Nicht mehr mit gerechnet

Ein Beitrag zum Themengebiet zuhause, geschrieben am 27. Januar 2012 von Markus Sorger

Ehrlicherweise habe ich nach diesem warmen Winteranfang nicht mehr mit Schnee hier in Hamburg gerechnet, aber nun ist er doch da. Ich find’s ja gut, denn ich mag, wenn ein Winter auch ein Winter ist. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob die Krokusse, Tulpen und Osterglocken, die hier im Garten schon deutlich zu sehen sind, das auch so gut finden, wenn es dann jetzt nochmal kalt wird. Schön sieht es auch jeden Fall gerade aus.

stiller Geburtstag

Ein Beitrag zum Themengebiet Eindrücke, Empfindungen, Reaktionen, geschrieben am 23. Januar 2012 von Markus Sorger

Heute hat mein Blog seinen sechsten Geburtstag und den begeht es recht still. Im letzten Jahr schrieb ich etwa nur die Hälfte der Anzahl der Artikel des Jahres zuvor und auch in den letzten Tagen war ich ja nicht wirklich fleißig hier. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen gibt es eine Menge Arbeit und wenig Muße zum Bloggen, dann gibt es einige Dinge um mich herum, die ich gar nicht öffentlich verbloggen möchte und dann gibt es Kunden, die es ausdrücklich nicht wünschen, daß ich über deren Veranstaltungen schreibe. Dies alles zusammengenommen führt dazu, daß sich hier zur Zeit wenig tut. Das finde ich selbst auch schade, kann da aber nicht so richtig was dran ändern.

Damit Euch nicht langweilig wird könnt Ihr ja vielleicht zwischendurch mein Photoblog besuchen. Da gibt es jeden Tag ein neues Bild. Und wenn sich die Jahresplanung bewahrheitet, dann wird es hier am Mitte/Ende Mai auch wieder lebendiger. Bis dahin gibt es halt nur sporadische Meldungen.

Über SOLAS, AIS und alte Routenplanerkarten

Ein Beitrag zum Themengebiet Eindrücke, Empfindungen, Reaktionen, geschrieben am 16. Januar 2012 von Markus Sorger

Copyright: MarineTraffic.com/Google

Der ein oder andere aus meinem Bekanntenkreis weiß, daß ich mal zur See gefahren bin und so bekomme ich in diesen Tagen eine Menge Mails mit Fragen zum Unglück in Italien. Weil ich gerade beruflich eine Menge zu tun habe, möchte ich die Antworten hier mal zusammenfassen.

Jeder hat schonmal vom Untergang der Titanic gehört. Dieses Unglück eines Schiffes, das als absolut modern und sicher galt, war für die damalige Zeit so gravierend, daß es im Nachgang eine ganze Reihe von Tagungen gab, die sogenannten Titanic – Konferenzen, bei denen diskutiert wurde, was denn eigentlich alles schiefgelaufen war und wie man solche Pannen in Zukunft vermeiden könne. Der uns heute allen bekannte Notruf SOS (save our souls) ist zum Beispiel ein Ergebnis dieser Titanic – Konferenzen; davor gab es keinen einheitlichen Notruf. Die Titanic beispielsweise funkte damals nie SOS, sondern CQD (come quick, danger), einen Ruf, den es seitdem nicht mehr gibt. Am Ende der Konferenzen stand ein internationaler Sicherheitsvertrag für die Schifffahrt, SOLAS (safety of life at sea), der im Grunde bis heute gilt — wenngleich natürlich in regelmäßig überarbeiteter Form. In SOLAS und den Ergänzungsprotokollen ist sehr genau festgelegt, wie ein Schiff sicherheitstechnisch gebaut und ausgerüstet werden muß und wie Schulungen auszusehen haben, die das Schiffspersonal zu durchlaufen hat. Schiffe und Besatzungen, die diesen Vorschriften nicht entsprechen, können (und werden in westlichen Ländern) so lange stillgelegt, bis die Mängel abgestellt sind.

Das sogenannte Basic Safety Training muß faktisch jeder, der auf einem Schiff arbeitet, auch und gerade Servicekräfte, durchlaufen haben. In diesem 80stündigen Training lernt man grundlegende Kenntnisse unter anderem über Sicherheitsvorschriften, Brandbekämpfung und Evakuierung. Darüber hinaus muß jedes Crewmitglied ausführlich in die Situation des jeweiligen Schiffes eingewiesen worden sein.

So weit die Theorie.

Wenn ich mir Videos aus dem Schiff anschaue, dann … nun … scheint das ein oder andere Crewmitglied die Inhalte seiner Schulung vergessen zu haben. Um das mal freundlich zu formulieren. Daß das in dieser Form auf einem westlichen Schiff passiert, finde ich … interessant. Ich hoffe für alle Beteiligten, daß sich im Nachgang des Unglücks nicht herausstellen wird, daß die Servicekräfte zwar die Papiere haben, aber nie den Kurs besucht. Das fände ich fatal.

Die Reederei behauptet aktuell, die vom Kapitän gewählte Route “innen” an der Insel vorbei widerspräche den internen Vorschriften und in der Verwaltung habe niemand davon Kenntnis gehabt, daß die Schiffe der Reederei diese Route regelmäßig fahren. Auch diese Behauptung finde ich … interessant. Dank AIS (automatic identification system) kann heute jeder Laie im Internet nachschauen (zum Beispiel hier), wo jedes X-beliebige seetaugliche Schiff der Welt gerade herumdümpelt und man kann sich auch Fahrrouten anzeigen lassen; die letzten Daten der Costa Concordia im AIS – System seht Ihr auf dem Bild am Anfang des Artikels, das man auch größer klicken kann. Darüber hinaus hat jede Reederei heute ein sehr genaues Controling, bei der natürlich ausgewertet wird, wie und wo ein Schiff fährt. Sollte dies bei Costa nicht der Fall sein, dann wäre das … ungewöhnlich.

Zu guter Letzt ist der Kapitän der Meinung, der gerammte Felsen habe nicht in seiner Seekarte gestanden. Sowas ähnliches kennen wir alle ja auch. Da haben wir die Route von Hamburg nach Amsterdam in unseren Routenplaner eingegeben, den wir 2007 ganz stolz erstanden hatten und dann lotst er uns einen gigantischen Umweg, weil das Gerät das neue Autobahnteilstück noch nicht kannte; blöderweise sind ja die Kartenupdates immer so teuer und darum haben wir nie eines gekauft. Was beim Autofahren im Zweifelsfall lästig ist, ist in der Schifffahrt stumpf verboten. Ich muß neben der Software immer noch papierne Karten mit dabei haben und vor allem muß ich mein Kartenmaterial ganz regelmäßig bei dazu befähigten und zugelassenen Betrieben auf den neuesten Stand bringen lassen. Wenn ich dazu befragten Kapitänen glauben darf, dann ist der Felsen auf aktuellen Korrekturen durchaus eingezeichnet.

Von vielen Passagieren wird bemängelt, daß die Crew eine Stunde lang immer nur von einem technischen Defekt geredet habe und nicht davon, daß das Schiff volllaufe. Das wiederum kann ich zumindest ansatzweise verstehen. Der Kapitän hatte befohlen, nach dem Unfall zu drehen und im nahen Hafen einzulaufen. Er war sich sicher, daß man das schaffen würde und wollte so Panik unter den Passagieren vermeiden. Leider ging sein Plan um wenige hundert Meter nicht auf und so fehlte die Zeit dann für eine geordnete Evakuierung. Drehen wir die Situation mal um; nehmen wir mal an, das Schiff hätte es geschafft, im Hafen einzulaufen und alle Passagiere hätten gemütlich von Bord gehen können. Hätte der Kapitän dann direkt nach dem Unfall verlauten lassen, daß das Schiff leckgeschlagen sei und Wasser mache, wären mit Sicherheit auch Passagiere in Panik von Bord gesprungen und dann vielleicht ums Leben gekommen. Dann hätte man ihm vorgeworfen, wegen fehlerhaftem Umgang mit der Situation Panik nicht verhindert zu haben. Es war also ein schwierige Entscheidung, bei der er nur verlieren konnte.

Auf der anderen Seite ist es seerechtlich tatsächlich schwierig, wenn ein Kapitän bei einem Unglück faktisch als erster von Bord geht, die Rettungsmaßnahmen nicht leitet und auch trotz mehrfacher Aufforderung der Rettungskräfte nicht auf sein Schiff zurückkehrt.

Viele Detailfragen die mir gestellt wurden kann ich nicht beantworten, weil ich einfach nicht vor Ort dabei war; da möge man mir dann verzeihen, daß ich mich dazu nicht äußern kann.

vor dem Aufstehen

Ein Beitrag zum Themengebiet unterwegs, geschrieben am 15. Januar 2012 von Markus Sorger

Heute morgen bin ich sehr früh (also für meine Verhältnisse) aufgestanden, um ein paar schöne Bilder zu schießen. Das Wetter ist einfach klasse. Endlich wird es etwas kälter, es war tatsächlich unter 0°C, es gab einen blauen Himmel, das wollte ich nutzen. Außerdem ist meine Pflanze neben dem Bett eingegangen, da wollte ich mir was Neues kaufen. Was lag also näher, ganz touristisch zum Fischmarkt zu gehen.

Für meinen Lieblingspflanzenhöker war es anscheinend zu kalt (da hätte ich auch selbst drauf kommen können), die Mitbewerber hatten nichts, was mich anspricht und so bin ich nur mit ein paar Bildern nach Hause gekommen, was ja auch nicht schlecht ist. Ärgerlich ist, daß ich deutlich noch nicht alles essen kann; Dinge mit fester Konsistenz sind einfach noch zu schmerzhaft. Es gab nämlich schon einige Dinge, die ich mir sonst gegönnt hätte.

Weise Erkenntnis

Ein Beitrag zum Themengebiet Eindrücke, Empfindungen, Reaktionen, geschrieben am 14. Januar 2012 von Markus Sorger

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.

Benjamin Franklin

Der Mann wußte noch nichts von Vorratsdatenspeicherung und ähnlichem Schwachsinn sogenannter Sicherheitspolitiker. Aber er hatte und hat zweifelsohne Recht. Ich bin eben über dieses Zitat gestolpert und mußte es einfach hier auch wiedergeben.

Selbst ist der Mann

Ein Beitrag zum Themengebiet zuhause, geschrieben am 14. Januar 2012 von Markus Sorger

Nachdem das in der Nacht mit der Zahnfee nicht klappte — die Zähne lagen am Morgen immer noch da, wo ich sie abends deponiert hatte — verwöhnte ich mich heute morgen selbst. Es ist endlich traumhaftes Wetter und während draußen im Garten die ersten Schneeglöckchen blühen und tatsächlich auch schon frühe Tulpensorten rauskommen, erstand ich diesen Strauß bei Ali an der Ecke. Da bekomme ich doch direkt trotz Hamsterbäckchen viel bessere Laune.

Zahnfee

Ein Beitrag zum Themengebiet zuhause, geschrieben am 13. Januar 2012 von Markus Sorger

Bei Kindern kennt man das ja: wenn ihnen ein Milchzahn ausfällt legen sie den auf die Fensterbank (alternativ: unters Kopfkissen) und über Nacht kommt die Zahnfee und tauscht den Zahn gegen ein kleines Geschenk. Nun. Gilt das auch bei Weisheitszähnen, die in langem Gemetzel dem Kiefer entrungen werden ?  Ich werde das heute nacht mal ausprobieren.

Opatija, 2/2, letzte Show

Ein Beitrag zum Themengebiet Gregorian, geschrieben am 4. Januar 2012 von Markus Sorger

Hier hatten wir also unser letztes, unser 88stes Gregorian – Konzert im Jahr 2011. Für unsere kleine Tour mit Kirchenbesteck war das Hotel Kvarner ein schönes Venue. Unsere Helfer waren örtliche Fischer, die im Truck nicht immer eine elegante Figur machten, aber durchaus willens waren. Und das ist ja die Hauptsache.

Hermann am Tonpult mußte bei den letzten beiden Shows plötzlich an Regler greifen, die schon ein wenig Staub angesetzt hatten: im Gegensatz zu den Kirchen, wo es ja von Natur aus meist ausreichend hallert, war dieser Saal knochentrocken und es war nach vier Wochen Kirchentour sehr ungewohnt. Hermann hat aber dann den Regler tatsächlich noch gefunden :-)

Es gab wieder Kronleuchter, die sich hier sehr schön ins Bild fügten. Die Stimmung war nach den freien Tagen und der Aussicht, dann nach Hause fahren zu können, bei Crew & Cast sehr gelöst und so gab es eine sehr gute Show.

Auch den Kroaten gefiel es sehr gut und so war es ein toller Tourabschluß. An dieser Stelle noch mal ganz, ganz herzlichen Dank an meine Kollegen John, Hermann und Johannes für die super Zusammenarbeit auf der Tour und viele Grüße an Sänger, Band & Tourmanagement. Die Weihnachtstour war schön.

2012 ist gregorianisch eine Pause vorgesehen, erst im Frühjahr 2013 soll es wieder losgehen. Es sei denn, vielleicht, …… lassen wir uns überraschen.

Opatija, 1/2

Ein Beitrag zum Themengebiet unterwegs, geschrieben am 4. Januar 2012 von Markus Sorger

Nun muß ich mit meiner Tourberichterstattung mal langsam zum Ende kommen, ich bin ja schon über eine Woche wieder zuhause. Letzte Touretappe war Opatija an der kroatischen Adriaküste und ich deutete hier im Blog ja schon an, daß es ein durchaus angenehmes Ende der Tour war; wir hatten drei traumhaft schöne Tage. Der erste Eindruck war aber zumindest für Matthias, unseren Nightlinerfahrer, etwas erschreckend. Da mußte er hoch, um zu unserem Hotel zu kommen. Wir sind dann erstmal hochgelaufen um zu schauen, wie es da so weitergeht. Auf dem Rückweg sprach ich ihm Mut zu: “Du schaffst das, Junge, mach’ Dir keine Sorgen, der Bus macht das mit ……”. Wieder im Bus angekommen wurde alles “seefest” vertäut und dann ging es unter lautem “Die arme Kupplung, scheiße, die arme Kupplung, mein Chef bringt mich um !” – Rufen den Berg hinauf. Wir belohnten ihn oben mit Applaus.

Die Gegend rund um Opatija ist wirklich sehr schön. Um diese Jahreszeit ist da nichts los, viele Hotels haben komplett geschlossen, trotzdem kann man die Tage gut genießen, denn es gibt eine Menge zu sehen. In der Hauptsaison ist das wahrscheinlich eher nichts für mich, aber im Frühling möchte ich da schon sehr gern nochmal hinfahren.

Hier ist nun die Halle zu sehen, in der wir dann am 23.12. unser letztes Konzert, unser 88. Gregorian – Konzert in 2011, spielen sollten. Man achte auf den Kerl im Wasser. Der Typ war wirklich mutig. Ich selbst hätte es toll gefunden, irgendwo direkt am Meer in ‘ne Sauna zu gehen und dann ins Wasser zu springen, aber Opatija ist auf Wintergäste nicht so richtig eingestellt und darum gibt es eine Strandsauna leider nicht. Ohne vorheriges Aufheizen in die Fluten zu springen habe ich mich dann nicht getraut. Ja, ich bin ein Weichei.

Rock ‘n’ Roll will die, Part 2

Ein Beitrag zum Themengebiet Veranstaltungstips, geschrieben am 3. Januar 2012 von Markus Sorger

Heute sah ich, daß Tom Petty im Sommer für ein paar Konzerte in Deutschland sein wird. Den sah ich 1982 in der Westfalenhalle, kannte ihn vorher nicht und war spontan echter Fan. Ein wirklich geiler Auftritt mit richtig geiler Musik. Spontan überlegte ich also eben, ob ich da nicht hingehen will, allerdings halten mich davon zwei Dinge ab: erstmal ist es ein bestuhltes Konzert. Ich meine, klar, die Fans von damals haben heute wahrscheinlich alle Rückenleiden, aber trotzdem: was soll ich denn bitte auf einem bestuhlten Rock ‘n’ Roll – Konzert ?!?  Ich will feiern !  Und dann kostet ein Ticket in akzeptablem Abstand zu Bühne 179,00€. Hundertachtzig Euro. Für ein Ticket einer Rock ‘n’ Roll – Kapelle, die eine bestuhlte Seniorentour spielt, auf der wahrscheinlich noch Kamelhaardecken verkauft werden. Hundertachtzig Euro.

Bei dem Musikgenre kann man es ja ruhig mal direkt formulieren: fuck you, Tom. So geil kann Deine Show gar nicht sein.