und ich freue mich auf jeden einzelnen von Euch bei zukünftigen Touren. Es war eine entspannte, letztlich sehr gut zusammenarbeitende Truppe (kleine Reibungsverluste nach nervigen Tagen und wenig Schlaf sind normal) und ich habe von vielen Örtlichen gehört (gerade heute noch mal), daß wir die angenehmste Produktion seit langem gewesen wären. Das und die jeden Abend rund laufenden Shows sind Euer Verdienst. Danke. Danke auch an unsere Küche. Ich habe auf der Tour zwei Kilo zugenommen. Muß also lecker gewesen sein…

Nach Abbauende mit dem Nightliner nach Hause geschuckelt, direkt die erste Waschmaschine angeschmissen und im eigenen Bett eingeschlafen; wie schön.

Heimspiel in Hamburg

Ein Beitrag zum Themengebiet Annett Louisan, geschrieben am 23. Oktober 2006 von Markus Sorger

Es ist immer wieder merkwürdig, in der eigenen Stadt aus dem Nightliner zu steigen und zu wissen, daß man nicht nach Hause kommen, sondern Abends mit dem Bus weiterfahren wird. Über die Musikhalle muß ich Euch nichts mehr erzählen; ich habe sie ja ausführlich bei unserer ersten Show im Frühjahr und ansonsten bei diversen Konzerten und lokalen Jobs beschrieben. Und vieles ist auch wirklich genau so wie im Frühjahr, incl. der völlig demotivierten Hands. Mann, in der eigenen Stadt so von den Helfern enttäuscht zu werden ist bitter. Wir haben hier eben überlegt, ob wir bei der nächsten Tour Pokale für die besten und die schlechtesten Hands der Tour überreichen sollen. Beim Zitronenpokal wäre bislang die Wahl sehr leicht. Hier und heute. Ich hasse es, wenn die Leute so tun, als wären sie die coolsten Bauer der Welt, aber leider nicht wissen, wie man Marley verlegt.

Pause in der Musikhalle

Die Atmosphäre ist bei einem Musikhallenkonzert immer sehr intensiv. Die Leute sitzen, stehen bis ganz an die Bühne ran, oben in den zwei Rängen drängeln sich stehend die Leute und darum kommt immer sehr schnell Stimmung auf. Es hat was von dieser euphorischen Stimmung, die man eigentlich nur künstlich gepushed aus Filmen kennt. Ich mag es hier, auch wenn es eigentlich wie gestern ein Saal hauptsächlich für Klassik ist. Aber neben der guten Konzertstimmung ist auch das Hauspersonal ist nett. Ganz, ganz anders als gestern. Eine Wohltat.

Nach der Show noch Umtrunk. Annett und die Band sind ja von hier, aber auch Plattenfirma, Management & Verlag und so wird gefeiert. Richtig so.

Abbau und Laden liefen erträglich, auch wenn wir in Hamburg mal wieder mit Negativrekord enden. Dann ab in den Bus und nach Bremen zum letzten Tourtag.

Gewandhaus zu Leipzig

Ein Beitrag zum Themengebiet Annett Louisan, geschrieben am 22. Oktober 2006 von Markus Sorger

Es gibt Häuser, die sind ein Übel, um das man nicht herum kommt. Dazu gehört das Gewandhaus in Leipzig. Es gibt in der Größe keine vernünftige bestuhlte Alternative weit und breit, darum muß man dahin. Obwohl es jedes Mal weh tut. Die Pförtner schon entscheiden hier mit einem Imperativ, der in anderen Häusern nicht einmal vom Intendanten gebraucht wird. Es ist nicht nur so, daß die Akustik ausschließlich auf Klassik ausgerichtet ist, sondern auch sämtliches Gebaren im Haus. „Moderne“ Veranstaltungen werden hier geduldet (obwohl man natürlich die wirtschaftlichen Einnahmen gerne mitnimmt), aber man versucht, es ihnen möglichst schwer zu machen. Kompromisse ? Fehlanzeige. Das Fahrrad des vorletzten Bratschisten ist wichtiger als ein zügiger Aufbau der Produktion, die sowieso erst drei Stunden später anfangen darf als normal, weil im Zweifelsfall vorher noch Proben oder (wie heute) eine Matiné ist.

Gewandhaus Leipzig

Das Ergebnis ist ein wirklich hektischer Aufbau, bei dem dann natürlich auch Fehler passieren. Erschwerend kommt hinzu, daß der Ton zusätzliche Arbeit hat, weil hier heute 270° rund um die Bühne verkauft und somit zusätzliche Beschallung notwendig ist. Aufgrund des äußerst knappen Zeitrahmens kann diese seitliche Beschallung erst sehr spät eingehört werden; das Ergebnis ist leider nur suboptimal. Dabei könnte man ohne Aufwand eine für beide Seiten angenehme Arbeitsatmosphäre schaffen, wenn man überhaupt mal in Erwägung ziehen würde, auf die Fremdproduktionen zuzugehen, wie es in anderen klassischen Häusern ja auch der Fall ist.

Gewandhaus Leipzig

Aufbau, Soundcheck, Einlaß. Keine Pausen zwischendurch, aber irgendwie haben wir den Aufbau doch noch halbwegs pünktlich (Einlaß war 10 Minuten später) hinbekommen. Für die Kollegen, die dann auch noch die Show fahren müssen ein echt harter Brocken. Danke an dieser Stelle Euch allen, Jungs !

In der Pause

Die Show dann zwar für die Künstler mit etwas ungewohnter Akustik, von der Zuschauerreaktion her aber gut und daher ein wenig Belohnung für den Aufbau.

Der Abbau… war auch zu überleben. Bemerkenswert ist schon, wenn ein Rigger so cool sein muß und freihändig ohne Sicherung über die hochhängenden Traversen läuft. Wenn er da runterknallt und sich das Genick bricht, dann wär’s mir (mal abgesehen vom Schreibkram der dadurch entsteht) fast egal. Ärgerlich ist nur, daß da meine Leute drunter arbeiten und er denen im Zweifelsfall auf den Kopf fällt. Also uncool.

Nebenher finde ich witzig, daß Teenies es manchmal nicht ganz so genau nehmen. Oder es nicht besser wissen. Heute spielte auch Pink in Leipzig (allerdings natürlich nicht im Gewandhaus, sondern in der Arena). Was die Kinder nicht daran hinderte uns zu fragen, ob denn unser Nightliner nicht der Bus Pinks sei.